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Große Resonanz auf BZ-Artikel : Wunsch nach Brücken statt Schranken an den Bahnübergängen

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Länger als eine Woche hatten wir auf unserer Internet-Seite gefragt: Wie empfinden Sie die Schließzeiten an den Bahnübergängen im Kreis Pinneberg?

Prisdorf/Westerhorn | Nerven die langen Wartezeiten an Bahnübergängen? Welche Lösung würden Sie sich wünschen? Das haben wir unsere Leser jüngst gefragt, als unsere Zeitung die Wartezeiten an den Bahnhöfen in Prisdorf und Westerhorn analysiert hatte (Bericht vom 27. Februar). Die Reaktionen per Mail und in den sozialen Netzwerken waren vielfältig – aber eine Meinung überwiegt dabei: Viele unserer Leser empfinden die Schließzeiten als zu lang. Einige haben wiederum keine Probleme mit dem Warten. Und gerade für besonders neuralgische Punkte wie die Bahnübergänge in Prisdorf wünschen sich einige unserer Leser Tunnel, um Wartezeiten ganz zu vermeiden.

Länger als eine Woche hatten wir auf unserer Internet-Seite gefragt: Wie empfinden Sie die Schließzeiten an den Bahnübergängen im Kreis Pinneberg? 195 Leser nahmen daran teil, das Ergebnis eindeutig: Die Mehrheit von 46 Prozent empfindet die Schließzeiten als viel zu lang. 28 Prozent sagen: „Die Sicherheit geht vor.“ Als angemessen beurteilen 21 Prozent der Befragten die Schließzeiten. Lediglich fünf Prozent würden auch noch länger warten.

Auch der Prisdorfer Hans-Joachim Heincke hat keine Probleme mit den Schließzeiten: „Wir Prisdorfer sind froh, dass es so zahlreiche Verbindungen nach Hamburg beziehungsweise nach Altona gibt; da muss man schon in Kauf nehmen, dass manchmal die Schranken geschlossen sind.“ Bei Facebook gehen die Kommentare stark in eine Richtung. Der Tenor: In Westerhorn sei die Schranke eine gefühlte Ewigkeit geschlossen, berichten mehrere User. Das gleiche gelte für Brokstedt (Kreis Steinburg). In Prisdorf, so berichtete ein Umfrage-Teilnehmer, habe er sogar schon seinen Zug verpasst, weil er zehn Minuten vor der geschlossenen Schranke warten musste.

Aus seiner Sicht gebe es nur eine sinnvolle Lösung, schreibt Dirk Zawada-Walther in einem Leserbrief an die Barmstedter Zeitung: „Der Bahnverkehr insbesondere zwischen Pinneberg und Elmshorn ist extrem dicht getaktet. Die Bahn hat meiner Meinung nach überhaupt keine Möglichkeit, hier zu optimieren“, meint er. „Die einzig sinnvolle Lösung ist, sämtliche Bahnschranken auf diesem Streckenabschnitt durch Unterführungen oder Brücken zu ersetzen – alles andere ist absoluter Blödsinn.“ Auch gebe es immer wieder Bahnübergangsstörungen oder Unfälle an den Übergängen. „Und dann ist für mindestens zwei Stunden auch der Zugverkehr gestört.“

Initiative fordert K22 mit Tunnel

Derselben Meinung ist auch Michael Krüger, Sprecher der Interessengemeinschaft Südtangente aus Tornesch, die seit Jahren für eine andere Streckenführung der geplanten Kreisstraße 22 in Tornesch kämpft, sieht das deutlich problematischer. Er verweist auf das Verkehrsgutachten der Stadt aus dem Jahr 2013. Das Ergebnis sei „ernüchternd“ gewesen. Demnach waren die Schranken während der achtstündigen Messzeit in Prisdorf 4,5 Stunden geschlossen, die längste Schließzeit habe elf Minuten betragen. Die Messung deckt sich mit den Informationen von der Deutschen Bahn. Etwa 300 Züge müssen werktags durch den Ort. Rechnerisch sind die Schranken bei einer Schließzeit von drei Minuten insgesamt länger als die Hälfte des Tages geschlossen. Die Konsequenz ist für Krüger klar: „Mit Blick auf die langen Autoschlangen vor dem Bahnübergang Prisdorf fordern wir seit vielen Jahren eine K  22-Südumgehung von Tornesch, im weiteren Straßenverlauf den Bahnübergang Prisdorf zu untertunneln und den Verkehr dann zur Westumgehung Pinneberg und A  23 zu leiten.“

Auch wenn das eine Entlastung bedeuten würde: In Prisdorf wird es in absehbarer Zeit wohl keinen Tunnel geben. Die Idee sei aus Kostengründen verworfen worden, so Bürgermeister Wilfried Hans (CDU). Und auch in Westerhorn ist das Thema wohl vom Tisch. Vor dreißig Jahren habe es Pläne für eine Umgehung samt Brücke über die Bahn gegeben.

Die Einzelhändler vor Ort, von denen es während dieser Zeit noch viele gab, seien allerdings dagegen gewesen, hatte Bürgermeister Bernd Reimers vor Kurzem berichtet. Heute stünden dort, wo die Trasse hätte verlaufen sollen, Häuser. Man müsse mit der Entscheidung von damals leben, so der Bürgermeister.

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erstellt am 11.Mär.2016 | 14:00 Uhr

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