Wohnpark im Grünen nimmt Gestalt an

Gemeindevertreter beauftragen die Verwaltung, Fördermittel zu beantragen

shz.de von
28. Juli 2018, 16:00 Uhr

Im vergangenen November stellte Hörnerkirchens Bürgermeister Siegfried Winter erstmals das Bauprojekt „Wohnpark im Grünen“ der Öffentlichkeit vor (wir berichteten). Inzwischen sind die Planungen ein gutes Stück vorangeschritten. Während der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend stimmten die Lokalpolitiker das weitere Vorgehen ab.

In Sichtweite zu Kirche, Feuerwehr und Edeka-Markt sollen auf einem knapp einen Hektar großen Areal ein Dutzend kleine Einzelhäuser für ältere Menschen entstehen. Das für den Wohnpark auserkorene Gelände befindet sich zwischen Steinstraße, Kösterkoppel und Kirchenstraße. Zurzeit gehören die Flächen noch Privatleuten. Die gärtnerische Nutzung des dort ansässigen Gartenbaubetriebes wurde bereits vor einiger Zeit aufgegeben. Auch die dort einst beheimatete Fahrradwerkstatt hat inzwischen einen neuen Sitz.

Die Projektplanung wurde vom Holsteiner Auenland gefördert. „Als nächstes sollte ein Betreibermodell entwickelt werden“, sagte Winter. Wichtig ist dem Bürgermeister, „dass alles im Eigentum der Gemeinde bleibt“. Die verschiedenen Varianten sehen beispielsweise die Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft vor, oder ein lebenslanges Wohnrecht für die Bewohner, die die Häuser dann auf Zeit kaufen könnten. Bei einem Umzug oder im Todesfall gebe es das Geld zurück und es müssten neue Bewohner gesucht werden.

Geplant ist der Bau von behinderten- und rollstuhlgerechten Einzelhäusern „für Menschen, die heute noch in großen Häusern mit Garten wohnen, und die sich verkleinern wollen“, wie Winter erklärte. In die dadurch leer werdenden großen Häuser könnten junge Familien einziehen.

Der Wohnpark im Grünen soll möglichst autofrei werden, außerdem ist die Stelle eines Kümmerers angedacht, der die Anlage in Schuss halten soll. Schon jetzt stößt das Model auf beachtliches Interesse im Dorf. „Ich werde wöchentlich angesprochen, ob es eine Warteliste gibt“, sagte Winter. Auf Nachfrage, ob der Wohnpark mit zwölf Häusern dann nicht zu klein geplant sei, antwortete der Bürgermeister: „Auf dem Gelände ist nicht mehr Platz.“ Man könne bei einer schnellen Auslastung aber über weitere Areale im Ort nachdenken.

Zum Konzept des Wohnparks gehört auch ein Gemeinschaftshaus zur „Steigerung der Lebensqualität“ samt Bastelstunden, und Kaffeenachmittagen. Wichtig sind Winter „Bewegungseinrichtungen innen wie außen“, also Sportgeräte, an denen sich die Bewohner fit halten können. „Außerdem wollen wir eine Begleitung für Arztbesuche und zum Einkaufen sicherstellen“, hatte Winter schon im November angekündigt. Das Gemeinschaftshaus müsse obendrein Gästezimmer bereithalten, wenn Kinder oder Enkel der Bewohner vorbeischauen wollen.

Die Gemeindevertreter beschlossen, dass die Verwaltung im nächsten Schritt drei Angebote von Planungsbüros einholen soll. Parallel sollen Fördermittel beantragt werden. Fließen sollen die Gelder über die GAK (Gemeinschaftsaufgabe Agrar- und Küstenschutz) aus Bundes- und Landesmitteln. „Die Förderquote liegt bei bis zu 75  Prozent der Nettokosten und ist auf 450 000 Euro gedeckelt“, erklärte Winter.

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