zur Navigation springen

Nach Brand des THW-Zelts : „Wo waren die Sicherheitskräfte?“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Nach dem Brand des THW-Zelts auf dem Barmstedter Weihnachtsmarkt übt der THW-Ortsbeauftragte Kritik an den Sicherheitskräften. Die Polizei ermittelt unterdessen wegen Sachbeschädigung.

shz.de von
erstellt am 03.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Der erste Schock ist verdaut. Der Ärger sitzt aber tief: Drei Tage, nachdem das THW-Zelt auf dem Barmstedter Weihnachtsmarkt abgebrannt ist, fragen sich die Betroffenen, weshalb die Sicherheitskräfte erst am Freitag und nicht schon am Donnerstag im Einsatz waren. „Das hätte vielleicht das Schlimmste verhindert“, sagte der THW-Ortsbeauftragte Stefan Schrade gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Eventuell hätten sie den Brand früher entdeckt „oder die Täter durch ihre Präsenz abgeschreckt“.

Denn Schrade ist überzeugt, dass das Zelt vorsätzlich angezündet wurde. „Es war definitiv Brandstiftung.“ Seiner Meinung nach hatten der oder die Täter sich nachts ins Zelt gesetzt, „um noch im Trockenen was zu trinken“, und dann die auf dem Tisch stehende Weihnachtsdeko in Brand gesteckt. Polizeisprecherin Sandra Mohr konnte das gestern nicht bestätigen. Sie erklärte auf Anfrage, es stünden bislang weder die Brandursache noch der genaue Hergang fest. Zudem ermittle die Polizei nicht wegen Brandstiftung, sondern wegen Sachbeschädigung. „Bei Brandstiftung müsste ein Gebäude- oder ein Personenschaden vorliegen. Beides war hier nicht der Fall“, erklärte Mohr.

Dass der Sicherheitsdienst – vier Kräfte, die am Freitag und Sonnabend jeweils von 21 bis 5 Uhr auf dem Markt unterwegs sind – nicht schon am Donnerstag eingesetzt wird, erklärte Stadtsprecher Wolfgang Heins damit, „dass die meisten Stände erst am Freitag aufgebaut werden“. Bisher habe es keine Forderungen gegeben, das auszuweiten. „Aber jetzt werden wir uns darüber Gedanken machen“, kündigte Heins an.

Solidarität und Spendenbereitschaft

Überwältigt zeigte sich Schrade von der Solidarität und Spendenbereitschaft, die dem THW nach dem Fiasko entgegengebracht worden sei. Die Stadt habe dem Verein die Standgebühr erlassen, und die Nachbarstände seien zusammengerückt, damit die THW-Helfer noch Erbsensuppe verkaufen konnten. „Viele Kunden haben dann ihr Wechselgeld in unser Sparschwein geworfen“, erzählt Schrade. Allein am Sonnabend seien 400 Euro gespendet worden. Reichen wird das indes nicht: Der Schaden beläuft sich auf laut Schrade auf 20 000 Euro. Das 60 Quadratmeter große Zelt, der erst zwei Jahre alte Fußboden, zehn Biertischgarnituren, zwei Suppentöpfe und die Elektroausstattung seien komplett vernichtet worden. Für den Ersatz wird der THW-Ortsverein selbst aufkommen müssen: „Die Bundesanstalt zahlt nicht, weil die Sachen als Zusatzausstattung gelten. Und mit der Versicherung sieht es auch nicht gut aus“, sagte Schrade.

Wer helfen will, kann eine Spende auf das Konto Nummer 52 860 91 bei der Sparkasse Südholstein, Bankleitzahl 230 510 30 überweisen. Wer Hinweise auf mögliche Täter geben kann, wird gebeten, sich unter (0 41 23) 68 40 80 bei der Polizei zu melden.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen