Barmstedt : Wo soll der neue Kindergarten hin?

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Die Diskussion um einen etwaigen Standort für den Kita-Neubau reißt nicht ab.

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17. März 2018, 18:00 Uhr

Barmstedt | Die Suche nach einem geeigneten Grundstück in Barmstedt für den Neubau eines Kindergartens geht weiter. In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses haben sich die Politiker nicht geeinigt. Zu dem Thema lag ein Antrag der FWB vor. Die Fraktion hatte der Verwaltung einen Fragenkatalog zum Neubau einer Kindertagesstätte mit der Bitte um Antworten im Hauptausschuss zugeschickt (wir berichteten). Die FWB wies darin darauf hin, dass in der Stadtvertretersitzung im Oktober 2017 der Beschluss mit großer Mehrheit ergangen sei, vorrangig die städtische Fläche beim Kreisjugendring (KJR) zu nutzen, und, wenn nicht realisierbar, zwei Grundstücke im Neubaugebiet an der Düsterlohe (B-Plan 72) zu nehmen.

Beschluss vom Oktober ist noch gültig

Aber: Die FWB sei erstaunt gewesen, dass im jüngsten Sozialausschuss nun ein verwaltungsseitiger Beschlussvorschlag mit fünf möglichen Flächen für eine Kita vorgelegen habe. Der Beschluss vom Oktober sei noch gültig und trotz dringenden Bedarfs von der Verwaltung nur nicht umgesetzt. Die Fragen bezogen sich etwa auf die Schritte der Verwaltung zur Umsetzung des Beschlusses, die Baureife der in Frage kommenden Grundstücke und wann mit dem Beginn eines Baus zu rechnen sei.

Bürgermeisterin Heike Döpke (Foto) las die vorbereiteten Antworten vor und listete akribisch die Schritte der Verwaltung auf. Auf die Frage nach dem Beginn eines möglichen Neubaus auf dem Grundstück am KJR antwortete Döpke, dass die Fläche für eine Bebauung erst freigegeben werden und die vertraglichen Belange zwischen Kreis und Kommune geklärt werden müssten.

Hier kritisierte Michael Schönfelder (FWB), dass bereits im September 2017 von einem Pachtvertrag mit dem Kreis die Rede gewesen sei. Auf die Frage, warum jetzt weitere Grundstücke zur Verfügung stünden, erwiderte Döpke, es sei vorher nicht bekannt gewesen, dass andere Flächen zum Kauf angeboten wurden. Auf die Frage, wie viele Kinder auf den Wartelisten der Kitas stehen, die in einem Neubau betreut werden könnten, sagte Döpke: „Auf dem jetzigen Listenstand zum 1. August 2018 gibt es 100 Elementarkinder sowie 30 Auswärtige, neue Plätze erhalten 92 Elementarkinder.“ Für Krippenplätze seien 108 Barmstedter Kinder sowie 15 Auswärtige zu erwarten. 29 Krippenplätze würden frei.

Schönfelder bemängelte in der Diskussion, dass die Verwaltung neue Informationen nicht sofort an die politischen Gremien weitergereicht und vor allem den Beschluss nicht umgesetzt habe. „Wenn wir immer rechtzeitig Informationen erhalten hätten, wäre unser Fragenkatalog überflüssig gewesen“, betonte er. So hätte er bis heute keinen Plan gesehen, wie genau ein Kita-Bau am KJR aussehen könnte. Und dass das Grundstück im Neubaugebiet Düsterlohe zu klein sei, habe den Politikern niemand mitgeteilt.

Sven Werner aus dem Bauamt hielt dagegen, dass die Verwaltung gesagt habe, dass die Fläche für einen eventuellen Kita-Anbau zu klein sei. „Interessierte Träger bemängelten, dass die Fläche für eine Kita nicht wirtschaftlich sei“, so Werner. Er wies darauf hin, dass Schritte der Verwaltung eingeleitet worden seien, wann immer sie möglich waren, gerade auch für den erwähnten Beschluss. „Richtig zufrieden sind wir nicht“, unterstrich Schönfelder. Hauke Johannsen (CDU) (Foto), sprach sich dafür aus, auch die neu hinzugekommenen Grundstücke zu betrachten, da die Fläche am KJR und nahe der Düsterlohe weniger geeignet seien, letztere ohne Erweiterungsmöglichkeit eines Kita-Baus. Andere Flächen würden größeres Potenzial bei deutlich geringeren Kosten aufweisen.

Mahn- und Gedenkstätte

Während der Bürgerfragestunde sprach sich Luzian Bucke von der AG Stolperstein für den Erhalt des ehemaligen Platzes der „Nationalen Erhebung“ der Nationalsozialisten als Erinnerungs- und Bekenntniskultur gegen das Vergessen der Tätermotive auf dem Grundstück am KJR aus. Er spreche auch für die Geschichtswerkstatt und bitte die Politiker um Unterstützung für eine Mahn- und Gedenkstätte. Schönfelder sagte, dass niemand in Erwägung gezogen habe, den Platz zu entfernen, auch nicht beim Bau einer Kita. SPD und CDU äußerten, dass der Erhalt des Platzes von einer eventuellen Kita nicht beeinträchtigt würde. Günter Thiel (BALL) betonte, dass eine Gedenkstätte wichtig und die Fläche insgesamt für einen Kindergarten nicht geeignet sei.

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