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Barmstedter Zeitung

24. Oktober 2017 | 10:13 Uhr

Barmstedt : Wirbel um Flüchtlingsunterkunft

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Unterbringung im „Seegarten“: Die Verwaltung hält Sorgen vor sinkender Attraktivität und Werteverlust der Grundstücke für unbegründet.

shz.de von
erstellt am 16.Jan.2016 | 16:00 Uhr

Barmstedt | Die Wogen über die künftige Unterbringung von Flüchtlingen im Hotel „Seegarten“ am Rantzauer See schlagen weiter hoch: Bis gestern Nachmittag hatten Nutzer auf Facebook mehr als 200 Kommentare zu dem Thema gepostet. Die Aussagen reichten von „erstmal abwarten“ und „wir sollten allen helfen, so lange sie unsere Lebensweise anerkennen“ über den Hinweis auf den allgemein in der Stadt herrschenden Wohnungsmangel bis zur Angst vor Kriminalität und dem Werteverlust der benachbarten Immobilien. Letzteres sei „herbeikonstruiert und dummes Zeug“, sagte Stadtsprecher Wolfgang Heins. Zum einen sei die Unterbringung „kein Dauerzustand“, zum anderen „kann es überall vorkommen, dass in Nachbarhäuser Migranten einziehen. Das hat auch keinen Einfluss auf den Grundstückswert.“

Wie berichtet, wird die Stadt im Hotelbereich des „Seegarten“ etwa 24 Flüchtlinge unterbringen. Weitere 33 sollen ab März im ehemaligen „Rosenkavalier“ an der Königstraße wohnen. Beide Mietverträge sind befristet. Wie lange, wollte die Verwaltung aus Datenschutzgründen nicht bekannt geben. Vor allem der Standort am See sorgte für Unruhe. „Diese Lage geht überhaupt nicht“, schreibt ein Leser aus Hemdingen. Der Bereich rund um den „Seegarten“ sei „das Herz der Stadt Barmstedt in der Naherholung. Meiner Ansicht nach wurde da schnell geschossen und nicht mit Bedacht ausgewählt.“ Das gelte allerdings „für beide Seiten – auch die Seite der Migranten wird zwangsläufig in eine nicht gewollte Situation gebracht“. Die Verwaltung habe nicht anders handeln können, betonte Heins. In Anbetracht der steigenden Zahl Schutzbedürftiger müsse die Verwaltung „jedes Angebot zur Unterbringung nutzen“.

Rachael Olson von der Barmstedter Heilsarmee berichtete, viele Flüchtlinge hätten Angst, dass die Stimmung in Deutschland umschlage. „Sie kommen zu uns und wollen unbedingt ehrenamtlich helfen“, sagte Olson, die die Kleiderkammer leitet. Auch dafür könnte im „Rosenkavalier“ neuer Platz geschaffen werden. „Das müssen wir uns aber erstmal anschauen“, so Olson. Sollte sich herausstellen, dass sich die Räume eigneten und sie genügend Helfer finde, „würden wir uns sehr freuen“.

Wie es mit dem Restaurantbetrieb im „Seegarten“ weitergeht, ist unklar. Auch gestern war dort niemand erreichbar.

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