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Barmstedter Zeitung

23. August 2017 | 02:51 Uhr

Barmstedt : „Wir werden weiter kämpfen“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Für Lkw gilt in der Königstraße künftig Tempo 30 und ein Nachtfahrverbot. Den Anwohnern reicht das jedoch nicht aus.

Sie wollten: Tempo 30 für alle und ein ständiges Fahrverbot für Lkw. Sie bekommen: Tempo 30 für Lkw und ein Nachtfahrverbot für Lkw. Mit diesen Entscheidungen, die die Straßenverkehrsbehörde ihnen vor kurzem mitgeteilt hat, sind die Anwohner der Königstraße alles andere als zufrieden. „Das ist nur ein Teilerfolg, es reicht uns nicht. Wir kämpfen weiter“, kündigte Matthias Bornholdt gestern an.

Es sei zum Beispiel „nicht nachvollziehbar, dass hier kein Gefahrenpotenzial bestehen soll“, sagte Bornholdt. „Dazu muss man sich nur mal angucken, wie es aussieht, wenn sich hier zwei Laster begegnen und daneben Kinder auf dem Bürgersteig sind.“ Die schmalen Gehwege und die Gefahren durch eine mögliche „Sogwirkung“ der Lkw seien zwei der Gründe, weshalb überhaupt ein Tempolimit für Lkw eingeführt werden könne, erläutert Christiane Schwarz von der Verkehrsbehörde.

Um Tempo 30 auch für Pkw anordnen zu können, müsste generell eine besondere Gefahrenlage vorliegen. „Das ist hier nicht der Fall.“ Denn die Königstraße sei kein Unfallschwerpunkt. Dagegen sei sie – auch das ein Hinderungsgrund für Tempo 30 – eine wichtige Durchgangs- und Erschließungsstraße. „Die Laster müssen ja irgendwie in die Innenstadt kommen“, sagte Schwarz. See- und Marktstraße seien dafür nicht ausgelegt.

Die von den Anwohnern angeführte Lärmbelastung reiche für die Einrichtung einer Tempo-30-Zone ebenfalls nicht aus, erklärte Schwarz. Die durch die Stadt ermittelten Dezibelwerte seien zwar „recht hoch“, lägen aber noch unter den Grenzwerten. Da jedoch das Lkw-Aufkommen mit einem Anteil von etwa acht Prozent am Gesamtverkehr „zeitweise höher ist als auf einer Landesstraße“, habe sie das Nachtfahrverbot erlassen können, sagte Schwarz. Das sei auch deshalb relativ unproblematisch, „weil die Meierei und die Innenstadt-Supermärkte zwischen 22 und 6 Uhr eh nicht angeliefert werden dürfen“.

Vermutung: Lkw bremsen Pkw aus

Auch die Kultur hat zu Schwarz’ Entscheidung beigetragen: Bei zwei denkmalgeschützten Häusern an der Königstraße habe „vermutlich die hohe Anzahl an Lkw“ bereits Risse in der Fassade verursacht. „Kein Wunder“, sagte Bornholdt, der in einem der Häuser wohnt. „Früher sind hier Kutschen lang gefahren. Jetzt sind es 40-Tonner.“

Die Laster verursachten auch Schäden an den Gullys, berichtete ein weiterer Anwohner. „Viele sind abgesackt und ausgefahren.“ Das Problem werde trotz des Nachtverbots bleiben, fürchtet er. Wie seine Nachbarn, kann er nicht verstehen, warum nicht die gesamte Königstraße zur Tempo-30-Zone erklärt wird. „Wenn hier 50 sein muss, dann dürfte am Kuhberg nicht 20 sein, denn der ist auch eine Durchgangsstraße.“

Jetzt bleibe abzuwarten, „wann die Schilder kommen und was sie bringen“, sagte der Anwohner. Seiner Meinung nach: „Ohne Kontrollen nicht viel.“ Schwarz vermutet, dass die langsamer fahrenden Lastwagen auch die Autofahrer ausbremsen werden.

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erstellt am 21.Sep.2013 | 12:00 Uhr

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