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Wildtierstation Klein Offenseth-Sparrieshoop : „Wir sind von der Geflügelpest umzingelt“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Angst vor der Geflügelpest: Die Wildtierstation in Klein Offenseth-Sparrieshoop hat Schutzmaßnahmen ergriffen, um das Virus vom Areal fernzuhalten.

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erstellt am 09.Feb.2017 | 16:30 Uhr

Barmstedt | Das Tor ist geschlossen. Zutritt nur nach Absprache. Der Hinweis auf dem knallgelben Schild ist nicht zu übersehen. Wer hier rein will, muss seine Schuhe in ein Desinfektionsbad tauchen. „Dadurch werden die Keime getötet, die sich im Tierkot befinden könnten“, sagt Christian Erdmann. Er ist der Leiter der Wildtierstation in Klein Offenseth-Sparrieshoop – und geht in Zeiten der Geflügelpest auf Nummer sicher. „Wir sind hier quasi von der Geflügelpest umzingelt“, sagt der 54-Jährige. Nur wenige Kilometer entfernt – in Grevenkop – mussten Ende Januar in einem Putenbetrieb mehr als 18.000 Tiere getötet werden.

Erst Plön, dann Kollmar, zuletzt Grevenkop: „Es kommt näher“, sagt Erdmann. Er ahnte schon im November 2016 bei den in Plön tot aufgefundenen Tieren, was da auf ihn zukommen könnte. „Einen Tag später bin ich in den Baumarkt, um Abdeckplanen zu besorgen.“  Er hat seine Gehege längst gesichert, will verhindern, dass der Kot von frei fliegenden Vögeln in die Gehege gelangen kann. „Wildvögel sind Überträger des Virus. Das steht fest.“

Mehr als 100 Tiere werden auf dem Gelände versorgt

Mehr als 100 Tiere werden zurzeit auf dem 2,5 Hektar großen Gelände versorgt. Es liegt mitten im vom Kreis Pinneberg ausgewiesenen Beobachtungsgebiet. Hat der Chef Angst, dass auch seine Tiere getötet werden, wenn es der Virus doch irgendwie bis ins Wildgehege schafft. „Nein.“ Für diese Antwort muss Erdmann nicht lange überlegen. Aber er tut alles, um den Virus fernzuhalten.  Seine Tauben, Hühner, Pfaue und Gänse hat er längst „eingesperrt“. Der sonst übliche Freigang auf dem Gelände wurde gestrichen.

Auch die Besucherführungen, die Erdmann zweimal im Monat anbietet, hat er auf unbestimmte Zeit abgesagt. Wer verletzte Tiere abgeben möchte, muss zurzeit vor dem Tor warten. „Wir klären zunächst die genaue Auffindesituation des Tieres ab“, erklärt Erdmann. Dann entscheidet er, ob das Tier in die Station  hinein darf. An diesem Freitagvormittag  bringt eine Frau einen Bussard, der angeblich einen gebrochenen Flügel hatte. Erdmann erkennt schnell, dass der Flügel nicht gebrochen ist. „Der hatte nach einem  Zusammenstoß  mit einem Auto Kopfschmerzen.“

„Solange sich die Tiere nicht auffällig benehmen, ist alles gut“

Der Bussard kommt zur Beobachtung zunächst in einen Quarantäneraum in der Wildtierstation. Da befindet sich auch schon ein Schwan. „Solange sich die Tiere nicht auffällig benehmen, ist alles gut“,  betont der gelernte Zootierpfleger. Erdmann steht in Sachen Geflügelpest in engem Kontakt mit dem Veterinäramt des Kreises Pinneberg. Er weiß, dass es den absoluten Schutz für  die Station nicht gibt, dass Glück ein Faktor ist, auf den er setzen muss. „Bisher haben wir keine Schwierigkeiten. Aber es fühlt sich bei uns im Moment ein bisschen an wie in der Höhle des Löwen.“ 

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