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Ellerhoops Bürgermeisterin im Interview : „Wir bleiben ein Dorf im Grünen“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Wiebke Uhl im Gespräch über das bewusst langsame Wachstum der Gemeinde und Ellerhoops Kindergarten-Neubau.

shz.de von
erstellt am 08.Sep.2017 | 16:00 Uhr

Ellerhoop | Wie steht es um den Neubau der Ellerhooper Kita? Was kommt mit der Sanierung der Landesstraße 110 auf den Ort zu? Und wie will die Gemeinde weiter wachsen? Im Interview mit unserer Zeitung blickt Ellerhoops Bürgermeisterin Wiebke Uhl (CDU) auf die künftige Entwicklung des Orts. „Wir bleiben ein Dorf im Grünen“, sagt sie.

Im Zuge der Erstellung eines Dorfentwicklungsplans habe man sich dafür entschieden. Seitdem sei das Dorf im Grünen Tenor bei der Gemeindepolitik. Man habe sich bewusst für ein langsames Wachstum entschieden, doch die große Nachfrage nach Grundstücken im Hamburger Umland betrifft auch Ellerhoop und hat das Wachstum mehr beschleunigt als eigentlich vorgesehen war. „Die letzten elf Bauplätze sind inzwischen verkauft und werden jetzt am 13. September übergeben“, erläutert die Bürgermeisterin. Die gehörten zum Bauabschnitt drei, der dann ausgeschöpft ist. Uhl: „Der vierte Bauabschnitt darf nicht vor 2025 angefangen werden, bis dahin rührt sich hier nichts mehr.“ Ellerhoop wird also bei seinen in etwa 1500 Einwohnern bleiben. Auch Gewerbeflächen stünden keine zur Verfügung. „Ich weiß nicht wie es Borstel-Hohenraden macht, dass sie bauen und bauen und jetzt auch ein Gewerbegebiet haben. Aber die Frage ist auch, ob man das überhaupt will.“ Das langsame Wachstum sei eine bewusste Entscheidung, die Infrastruktur solle auch hinterher kommen. Die Zuzügler gelte es, in das Dorfleben zu integrieren. Das klappe in Ellerhoop : „Hier wird man gut aufgenommen“, so Uhl. Aus dem letzten Neubaugebiet Hauskoppel habe die Freiwillige Feuerwehr bereits drei neue Kameraden hinzugewonnen. Gerade Familien engagierten sich in Vereinen und kämen so ohne Schwierigkeiten in das Dorfleben hinein. „In der Gemeindepolitik würde ich mir noch mehr neue Gesichter wünschen“, sagt Uhl. Bei der SPD habe es zuletzt an ausreichend Mitgliedern für die Aufstellung einer Liste zur Wahl gemangelt. „Das ist schade, denn je mehr Leute mitmischen, um so mehr Anregungen kommen auch heraus, die Bürger haben mehr Wahl.“

Obwohl Ellerhoop nur so viel wächst, dass man „alles er- und unterhalten kann“, gelte es, wird es aber doch größer. Deswegen bräuchte die Kindertagesstätte einen weiteren Neubau, in dem zu den bisherigen zwei Elemtarzügen noch zehn weitere Elementar- und fünf Krippenplätze entstehen sollen. Auch soll das neue Gebäude das Alte ersetzen und die bestehenden Elementargruppen aufnehmen, denn der bisherige Bau genüge aktuellen Anforderungen nicht mehr. „Die Fördermittel haben wir beantragt, aber der Kreis hat uns die Unterlagen mit weiteren Nachforderungen zurückgegeben“, berichtet Uhl. Sie ärgert sich darüber, dass es den Gemeinden dort bürokratisch schwer gemacht werde. „Wir brauchen mehr Unterlagen als für die Baugenehmigung. Man fühlt sich, wie ein Bittsteller, dabei haben wir doch etwas Gutes vor.“

Besagte Baugenehmigung liege auch noch nicht vor, dafür aber bereits Elternanfragen. „Bevor ich nicht alle Genehmigungen offiziell habe, kann ich natürlich noch keine Plätze vergeben“, sagt die Bürgermeisterin. Aber sie hofft, das Ziel im Sommer 2018 mit dem Bau fertig zu werden, einhalten zu können. Selbst wenn die Förderung durch den Kreis platzen sollte: „Dann müssen wir eben selbst bauen. Der Verkauf der Bauplätze hat zum Glück Geld eingebracht“, kündigt die Bürgermeisterin entschlossen an.

Neuerungen die Ellerhoop bevorstehen sind der Breitbandausbau dank einer Förderungsgemeinschaft des Amtes Geest und Masch und die Anschaffung zweier neuer Feuerwehrfahrzeuge. Diese seien bestellt, ihre Auslieferung wird im November erwartet. Zusammen kosten sie rund 300    000 Euro.

Unumgänglich ist die Sperrung der Anschlussstelle Tornesch. „Das wird grausig“, sagt Uhl. Wenigstens hätte sie sich gewünscht, dass man damit abwartet, bis Elmshorn wieder geöffnet ist. „Jetzt müssen die Ellerhooper schon in Pinneberg Nord abfahren. Das sind erhebliche Umwege.“ Ändern könne sie daran aber nichts, das sei vom Land so entschieden worden. „Wir durften noch etwas bei der Beschilderung mitreden“, sagt sie und lacht.

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