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Wetterkapriolen in Barmstedt : Windhose schreckt Bewohner auf

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Glück im Unglück: Umgestürzter Baum stürzt auf Auto - Haus und Bewohner bleiben weitgehend unversehrt.

shz.de von
erstellt am 07.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Freitagabend, kurz nach 21.30 Uhr: Wilma Behrens sitzt im Wohnzimmer ihres Hauses an der Großen Gärtnerstraße, dicht vor dem Fenster. Auf einmal hört sie einen ohrenbetäubenden Knall. Hinter ihr zerspringt die Fensterscheibe. Blumentöpfe fliegen von der Fensterbank; ihr Inhalt verteilt sich im gesamten Zimmer. Mit lautem Knall reißt der geschlossene Rolladen vor dem Fenster ab und rauscht zu Boden. "Wir haben gedacht, da ist ein Lkw ins Haus gefahren", sagte Horst Behrens gestern. Er hatte im Nebenzimmer schon geschlafen, war vom Lärm aufgewacht und zu seiner geschockten Frau gelaufen. Dann sahen die Eheleute den Grund für den Lärm: Vom Grundstück gegenüber war während eines Sturms eine 15 Meter hohe Eiche auf ihr Haus gestürzt.

Der Baum hatte das Auto von Behrens’ Schwiegertochter Astrid unter sich begraben, das vor dem Haus stand - Totalschaden. "Ich hänge total an meinem Auto", sagte Astrid Behrens gestern. "Aber hätte es da nicht gestanden, wäre der Baum mit voller Wucht ins Wohnzimmer geknallt." Sie selbst hatte im ersten Stock des Hauses bereits geschlafen, als die Eiche umkrachte. "Das war ein solcher Knall, das kann man sich nicht vorstellen." Sie sei auch zwei Tage später noch geschockt gewesen. "Ich mochte kaum auf dem Bürgersteig langgehen, weil ich Angst hatte, dass der andere Baum von gegenüber auch noch umfällt."

Grund für den Umsturz war offenbar eine Windhose, die durch Barmstedt gezogen war. "Die Böen sollen hier in der Region Stärke neun bis zehn gehabt haben", sagte Horst Behrens, der sich beim Wetteramt in Fuhlsbüttel erkundigt hatte. Mehrere Nachbarn an der Norderstraße seien "aus dem Bett gesprungen, so heftig war das". Weitere Schäden habe es aber nicht gegeben. Die Reparaturen an seinem Haus – unter anderem wurde die Dachrinne eingeknickt – werden mehrere tausend Euro kosten, schätzte Behrens – der trotzdem froh ist. "Das hätte auch anders ausgehen können."

Die Feuerwehr rückte mit 20 Einsatzkräften und vier Fahrzeugen aus, um das Auto zu "befreien" und den Baum zu zersägen. "Er war mit der Krone aufs Haus gefallen, abgerutscht und auf dem Pkw gelandet", sagte Polizeichef Peter Kroll gestern. Erst nach einer Stunde war der Einsatz beendet. Bereits am nächsten Tag musste die Wehr erneut ausrücken: An einem Mehrfamilienhaus an der Kleinen Gärtnerstraße drohte ein Teil einer Gaube abzustürzen, das sich durch den Sturm gelockert hatte. "Wir haben es mit Dachlatten gesichert", sagte Wehrführer Uwe Schinkel. Damit seien zwölf Kräfte von 9.45 bis 10.15 Uhr beschäftigt gewesen.

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