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Von Altreifen bis zum Kaffeebecher : Wilder Müll in der Region Barmstedt

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Straßenmeistereien und der Bauhof finden in der Region immer mehr Unrat an den Straßenrändern und in der Natur. Die Entsorgung kostet die Steuerzahler viel Geld.

shz.de von
erstellt am 14.Mär.2015 | 10:00 Uhr

Barmstedt | Schnellen Schritts streift Dennis Mohr um das WC-Haus am Barmstedter Küsterkamp. Zigaretten-Schachteln, Taschentücher, Plastikverpackungen und eine leere Schnapsflasche packt er mit seinem Greifer und befördert sie in seinen blauen Müllbeutel. „Ich rege mich nicht mehr darüber auf“, sagt der Mitarbeiter des Barmstedter Bauhof. „Ich wundere mich bloß noch darüber, was so weggeschmissen wird.“

Farbeimer, ein Bügelbrett, Plastikflaschen, Kaffeebecher, Altöl, Essensreste oder Gartenabfälle: Die Liste der Dinge, die an den Straßen in Barmstedt und dem Umland zu finden sind, lässt sich beliebig fortführen. Und ob Straßenmeisterei, Landesforsten oder Barmstedter Bauhof – alle berichten übereinstimmend: Es wird immer mehr mit dem wilden Müll.

Stark betroffen ist unter anderem die Vosslocher Chaussee zwischen Barmstedt und Bokholt-Hanredder. In den Gräben vor den Ortseingängen liegen zahlreiche Kaffeebecher mit Plastikverschlüssen, Verpackungen von Pizza-Diensten sowie Fastfood-Restaurants und kleine Schnapsflaschen. Auch auf den angrenzenden Waldflächen finden Mitarbeiter der Landesforsten immer wieder Müll, sagt Ditmar Langer von der Försterei Kummerfeld. „Sperrmüll kann man eigentlich kostenlos abgeben. Stattdessen fahren die Leute in den Wald und laden das dort ab.“ Damit halte es sich aber noch in Grenzen, so Langer weiter. „Wir räumen da ab und zu was weg.“ Viel schlimmer seien die Gartenabfälle, die vor allem nahe der Parkplätze im Forst gefunden werden: „Da sind teilweise Pflanzen dabei, die hier nicht heimisch sind. Das ist Floren-Verfälschung.“

Auch der Barmstedter Bauhof habe immer mehr mit wildem Müll zu kämpfen, sagt Bauhofleiter Jörn Wölk und zeigt auf die Container und Grünflächen am Schusterring. Vor dem Papiercontainer stapeln sich große Pappreste, und auch mit den Altglascontainern habe es schon Probleme geben. „Wenn der Weißglascontainer voll ist, landet das überschüssige Glas erst im Grünglascontainer und dann in der Wiese“, so Wölk. Das liege aber auch am Entsorger.

Besonders schlimme Müll-Ecken seien in Barmstedt neben dem Schusterring das WC am Küsterkamp, der hintere Teil des Geländes vom Humburg-Haus sowie die Ecke Hamburger Straße/Mühlenweg. Auch in der Feldmark hatten Unbekannte vor Kurzem Hausmüll entsorgt (diese Zeitung berichtete), auch dorthin rückte der Barmstedter Bauhof aus.

15 Kubikmeter Müll fasst der Container, der auf dem Bauhofgelände steht. „Alle zwei Wochen ist der voll“, sagt Wölk. Wenn demnächst die Müllsammelaktionen in der Stadt starten, werde sogar ein 23-Kubikmeter-Container benötigt. Letztlich müsse der Steuerzahler die Entsorgung des wilden Mülls bezahlen. „Es kostet richtig, eine hohe vierstellige Summe“, so der Barmstedter Bauhof-Chef.

Sie haben ebenfalls kuriose Funde am Straßenrand gemacht oder weitere Schmuddel-Ecken in der Region entdeckt? Schicken Sie uns Ihre Foto – gern mit kurzer  Beschreibung – an die Mail-Adresse  bzredaktion@a-beig.de. Eine Auswahl  wird in der Zeitung und im Internet unter www.barmstedter-zeitung.de veröffentlicht.

Auch die Autobahn- und Straßenmeisterei Quickborn, die in der Region Barmstedt für die Landesstraßen östlich der Stadtgrenze verantwortlich ist, findet immer mehr wilden Müll. „Das geht vom kleinen Stück Papier bis hin zum ganzen Fahrzeug“, sagt Leiter Dirk Putzer. „Die Frage ist nicht: Was haben wir schon alles gefunden?, sondern eher: Was haben wir noch nicht gefunden?“

Außer den Straßen östlich der Stadtgrenzen ist die Straßenmeisterei auch noch für die Landesstraßen bis Bad Bramstedt im Norden und Itzstedt im Osten zuständig. Auch die A7 zwischen der Anschlussstelle Neumünster-Nord und der Landesgrenze zu Hamburg gehört zum Gebiet der Quickborner Meisterei. Gerade in der Nähe von Stellplätzen und an Flächen, wo Autofahrer schnell kurz rausfahren können, würden die Mitarbeiter der Straßenmeisterei den Abfall finden, so Putzer. „In der Woche sind mehrere Mitarbeiter insgesamt zwischen 20 und 30 Stunden mit dem Müllsammeln beschäftigt, manchmal eher noch mehr“, berichtet er. Die Meisterei bekomme dann auch die Anrufe von den Anliegern. „Es ist ein großes Problem“, sagt Putzer, „und eine Sache, die der Steuerzahler letztlich über die Kfz-Steuer bezahlt.“

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