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Kriminalstatistik : Wieder mehr Straftaten in Barmstedt

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

In Barmstedt und dem Amt Rantzau wurden 2016 mehr Delikte angezeigt als 2015. Aufklärungsquote sinkt.

shz.de von
erstellt am 02.Jun.2017 | 12:00 Uhr

Barmstedt | Nachdem sie 2015 auf den niedrigsten Wert seit 2005 gesunken war, ist die Zahl der angezeigten Straftaten in Barmstedt und dem Amt Rantzau (ohne Bilsen) im vergangenen Jahr wieder leicht gestiegen: 484 Taten wurden der Polizei gemeldet, 32 mehr als 2015. Entsprechend stieg auch die Häufigkeitszahl (Straftaten pro 100.000 Einwohner) von 4472 auf 4753. Das hat die Kriminalstatistik der Polizeistation Barmstedt ergeben, die deren kommissarischer Leiter Andreas Ottorowski jetzt vorstellte.

Mit der Häufigkeitszahl von 4753 (Straftaten hochgerechnet auf 100000 Einwohner) liegt Barmstedt mit dem Amt Rantzau im kreisweiten Vergleich an letzter Stelle – sprich, nirgends sonst im Kreis Pinneberg lebt es sich statistisch gesehen so sicher. Negativer Spitzenreiter ist Elmshorn (Häufigkeitszahl 9104) vor Pinneberg (8103) und Uetersen (7878). Auf Platz Zwei der sichersten Gemeinden folgt Rellingen (4976).

Der Anstieg geht hauptsächlich auf mehr Sachbeschädigungen zurück: Ihre Zahl stieg von 78 im Jahr 2015 auf 102 im vorigen Jahr. Auch Fahrraddiebstähle nahmen zu: 57 Fälle wurden angezeigt, 2015 waren es 49. Dabei machten es die Eigentümer den Tätern mitunter leicht: „35 Fahrräder waren angeschlossen, aber 22 waren nicht gesichert“, sagte Ottorowski. Die Zahl der übrigen Diebstähle stieg leicht von 169 auf 178.

Deutlich zurückgegangen ist im vorigen Jahr die Zahl der Körperverletzungen: Sie sank von 72 in 2015 auf 51. „Das liegt mit durchschnittlich einer pro Woche im unteren Bereich“, sagte Ottorowski. Wie in jeder Stadt, gebe es auch in Barmstedt „soziale Brennpunkte, aber das hält sich sehr in Grenzen“. 36 Taten seien als vorsätzliche einfache, 15 als gefährliche Körperverletzung gewertet worden. Der schwerste Fall habe sich in der Nacht vom 8. auf den 9. Januar in der Bar „Rendezvous“ an der Reichenstraße ereignet: Dort ermittelte die Polizei nach einer Messerstecherei wegen versuchter Tötung. Das Opfer (23) war lebensgefährlich verletzt worden. „Die Tat konnten wir aufklären“, berichtete Ottorowski erfreut.

Ebenfalls erfreulich sei der Blick auf die Entwicklung der Wohnungseinbrüche: Ihre Zahl ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. 2015 waren Täter in 19 Häuser oder Wohnungen eingedrungen, 2016 in 17. Die Polizei setze seit Herbst 2016 ein Konzept gegen Wohnungseinbrüche um, sagte Ottorowski. Für den Bereich Elmshorn – zu dem auch Barmstedt zählt – bedeute das, dass zwei Beamte „sich nur darum kümmern“. Dennoch könne auch die Polizei nicht überall sein, sagte er. „Wir haben nur sechs, sieben Streifenwagen – die Bürger sind überall.“ Daher seien die Beamten „immer auf die Aufmerksamkeit der Bürger angewiesen“. Wer etwas Verdächtiges sehe oder höre, solle sich „nicht scheuen, die 110 zu rufen“, so Ottorowski. „Wir fahren lieber vier Mal vergeblich raus und haben beim fünften Mal vielleicht Erfolg, als nichts mitzukriegen und von vornherein keine Chance zu haben.“ Generell sei die „Anrufquote“ gestiegen, berichtete Ottorowski – was auch mit dem stets verfügbaren Handy zu erklären sei.

Die Aufklärungsquote über alle Delikte ist im vergangenen Jahr wieder gesunken: Sie lag bei 42,4   Prozent – nach 48 Prozent im Jahr 2015. Dabei gebe es bezüglich der Delikte große Unterschiede, erklärte Ottorowski. Während bei Körperverletzungen gut 88 Prozent aller Fälle aufgeklärt werden konnten, waren es bei Einbrüchen lediglich zwölf und bei Diebstählen 16 Prozent.

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