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Bullenkuhlen : Wie Milch nachts zum Joghurt wird

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Corinna Hammen und Stephan Eggers haben sich mit ihrer Hofmolkerei in Bullenkuhlen ein zweites Standbein aufgebaut.

shz.de von
erstellt am 15.Sep.2014 | 16:00 Uhr

Bullenkuhlen | Im Kreis Pinneberg gibt es etwa 960 landwirtschaftliche Betriebe. In unregelmäßigen Abständen stellt die Barmstedter Zeitung Höfe in den Ämtern Rantzau, Hörnerkirchen und der Stadt Barmstedt vor. Im 23. Serienteil erzählen Stephan Eggers (41) und Corinna Hammen (46) aus Bullenkuhlen, warum sie ihren Hof um eine Molkerei erweitert haben – und wie der Joghurt ins Supermarkt-Regal kommt.

Wer sehen will, wie die Hofmolkerei Eggers ihre Produkte herstellt, muss sich erst einmal umziehen. Eine Einweg-Jacke, Überschuhe und ein Haarnetz sind Pflicht, möchte man einen Blick auf die großen Bottiche und die Abfüllanlage werfen. Hygiene ist dort alles. „Wir bieten unseren Joghurt in sechs verschiedenen Geschmacksrichtungen an“, berichtet Landwirt Stephan Eggers. Und seine Frau Corinna ergänzt: „Fünf sind immer gleich, die Saison-Sorte ändert sich alle zwei Monate.“ Ihren Joghurt vermarkten sie regional in verschiedenen Hofläden und Supermärkten. Einen Hofladen vor Ort gibt es jedoch nicht

100 Milchkühe stehen auf dem Hof des Bullenkuhlener Ehepaars. Vom Melkstand führt eine Leitung direkt in die Molkerei, in der die Milch pasteurisiert und verarbeitet wird. Über Nacht wird sie mit Kulturen bebrütet, der Joghurt dann gekühlt und am nächsten Morgen abgefüllt. „Nach etwa 24 Stunden steht er dann in den Läden“, so Eggers. Produziert werde dabei nur auf Bestellung. Die übrige Milch gehe an die Meierei Barmstedt.

2007 hat das Ehepaar mit dem Molkereibetrieb begonnen. „Wir wollten ein zweites Standbein haben“, erläutert Eggers. „Da wir ohnehin Milch produzieren, bot sich die Vermarktung von Joghurt an, weil wir den auch selber gern essen.“ Zudem hätten sie in einem Österreich-Urlaub eine Hofmolkerei besucht. „Das hat uns gut gefallen“, sagt Eggers.

Die Produkte auf dem Markt zu etablieren, sei schwer gewesen, so das Ehepaar. „Man muss sich einen Namen machen, Kunden finden und Vertrauen aufbauen“, sagt Hammen. Und ihr Mann ergänzt: „Außerdem gibt es hohe Anforderungen an die Hygiene. Aber jetzt sind wir gut im Geschäft.“

Laut der Bullenkuhlener Dorfchronik wurde der Hof das erste Mal 1672 in Unterlagen erwähnt. Er wechselte mehrfach den Besitzer, bis Peter Kruse Eggers – der Großvater von Stephan Eggers – ihn im Jahr 1955 übernahm. „Es war damals ein Gemischtbetrieb, es gab Milchkühe und Schweine“, so Eggers. Die Spezialisierung auf Milchviehwirtschaft sei gegen 1976 gekommen – als Ernst Hermann Eggers den Hof übernahm. Seit 1999 führt Stephan Eggers die Geschäfte seines Vaters fort. „Meine Eltern haben mir die Wahl gelassen, aber für mich war klar, dass ich den Hof übernehme“, sagt er.

Seine Frau Corinna stammt aus Hamburg. „Wir haben uns beim Windsurfen kennengelernt“, sagt sie. Das sei 1996 gewesen. Hammen ist Expertin für Lagersoftware und hat lange Zeit in der Logistik-Branche gearbeitet. „Bis vor drei bis vier Jahren war ich immer viel auf Dienstreisen, aber wenn man unterwegs ist, sieht man seinen Partner nicht mehr“, berichtet die 46-Jährige. „Wir haben uns überlegt, was man ändern sollte und haben für uns beide eine gute Lösung gefunden“, meint sie. „Jetzt leben und arbeiten wir zusammen.“

Stephan Eggers und Corinna Hammen führen den Hof mit angeschlossener Molkerei an der Hauptstraße in Bullenkuhlen. 1672 ist der Hof das erste Mal in Unterlagen erwähnt worden. Größe: 74 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, davon 50 Hektar Grünland. Auf der restlichen Fläche baut Eggers Mais an. Tiere: 100 Kühe, die weibliche Nachzucht umfasst 90 Tiere, ein Hund und fünf Katzen. www.hofmolkerei-eggers.de
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