Verein „Taten statt Worte“ : Wie Barmstedter Vulkan-Opfern in Guetamala helfen

Mit seinem Ausbruch legte der Volcán de Fuego in Guatemala mehrere Dörfer in Schutt und Asche.
Mit seinem Ausbruch legte der Volcán de Fuego in Guatemala mehrere Dörfer in Schutt und Asche.

Engagement nach dem Ausbruch in Guatemala. Der Verein hat einen neuen Vorsitzenden. Spenden sind willkommen.

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18. Juni 2018, 12:30 Uhr

Barmstedt | Seit 39 Jahren kämpft der Barmstedter Rainer Sanchez unermüdlich für die Ärmsten der Armen in verschiedenen Ländern. Sein Motto „Taten statt Worte“ setzt er mit großem persönlichen Einsatz um. Im Mai 2017 gründete er mit seinen im Laufe der Jahre zu ihm gestoßenen Mitstreitern den gemeinnützigen Verein mit dem Motto als Namen. Jetzt gab er während der Jahreshauptversammlung altersbedingt den Stab an Jüngere ab. Erster Vorsitzender ist Stefan Bolln, seine Stellvertreterin Angelika Bulla. Christian Bornholdt verwaltet die Kasse. Beisitzer sind Maren Hansen, Karin Landgraf sowie Rainer und Gaby Sanchez.

Alle Positionen wurden einstimmig gewählt. Das eingespielte Team verteilt die Aufgaben unter den Mitgliedern, die Sanchez viele Jahre allein bewältigt hat. Die wertvollen Erfahrungen, die er bei seinem Lebenswerk gesammelt hat, kommen weiterhin dem Verein zugute. Als erste Handlung bestätigte der Vorstand seinen Vorschlag, sofort 8500 Euro für die Menschen in Guatemala zu spenden, die durch den Vulkanausbruch nahe Guatemala-Stadt alles verloren haben.

Rainer Sanchez (rechts) gab den Vorsitz des Vereins „Taten statt Worte“ an Stefan Bolln (links) ab. Unterstützung erhält er von den weiteren Vorstandsmitgliedern.
bz
Rainer Sanchez (rechts) gab den Vorsitz des Vereins „Taten statt Worte“ an Stefan Bolln (links) ab. Unterstützung erhält er von den weiteren Vorstandsmitgliedern.
 

„Unser Partner Christian Aponte von der Hilfsorganisation Cafnima, mit der wir zusammenarbeiten, war sofort mit Helfern vor Ort“, sagte Sanchez. „Er schrieb uns, dass sechs Dörfer am Vulkan ausradiert wurden.“ Amtlich seien 120 Tote und 200 Vermisste bestätigt. Fatal sei, dass die Äcker mit Lava und Asche bedeckt worden seien und dadurch auch die komplette Ernte zerstört wurde. „Damit ist den dort lebenden Menschen die Grundlage zum Überleben entzogen“, sagte Sanchez. Die Helfer von Cafnima leisteten Aufräumarbeiten und erstellten Notunterkünfte.

Psychologische Hilfe für verwaiste Kinder

„Die Hauptaufgabe wird sein, mit unseren Spendenmitteln die Landwirtschaft von drei Dörfern erneut zu aktivieren“, so Sanchez. Die Asche werde in die Felder als natürlicher Dünger eingepflügt, danach schnell wachsende Pflanzen wie Mais und Frijoles (schwarze Bohnen) gesät in der Hoffnung, nach gut zwei Monaten die erste Ernte einzubringen. Apontes Frau Rosi leiste vor Ort psychologische Hilfe vor allem bei Kindern, die ihre Eltern verloren haben. Spenden für diese Soforthilfe sind daher willkommen (siehe Hinweis am Ende des Berichts).

Wenn Sanchez auf die 39 Jahre seiner persönlichen Hilfe zur Selbsthilfe zurückblickt, freuen ihn einerseits die Ergebnisse, die er mit Hilfe von Spenden erzielt hat – wie etwa ein würdevolles Leben für Kinder im Waisenhaus in Vietnam, sauberes Quellwasser für abgelegene Dörfer in Äthiopien oder Bildung für Müllkinder aus Guatelama-Stadt im Instituto Rainer Sanchez in Cafnima. Der Anlass waren indes stets Katastrophen. „Meine Hilfe begann 1979 in Kambodscha, als Pol Pot und seine roten Khmer Massenmorde an der Bevölkerung verübten. Es ging weiter mit den dramatischen Versorgungsengpässen in Polen, dem Krieg auf dem Balkan mit Hilfe in Kroatien und mit dem Hurricane Mitch in Mittelamerika, der mich nach Guatemala führte“, zählt Sanchez auf. „Dann folgten die Katastrophen in Guatemala: 2016 die Schlammlawine auf der Müllhalde, die viele jugendliche Müllsammler für immer verschwinden ließ, der verheerende Brand in einem Slum auf der Müllhalde und jetzt der Vulkanausbruch“, so Sanchez. Die schlimmen Nachrichten würden nicht enden – die Hilfe deswegen auch nicht. „Jeder gespendete Cent kommt genau da an, wo er gebraucht wird“, betonte Sanchez.

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