Wer zahlt Schäden an BMTV-Halle?

In enger Nachbarschaft: Die BMTV-Halle und der Hof der Grund- und Gemeinschaftsschule.
1 von 3
In enger Nachbarschaft: Die BMTV-Halle und der Hof der Grund- und Gemeinschaftsschule.

Barmstedter Hauptausschuss diskutiert über Reparaturbedarf und Vorbeugung / Kosten von bis zu 30 000 Euro

Avatar_shz von
27. März 2018, 16:00 Uhr

Die Fassadenplatten an der BMTV-Halle am Sportzentrum in der Schulstraße haben seit längerer Zeit Risse, Kratzer und Bruchstellen. Mit dem Antrag des BMTV zwecks Reparatur der Schäden sowie Übernahme der Kosten beschäftigte sich nun der Hauptausschuss. Seine Empfehlung an die Stadtvertretersitzung: Die Stadt soll zwei Drittel der Kosten, deren Höhe offen gelassen wurde, der BMTV ein Drittel übernehmen.

Günter Thiel (Ball) hatte sich der Stimme enthalten, weil seiner Meinung nach die Stadt die gesamten Kosten tragen solle. Joachim Baasch (kleines Foto) vom BMTV begründete den Antrag so: „Die Schäden an der Halle werden unserer Ansicht nach erst durch die unmittelbare Nachbarschaft zur Schule ermöglicht.“ Der BMTV hatte als Bauherr der geplanten Gymnastikhalle zusätzlich zur Gebäudefläche jeweils drei Meter an der östlichen und südlichen Gebäudeseite erwerben müssen. Diese Fläche sei von Beginn an als erweiterte Schulhoffläche genutzt worden. „Die nicht vorhandene Trennung der Grundstücke haben die erheblichen Sachschäden ermöglicht“, so Baasch.

Drei Lösungsvorschläge hatte der BMTV unterbreitet: Die unteren Plattenreihen der betroffenen Fassaden werden durch 50-prozentig stärkere Platten ersetzt und die beschädigte Sockelleiste repariert. Kostenpunkt: 30 000 Euro. Die zweite Lösung beinhaltet eine auf die Platten aufgedoppelte zweite Platte. Darauf könnte ein Graffiti-Gemälde entstehen, das von wilden Sprayern als Kunstwerk angesehen werde. Die Kosten lägen unter denen des ersten Vorschlags. Als dritte Lösung regt der BMTV an, die kaputten Fassadenplatten mit dem gleichen Material auszuwechseln und auf der Grundstücksgrenze einen 42 Meter langen Zaun zu errichten. Die Kosten werden ebenfalls auf 30 000 Euro geschätzt.

„Der Verein darf nicht für mutwillige Beschädigungen aufkommen, die unstrittig vom Schulgelände ausgehen“, so Baasch. Der BMTV sehe die Stadt als Schulträger in vorrangiger Position bei der Schadensregulierung. „Wir bieten Lösungen an, die die bisher praktizierte partnerschaftliche Kooperation zwischen Stadt und Verein fortsetzt“, so Baasch.

Michael Schönfelder (freie Wähler) drückte sein Bedauern aus, dass überhaupt Schäden entstanden sind. „Die beschädigte Wand grenzt an den Schulhof, das ist öffentliches Gelände“, sagte er. Über einen Zaun könne jeder klettern, gab er zu bedenken. Er brachte eine Hecke ins Gespräch. Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos) gab zu bedenken, dass eine Hecke dauerhaft gepflegt werden müsse. Thiel fragte nach einer Versicherung gegen Vandalismus. Schönfelder sagte, die sei sehr teuer. Thiel hatte die Idee, die Gebäudewand zu begrünen. Ernst-Reimer Sass (CDU) plädierte für eine Video-Überwachung. Er wies darauf hin, dass die Radständer an der Schule nach wiederholt verursachten Schäden videoüberwacht worden seien und die Verursacher dadurch ermittelt werden konnten. Hans-Christian Hansen (SPD) lehnte wie einige andere Politiker einen Zaun ab. Peter Gottschalk (freie Wähler) warf die Frage auf, wer nach den Reparaturen für künftige Schäden aufkomme.

Baasch sagte, dass die Reparaturen auch als Prophylaxe zu verstehen seien. Die Verwaltung schlug vor, dass sie die gesammelten Ideen gemeinsam mit dem Bauausschuss beraten wolle. Der Vorschlag wurde angenommen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen