Barmstedt : Wer wird neuer Bürgervorsteher?

Das Vorschlagsrecht liegt bei der CDU. Amtsinhaber Christian Kahns (FWB) würde gern weitermachen.

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15. Mai 2018, 16:00 Uhr

Barmstedt | Wer wird Barmstedts nächster Bürgervorsteher? Nach Informationen unserer Zeitung laufen derzeit Gespräche in und zwischen allen Fraktionen mit dem Ziel, einen Kandidaten zu finden, den die Mehrheit der neuen Stadtvertreter unterstützt. Das Vorschlagsrecht hat die CDU, da sie mit sechs Sitzen die stärkste Fraktion stellt. Es steht jedoch nicht fest, ob die Christdemokraten jemanden aus den eigenen Reihen nominieren werden. „Spätestens nächste Woche wissen wir mehr“, sagte Ernst-Reimer Saß – der aktuell stellvertretender Bürgermeister ist und bei der Kommunalwahl ein Direktmandat geholt hat – gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Es müsse auf jeden Fall jemand sein, „der das kann und die Zeit dafür hat“. Zudem müsse „unser Vorschlag ja auch auf Gegenliebe stoßen“. Das sei in Anbetracht der neuen Sitzverteilung – die CDU hat sechs, FWB, SPD und BALL haben jeweils fünf und die Grüne zwei Sitze – kein Selbstgänger, weil zwei Fraktionen allein zusammen keine Mehrheit mehr haben, die für die Wahl notwendig sei.

Möglich ist auch, dass der aktuelle Amtsinhaber Christian Kahns (FWB) Bürgervorsteher bleibt. Er erklärte dazu auf Anfrage, die CDU müsste ihn vorschlagen. „Wir dürfen das nicht.“ Generell würde er trotz der zeitlichen Belastung „gern weitermachen, daraus habe ich auch nie einen Hehl gemacht“. Momentan müsse er aber abwarten. „Die Entscheidung hängt von den Mehrheiten ab.“ Kahns hatte das Amt 2010 von Wilfried Quell (FWB) übernommen. Wie beliebt er bei den Barmstedtern ist, hat sich bei der Kommunalwahl gezeigt: Er erhielt mit 139 die meisten Stimmen in seinem Wahlkreis und sicherte sich damit erneut ein Direktmandat.

Gewählt wird der neue Bürgervorsteher im Rahmen der konstituierenden Stadtvertretersitzung am Dienstag, 12. Juni. Das Vorschlagsrecht habe ausschließlich die CDU, betonte Stadtsprecher Wolfgang Heins. Sollte ein Kandidat durchfallen, können weitere benannt werden. „Die einfache Mehrheit reicht zur Wahl“, so Heins – was bedeute, „dass bei entsprechend vielen Enthaltungen theoretisch auch drei Ja-Stimmen reichen können“.

Als „oberster Repräsentant der Stadt“ leite ein Bürgervorsteher die Sitzungen der Stadtvertretung und vertrete die Belange der Politik gegenüber der Bürgermeisterin als Chefin der Verwaltung, erklärte Heins. Darüber hinaus berufe er einmal jährlich eine Einwohnerversammlung ein.

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