"Wer hält die schützende Hand über die Meierei?"

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02. Februar 2013, 01:14 Uhr

Barmstedt | Bürger wurden nicht angehört, Gesetze und Vorschriften missachtet, ein Bebauungsplan hat sich offenbar in Luft aufgelöst: Aus Sicht von Max Bock ist das Genehmigungsverfahren für den Bau der Barmstedter Meierei an der Mühlenstraße nicht korrekt abgelaufen. "Wenn sich herausstellen sollte, dass ich Recht habe - ist es dann möglich, die Genehmigungen zurückzunehmen und die Auflagen nachträglich zu verschärfen?", wollte er wissen, als er sein Anliegen im Bauausschuss vortrug. Eine konkrete Antwort erhielt er darauf nicht. Ausschussvorsitzender Axel Schmidt (FWB) erklärte aber, die am Genehmigungsverfahren beteiligten Behörden hätten sich "sicher an die Immissionsrichtwerte gehalten, die für Mischgebiete gelten". Die Verwaltung sei in die Genehmigungsprozesse nicht eingebunden gewesen, sagte Wolfgang Rubart (Verwaltung). "Das lief alles über das Landesamt." Gegen den aktuellen Antrag der Meierei, weiteres Trinkwasser zu fördern, gehe jetzt aber auch die Stadt "qualifiziert vor", betonte Schmidt.

Zufrieden stellten Bock die Aussagen nicht. Er frage sich vielmehr, sagte er in die Runde: "Wer hält die schützende Hand über die Meierei? Ihr? Der Kreis? Oder das Land?" Die Barmstedter Politiker jedenfalls nicht, entgegnete Schmidt. "Von uns tut das keiner. Wir sind mit der Lage auch nicht glücklich. Und einige würden die Umsiedlung heute sicher nicht mehr mittragen." Martin Schmidt, Pressesprecher des Landesumweltamts, erklärte, seine Kollegen seien keine "Verteidiger der Meierei. Wir sind eine neutrale Behörde, die aufgrund gesetzlicher Vorgaben zu agieren hat." Und deren sämtliches Handeln "gerichtlichen Überprüfungen standhalten" müsse.

Helmut Welk (BALL) beantragte schließlich, die Verwaltung möge einmal auflisten, wie sich die Anlieferzeiten für die Meierei im Laufe der vergangenen Jahre verändert haben. "Damit wir das nachvollziehen können." Schmidt gab sich optimistisch: "Es ist sicher möglich, kleine Verbesserungen zu schaffen, wenn wir alle aufeinander zugehen."

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