„Mit Herz, Kopf und Bauch gehandelt“ : Wehrführer Peter Wrag verabschiedet

Abschied vom ehemaligen Wehrführer der Gemeinde Bilsen: Kay Grabowski und Peter Wrage (Vierter und Fünfter v. l.) im Kreis von Olaf Kielmann vom Kreisfeuerwehrverband, Bürgermeister Peter Lehnert, Tina Grabowski, Ramona Wrage und Ehrenbürgermeister Rainer Ute Harms.
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Abschied vom ehemaligen Wehrführer der Gemeinde Bilsen: Kay Grabowski und Peter Wrage (Vierter und Fünfter v. l.) im Kreis von Olaf Kielmann vom Kreisfeuerwehrverband, Bürgermeister Peter Lehnert, Tina Grabowski, Ramona Wrage und Ehrenbürgermeister Rainer Ute Harms.

Gemeinde und Feuerwehr Bilsen verabschieden den ehemaligen Wehrführer Peter Wrage offiziell aus seinem Amt.

shz.de von
31. März 2017, 16:30 Uhr

Bilsen | Diesen Tag wird Peter Wrage sicher nicht vergessen: Nach einer Dienstzeit von 18 Jahren ist er vor Kurzem offiziell von der Gemeinde Bilsen als bisheriger Wehrführer mit einer großen Feier verabschiedet worden. Außerdem wurde Wrage zum Ehrenwehrführer ernannt. „Ich wusste nur, dass ich an dem Tag zu Hause bleiben sollte“, sagte er gerührt von den vielen Reden und Geschenken. Parallel zu Wrages Abschied wurde Kay Grabowski in seinem Amt als neu gewählter Wehrführer vereidigt.

Feuerwehrmann Thorben Kuhlmann holte Grabowski und dessen Ehefrau Tina sowie Peter Wrage und dessen Ehefrau Ramona im Löschfahrzeug ab und fuhr die Gruppe mit Blaulicht durch Bilsen. Auf der Straße vor der Feuerwehrunterkunft hatten die Kameraden ein Spalier gebildet. Wrage und Grabowski gingen – begleitet von den Klängen eines Dudelsackspielers in schottischer Tracht – hindurch. Auf dem Hof der Unterkunft durfte Wrage noch einmal die Wehr und alle Vertreter der Nachbarwehren antreten lassen, bevor die Lobreden in der mit Tischen und Bänken besetzten Fahrzeughalle begannen.

Bürgermeister Peter Lehnert begrüßte Kreisbrandmeister Frank Homrich und die Wehrführer des Amts Rantzau und Barmstedt sowie die von Quickborn und dessen Umlandgemeinden. Die weiteste Reise hatten die Feuerwehrleute aus Bilsens Partnerstadt Tauer (Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg) mit Wehrführer Marco Schrader. In der Runde saßen auch Bilsens Ehrenbürgermeister, Rainer-Ute Harms, Amtsvorsteher Willi Hachmann sowie Amtsdirektor Heinz Brandt vom Amt Rantzau. Wrages Hobbykollegen vom Motorradclub „Opas“ ließen sich die Feier ebenfalls nicht entgehen.

Einsatz für die Demokratie

Lehnert bezeichnete es als einen Verdienst von Wrage, die Demokratie im Vorstand der Wehr eingeführt zu haben. Plötzlich sei dort diskutiert worden. „Ihm ist es zu verdanken, dass die Wehr im Vorstand auf Kreisebene vertreten ist sowie fünf Kreisausbilder stellt, und er hat gegenüber der Politik stets für eine gute Ausrüstung der Wehr gesorgt“, so Lehnert. Grabowski hielt seine erste Rede als Wehrführer. „Du hast immer die Meinungen der anderen in deine Entscheidungen einbezogen“, sagte er zu Wrage. Kritische Situationen habe Wrage mit dem ihm eigenen Humor entschärft. „Du hast mit Herz, Kopf und Bauch gehandelt“, so Grabowski.

In weiteren Reden wurde Wrages Fingerspitzengefühl in der Führung und Fürsorge für die Kameraden gelobt. Sehr berührt war Wrage, als Gudrun Brath, die Frau des verstorbenen Ehrenwehrführers, sich mit einem Präsent bedankte, weil sie sich durch Einladungen immer zur Wehr zugehörig fühlen durfte.

Die Gäste überreichten dem neu ernannten Ehrenwehrführer außerdem zahlreiche Geschenke. Der Hingucker war ein großes Foto von „seinen“ Wehrkameraden, die sich so formiert hatten, dass es die Wörter „Danke Peter“ ergab. Wrage überreichte seinem Nachfolger zudem einen Schatz: das alte Protokollbuch der Wehr, angefangen 1934. „Ich bin überwältigt von dieser tollen Feier“, sagte er anschließend – und mit einem Blick zurück: „Ich hatte 18 Jahre Spaß und auch nachdenkliche Situationen und möchte die Zeit nicht missen.“ Wrage wird der Wehr weiter als Feuerwehrmann im Dienst erhalten bleiben.

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