Langeln : Wehr verabschiedet Carsten Rappen

Für die Langelner Wehr samt ihrer Ausrüstung baut die Gemeinde derzeit an einem neuen Gerätehaus, in das die Feuerwehr laut Bürgermeister Hans-Detlef Fuhlendorf im April einziehen soll.
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Für die Langelner Wehr samt ihrer Ausrüstung baut die Gemeinde derzeit an einem neuen Gerätehaus, in das die Feuerwehr laut Bürgermeister Hans-Detlef Fuhlendorf im April einziehen soll.

Der ehemalige Langelner Wehrführer geht in die Ehrenabteilung. Weitere Brandbekämpfer wurden für jahrzehntelanges Engagement geehrt.

shz.de von
07. Februar 2018, 16:00 Uhr

Langeln | Sie heißen Carsten Rappen, Hans Jürgen Dwinger, Gerhard Müller und Walter Rappen und haben zwei Dinge miteinander gemeinsam: Alle Namen sind eng mit der Freiwilligen Feuerwehr Langeln verbunden und alle blicken auf mehrere Jahrzehnte bei den Brandbekämpfern zurück. Walter Rappen ist vor Kurzem während der Jahreshauptversammlung der Wehr für 70 Jahre Feuerwehr geehrt worden. Carsten Rappen und Hans Jürgen Dwinger wurden aus der aktiven Wehr in die Ehrenabteilung verabschiedet. Und Gerhard Müller hat etwas ganz Besonderes geschafft: Seit 50 Jahren ist er aktiver Feuerwehrmann – eine seltene Ehrung, wie Wehrführer Henning Langmaack betonte.

Besonders emotional war die Verabschiedung von Carsten Rappen: „Es fällt mir echt schwer“, sagte Langmaack zu seinem Vorgänger. Rappen war 1969 in die Feuerwehr eingetreten und später unter anderem Gruppenführer, Atemschutzgerätewart und Wehrführer von 2002 bis 2014 gewesen. Ein genauso großer Dank ging an Ute Rappen. „Du hast Carsten immer freigestellt und die Fäden im Hintergrund gezogen. Und bei Einsätzen hast Du für ihn das Auto herausgefahren, damit er schnell zur Wache kommt“, berichtete Langmaack. Auch Bürgermeister Hans-Detlef Fuhlendorf lobte das Engagement Rappens: „Du hast es gut verstanden, die Truppe zu leiten“, sagte er und merkte an, dass Rappen viel Freizeit in die Feuerwehr investiert habe.

Rappen berichtete, dass es eine schöne Zeit in der Wehr gewesen sei. Über die Jahre hinweg habe er aber auch viele schwere Einsätze miterleben müssen, darunter auch Verkehrsunfälle mit Toten. An die Kameraden gerichtet sagte er: „Es ist wichtig, dass ihr merkt, wie wichtig der Einzelne ist.“ Wie es in der Ehrenabteilung – in sie treten Feuerwehrkameraden spätestens in dem Jahr ein, in dem sie das 67. Lebensjahr vollenden oder auf Antrag frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahres – weitergehe, werde sich zeigen, so Rappen. „Aber wenn das erste Mal die Sirene geht und ich nicht los muss, wird das sicher ungewohnt sein.“

Die Familie Rappen ist eine Feuerwehr-Familie. Dazu gehört auch Walter Rappen (88), der 1948 mit 18 Jahren in die Feuerwehr eingetreten war. „Das war damals eine Selbstverständlichkeit“, erzählte er. Damals seien sie noch mit einem Traktor samt angehängter Handdruckspritze zu Einsätzen gefahren. Mit 65 Jahren war Rappen in die Ehrenabteilung eingetreten, für 70 Jahre Feuerwehr wurde er nun geehrt.

Ein "Probejahr" in der Ehrenabteilung

Sein „Probejahr“ in der Ehrenabteilung habe Hans Jürgen Dwinger in den vergangenen zwölf Monaten absolviert, merkte Wehrführer Langmaack schmunzelnd an. Während der Versammlung wurde er nun offiziell aus dem aktiven Dienst verabschiedet. „Du hast dich maßgeblich an der Fahrzeugbeschaffung beteiligt und warst 13 Jahre lang als Jugendwart erst bei der großen, dann bei der kleinen Jugendwehr Rantzau tätig“, so der Wehrführer. „Du hast dazu beigetragen, dass die Feuerwehr heute da ist, wo sie steht.“ Auch er habe viele schwere Einsätze – darunter Autounfälle und Brände – miterlebt, so Dwinger. 1976 war er in die Feuerwehr eingetreten. „Das hatte sich so ergeben“, erzählte er. Besonders eng verbunden sei die Familie Dwinger mit dem Posten des Gerätewarts, ergänzte der Wehrführer. 1999 hatte Dwinger den Job von seinem Bruder übernommen und ihn bis 2017 ausgeübt.

Dass er auf 50 Jahre aktiven Dienst zurückblicken könne, hänge damit zusammen, dass es vor einem halben Jahrhundert in Pinneberg bereits eine Jugendwehr gegeben habe, so Gerhard Müller über seine seltene Auszeichnung. Elf Jahre lang habe er in Pinneberg seinen Dienst getan. In Langeln sei er dann 1968 gleich in die Feuerwehr eingetreten. In der Gemeinde war er 30 Jahre lang als stellvertretender Wehrführer tätig. An einen seiner ersten Einsätze – einen Dachstuhlbrand – könne er sich noch gut erinnern, so Müller. Er sei mit einem Kameraden auf dem Dach gewesen, als plötzlich der Schlauch platzte. „Aber wir konnten das Wasser ja nicht abdrehen. Wir mussten schließlich ein Gebäude löschen“, so Müller. Er werde im Dezember 67 Jahre alt und werde später auch in die Ehrenabteilung übertreten.

Nachwuchskräfte rücken nach

Während verdiente Kameraden gehen, kommen aber auch junge Kräfte hinzu: Einstimmig in die Wehr aufgenommen wurde Claudius Gries, der 2010 in der Jugenwehr begonnen hatte und seit einem Jahr in der aktiven Wehr mitarbeitet. „Du bist ein guter Kamerad, machst voll mit, unterstützt, wo Du kannst“, so Langmaack.

Insgesamt habe die Langelner Wehr im vergangenen Jahr neun Einsätze gefahren, berichtete der Wehrführer. Dazu gehörten mehrere Sturmeinsätze, ein Schornsteinbrand und ein Gasaustritt an einem Haus in der Spreekoppel. Zudem seien sie bei Unfällen auf der Kreuzung von B 4, L 210 und K 48 an der Grenze zwischen Langeln und Kaltenkirchen im Einsatz gewesen.

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