Barmstedt : Wasserwerk wird Rechenzentrum

Das Wasserwerk am Nappenhorn wird zurzeit umgebaut.
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Das Wasserwerk am Nappenhorn wird zurzeit umgebaut.

Im Keller des Stadtwerke-Gebäudes sollen künftig Daten verwaltet werden. Der Umbau wird mindestens 100.000 Euro kosten.

shz.de von
23. Oktober 2013, 12:00 Uhr

Silicon Valley am Nappenhorn: Im Keller des dort gelegenen Wasserwerks wollen die Barmstedter Stadtwerke ein modernes Rechenzentrum bauen. Ursprünglich sollten die Reinwasserkammern im Untergeschoss nur saniert werden. „Doch dabei haben wir festgestellt, dass die Bausubstanz so schlecht ist, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohnen würde“, sagte Werkleiter Fred Freyermuth, der das Projekt im Werkausschuss erläuterte. Bei der Überlegung, wie die Räume anderweitig genutzt werden können, kam die Idee auf, dort 16  Schränke (sogenannte Racks) aufzustellen, in die Firmen ihre Rechnersysteme einbauen können.

Vier bis fünf Racks würden die Stadtwerke selbst nutzen, die anderen vermieten. „Wir sind am Ende unserer Kapazitäten“, sagte Freyermuth. „Und wenn die EDV nicht läuft, können wir die Stadtwerke abschließen.“ Auch für die anderen Racks gäbe es bereits Firmen, „die großes Interesse haben“, so Freyermuth. Vor allem Internet-Unternehmen hätten wegen der ständig steigenden Datenmengen wachsenden Bedarf an Speicherplatz.

Das Wasserwerk biete als Standort für ein Rechenzentrum einige Vorteile, sagte Freyermuth: „Wir haben dort bereits Strom- und Glasfaseranschluss sowie eine natürliche Kühlleistung durch das sieben bis acht Grad kalte Grundwasser.“ Dadurch könne im Vergleich zu anderen Anbietern „enorm viel Strom gespart“ werden, was sich wiederum günstig auf die Mieten auswirke.

Um das Rechenzentrum bestmöglich zu sichern, soll das Wasserwerk zwei mechanische, sabotagesichere sowie fernüberwachte Türen erhalten. „Den Schlüssel bekommen nur akkreditierte Personen“, sagte Freyermuth. Für die Überwachung solle kein neues Personal eingestellt werden. „Das werden die Mitarbeiter übernehmen, die zurzeit das Glasfasernetz aufbauen.“

Der Umbau werde mindestens 100 000 Euro kosten, sagte Freyermuth. „Die Hauptinvestition wird der Einbau der Racks sein, aber wir müssen auch am Gebäude selbst noch einiges machen.“ Weitere Kosten wird die Errichtung eines neuen Reinwasserbehälters verursachen. Er soll auf dem Wasserwerksgelände entstehen. „Zurzeit werden erste Entwürfe gefertigt“, so Freyermuth. Der Ausschuss stimmte den Plänen einstimmig zu.

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