Eine von Barmstedts ältesten Straßen : Was soll aus dem Pflaster in der Kampstraße werden?

Das alte Kopfsteinpflaster in der Kampstraße ist in der Diskussion. Soll es saniert oder durch Asphalt ersetzt werden?
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Das alte Kopfsteinpflaster in der Kampstraße ist in der Diskussion. Soll es saniert oder durch Asphalt ersetzt werden?

Informationsveranstaltung in der Kommunalen Halle zum Ausbau der sanierungsbedürftigen Straße.

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07. März 2018, 12:30 Uhr

Barmstedt | Eine der ältesten Straßen in Barmstedt ist die Kampstraße. Mit ihrem urigen Kopfsteinpflaster erinnert sie an alte gemütliche Tage in diesem Ort. Voraussichtlich 2019 soll sie ausgebaut und modernisiert werden. Aber wer bezahlt das? Nachdem die Landesregierung den Kommunen freigestellt hat, ob und in welcher Höhe sie die Bürger an den Kosten beteiligen, ist das für alle Beteiligten die entscheidende Frage. Das bekam auch die Verwaltung der Stadt Barmstedt zu spüren, die die Anlieger der Kampstraße am Dienstagabend zu einer Informationsveranstaltung in die Kommunale Halle eingeladen hatte.

Aber: „Zu den Ausbaubeiträgen wird heute nichts Großes gesagt“, berichtete Dirk Rennekamp (kleines Foto), da ein Kollege aus der Verwaltung erkrankt sei. „Aber wir sind ja noch in der Diskussion. Die Politik sucht noch nach einer guten Lösung, es ist noch nichts entschieden. Auf der nächsten Infoveranstaltung im Mai können wir mehr dazu sagen.“

Jan Rogge, Projektleiter des AZV Südholstein, stellte anschließend die Planungen zum Ausbau der Regenwasserkanäle vor. „Das ist ein gemeinsames Sanierungsprojekt von Stadt, Stadtwerke Barmstedt und AZV. Damit sparen wir auch Kosten“, erklärte er. Als die Kostenaufteilung genauer aufgeschlüsselt wurde – etwa 25 Prozent AZV, etwa 20 Prozent Stadtwerke und etwa 55 Prozent für die Stadt – war die Diskussion wieder beim Thema Geld.


Wasserleitungen sind 50 Jahre alt

Heinz Jäger von den Stadtwerken erläuterte daraufhin die Erneuerung der Leitungen für Strom, Gas und Wasser. „Die Stromleitungen sind aus den 70er-Jahren, die Wasserleitungen sind 50 Jahre alt. Hier muss etwas passieren“, mahnte er an. Die Ingenieurgesellschaft IPP aus Kiel ist mit den Planungen beauftragt. Michael Hohage schilderte detailliert den Stand der Planungen zur Entwässerung. Sein entscheidender Satz dabei: „Keine Kosten für die Anwohner.“

Tempo-30-Zone oder Einbahnstraße?

 Einen wesentlich schwereren Stand hatte sein Kollege Leon Kirschner beim Thema Straßenoberfläche. Er nahm viele Anregungen und Einwände der Anwohner entgegen. Die Kampstraße sei ein Schulweg, daher ist die Verkehrsberuhigung ein großes Thema. Ob eine Tempo-30-Zone, die Umwandlung zu einer Einbahnstraße, die Einrichtung einer Spielstraße, dem Einbauen von Plateaus, wechselseitige Fahrbahnverengungen – viele Meinungen, die in die Planungsüberlegungen einfließen sollen. Hoch emotional geführt wurde das Thema Oberfläche. Ob Asphalt, Pflaster oder das jetzige Grobpflaster ist einer der wesentlichen Kostenfaktoren.

Eine grundsätzliche, entscheidende Frage für die Aufteilung der Kosten stellte Anwohner Reinhard Siegmeier: „Wo ist der Unterschied zwischen Ausbau und Reparatur? Geplant ist eine schlechtere Qualität durch Ersatz unseres schönen Natursteinpflasters durch Betonpflaster. Warum ist das ein Ausbau mit Umlage von Anwohnerbeiträgen? Mir liegen Bescheinigungen der Stadt vor, nach der Ausbaubeiträge nicht geplant sind. Die Stadt hat 60 Jahre nichts gemacht, jetzt werden die Erneuerungen der Versorgungsleitungen dazu genutzt, die Anwohner an den Kosten zu beteiligen. Die Diskussion, ob Ausbau oder Reparatur muss von der Politik geführt werden“. Diese Worte richtete er an die anwesenden Stadtvertreter. Dirk Rennekamp schloss die Veranstaltung mit der Feststellung: „Wir sind noch ganz am Anfang und können noch viel verändern. Entscheiden muss am Ende die Barmstedter Politik.“

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