Neujahrsempfang : Was Barmstedts Evangelische Kirchengemeinde 2017 auf den Weg gebracht hat

Pastor Klaus-Dieter Piepenburg (links) und Lothar Dietrich mit dem neuen Kalender.
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Pastor Klaus-Dieter Piepenburg (links) und Lothar Dietrich mit dem neuen Kalender.

Zahlreiche Gäste kamen zum Neujahrsempfang der Evangelischen Kirchengemeinde, darunter auch Bürgermeisterin Heike Döpke.

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09. Januar 2018, 12:30 Uhr

Barmstedt | Mit solch einem großen Andrang hatten die Kirchenverantwortlichen dann doch nicht gerechnet: Erst nachdem mehrere Gläser nachgestellt worden waren, konnte Pastor Klaus-Dieter Piepenburg die Anwesenden zum Neujahrsempfang der Evangelischen Kirche begrüßen. Außer der Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos), dem Bürgervorsteher Christian Kahns, den Bürgermeistern der umliegenden Gemeinden und den Vertretern des Amtes Rantzau konnte er auch zahlreiche haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter willkommen heißen.

In seinem Rückblick auf das Jahr 2017 stellte Piepenburg fest, dass die Fragen nach Krieg, Frieden, Terrorismus und Klimawandel immer drängender geworden sind. „Gerechtigkeit, Frieden und Wahrung der Schöpfung muss das Zusammenleben aller Menschen auf dieser Erde bestimmen“, so Piepenburg. Eine große Freude sei dagegen, dass die Heiligen-Geist-Kirche nach der umfangreichen Renovierung wieder voll genutzt wird. So konnten Konfirmationen, goldene Konfirmationen, Erntedankfest, Taufen und Trauungen wieder an diesem Ort gefeiert werden.

Positive Stimmung

„Wir haben viel positive Zustimmung zur Neugestaltung erhalten, auch in Form von Einzelspenden. Dafür unseren herzlichen Dank“, so Piepenburg. Besondere Veranstaltungen im vergangenen Jahr zum Reformations-Jubiläum waren ein Kirchenkabarett, Filme zum Thema Luther, Vorträge zur Reformation und ihrer Bedeutung sowie einer Ausstellung dazu in Sparrieshoop. Auch die Jubiläumfeier zu „125 Jahre Friedhof Barmstedt“ war ein herausragendes Ereignis wie die Visitation durch Probst Bergemann und seinem Stellvertreter Becker.

Das Jahr 2018 werde hauptsächlich durch das Jubiläum „300 Jahre Heiligen-Geist-Kirche Barmstedt“ geprägt werden. Gestartet werden soll dazu die Festwoche am Pfingstsonntag mit einem Gottesdienst und Empfang. Es folgen Vorträge über die Geschichte und Restaurierung des Gebäudes. Die Festwoche schließt mit zwei Konzerten. Im Februar sei eine Ausstellung in der Kommunalen Halle zur Geschichte des Gotteshauses geplant.

Bevor er seinen Dank an alle Mitarbeiter und Spender aussprach, nutzte Pastor Piepenburg die Gelegenheit, einen neu erschienenen Kalender mit Fotos der Kirche vorzustellen. Er ist im Kirchenbüro sowie der Buchhandlung Lenz für zwölf Euro erhältlich.

Sanierung der Kirche

Umfangreich und detailliert berichtete Lothar Dietrich von den durchgeführten und noch ausstehenden Sanierungsarbeiten am Kirchengebäude. Als Mitglied im Bauausschuss war er von Anfang an dabei. Eine erste Maßnahme im Jahr 2017 war die Sanierung eines Fensters und Ausstattung mit einem Glas, das keine UV-Strahlen hereinlässt. Damit werden die wertvollen Gemälde geschützt. Weitere Maßnahmen in 2017 waren Einbau von Treppengeländern, Räder für die Barock-Taufe, Beleuchtung auf den Emporen und von Lautsprechern. Diese missfallen allerdings dem Denkmalschutz, sodass nach einer neuen Lösung gesucht werden müsse.

Im neuen Jahr stehe der Austausch der Scheinwerfer, die den Turm beleuchten, an. Zur Senkung der hohen Stromkosten sollen LED-Lampen angebracht werden„Erfreulich ist die Nutzung des alten Torhauses in der Moltkestraße durch ein Backwarengeschäft mit Café der Bäckerei Hütter“, schloss Dietrich seinen Bericht.Willi Hachmann, Amtsvorsteher des Amtes Rantzau, dankte im Namen der Umlandgemeinden der Kirche für die Sanierung. In seiner Rückschau auf 2017 stellte er fest, dass in der Politik der Umgangston rauer geworden ist. „Ist das ein Zeichen unserer Zeit? Wir müssen zusammenstehen, zusammenhalten und gemeinsam mit Hoffnung nach vorne blicken – so gelingt ein gutes Miteinander“, so Hachmann.

Als letzter Redner trat der Bürgervorsteher der Stadt Barmstedt, Christian Kahns, ans Rednerpult. „Ich spüre Aufbruch in Barmstedt und spare mir einen Rückblick auf 2017“, so Kahns, der dann die wesentlichen Investitionen der Stadt Barmstedt im neuen Jahr vorstellte. Insgesamt wurden 45 Einzelmaßnahmen in eine Prioritätenliste aufgenommen und beschlossen. Ein Schwerpunkt sei die Planung und Neubau einer Feuerwache auf dem vorhandenen und angrenzenden Grundstück sowie Umbau des bestehenden Gebäudes. Dieses Vorhaben in einer Größenordnung von 5,2 Millionen Euro soll bis 2020 umgesetzt werden. Notwendig ist auch die Anschaffung von drei neuen Feuerwehrfahrzeugen bis 2021.

Ein weiterer Schwerpunkt der Investitionen betrifft den Neubau einer Kindertagesstätte. Das Bauvorhaben werde mit einer Summe von 1,9  Millionen Euro, davon 1,4 Millionen Euro Zuschüsse, eingeplant. Als Standort werde das Grundstück bei der Jugendbildungsstätte diskutiert, eine Entscheidung stehe noch aus. „Unser größtes Projekt in den nächsten Jahren ist die Sanierung der Schossinsel“, so Kahns weiter. Zehn Millionen Euro sollen in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren investiert werden. Zuschüsse hierfür gebe es vom Bund, Land und dem Denkmalschutz. „Ob wir uns das alles leisten können – ich weiß das nicht“, so Kahns nachdenklich. Auch bei der Sanierung der Straßen sei er sich nicht sicher, wie diese bezahlt werden sollen.

Wurden Barmstedter Bürger bisher mit 75 Prozent der Kosten beteiligt, habe die neue Landesregierung den Kommunen die Beteiligung der Bürger an den Kosten freigestellt. „Kann sich Barmstedt Straßensanierungen vor diesem Hintergrund überhaupt noch leisten? Oder sollen die Kosten auf alle Bürger umgelegt werden? 2018 wird spannend, was die Entscheidungen darüber angeht“, so Kahns. 

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