Barmstedt : Warum verschwinden die Insekten?

Der Nabu Barmstedt beobachtet einen Rückgang der Insekten in der Region.
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Der Nabu Barmstedt beobachtet einen Rückgang der Insekten in der Region.

Rückgang der Artenvielfalt: Der Nabu Barmstedt lädt zu einem Vortrag ein.

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03. Januar 2018, 16:00 Uhr

Barmstedt | Der Nabu Barmstedt blickt wieder auf ein arbeitsreiches Jahr zurück. Mehr als 500 Arbeitsstunden leisteten die Mitglieder in den vergangenen zwölf Monaten, berichtet der Vorsitzende Hans-Peter Lohmann. Die Pflege des Klein Offenseth-Bokelsesser Moores habe daran einen großen Anteil gehabt. Sorgen bereite dem Nabu der Artenschwund in der Region. „Hier ist die Politik gefordert, mit gezielten Maßnahmen einen weiteren Rückgang zu stoppen. Letztendlich wird der Verbraucher entscheiden, wie sich die Landwirtschaft in Zukunft aufstellt, wie unsere Landschaft genutzt wird“, so Lohmann.

Einen Rückgang der Tiere beobachte nicht nur Monika Lohmann vom Nabu Barmstedt bei ihren Zählungen der Tagfalter im Rahmen des Tagfalter-Monitoring Deutschland, so der Vorsitzende weiter. „Der Rückgang der Insekten in unserer Umwelt gibt Anlass zu Vermutungen, auch im Bereich der Amphibien.“ Bei der Krötensammelaktion an der Pinneberger Landstraße waren die Zahlen laut Lohmann im vergangenen Jahr zurückgegangen. Die Gründe dafür seien unklar. „Wir hoffen, im Frühjahr bei der Krötensammelaktion wieder mehr Amphibien sammeln zu können, als es 2017 der Fall war“, sagt der Vorsitzende.

Mit dem Thema „Rückgang der Artenvielfalt“ wird sich der Nabu am Donnerstag, 15. Februar, ab 19.30 Uhr im Barmstedter Humburg-Haus ausführlich beschäftigen. Dann wird Thomas Behrends von der Nabu-Landesstelle Wasser über die Veränderungen in der Insektenwelt unserer Landschaft berichten. An ausgewählten Beispielen sollen Veränderungen der Landschaft, der Lebensräume und das damit einhergehende Verschwinden von Insektenarten vorgestellt werden.

Hinsichtlich des Artenrückgangs müsse ein Umdenken von allen Seiten kommen, so Lohmann weiter. „Ein Beispiel aus unserem Bereich: Die Kommunen sind zur Pflege der Gräben und Wegränder verpflichtet. Eine Reduzierung der Pflege würde vielen Pflanzen und Tieren helfen, zu überleben. Da unsere Wiesen und Äcker ohne Wildblumen sind, werden blühende Wegränder als Lebensraum für Insekten und Kleintiere immer wichtiger. Außerdem würde eine Reduzierung der Mäheinsätze sich auch finanziell für die Gemeinden lohnen.“ Lobenswert sei der Einsatz einiger Landwirte in und um Barmstedt herum: Sie hatten laut Nabu Wildblumenäcker angelegt und „schaffen somit zumindest für einige Tier-Arten einen Ersatz-Lebensraum auf Zeit in der ansonsten sehr verarmten Kulturlandschaft in Schleswig-Holstein“.

Neben dem Rückgang der Artenvielfalt hat sich der Nabu im vergangenen Jahr um weitere Projekte gekümmert: „Im Zuge ihrer mehr als 500 Arbeitsstunden haben die Mitglieder im vergangenen Jahr am Sielberg einen vor Jahren angelegten Knick gepflegt und die beiden Feuchtwiesen am Heederbrook und in Groß Offenseth-Aspern teilweise von Hand gemäht“, berichtet Lohmann. „Ebenfalls sehr aufwändig war wieder die Reinigung und Kontrolle der vielen hundert Nistkästen, die wir betreuen. Dabei werden wir auch von unserer Barmstedter Naju-Gruppe unterstützt“, so Lohmann. Die Gruppe existiere seit 2004, betreut werden die Mitglieder von Katja Erber aus Hemdingen und Ernst-Reimer Saß aus Barmstedt. „Ohne ihre Hilfe könnten wir keine verlässliche Jugendarbeit im Naturschutz anbieten“, sagt Lohmann.

Für das neue Jahr hat der Nabu außer dem Vortrag zum Rückgang der Artenvielfalt und den Stammtisch-Treffen sieben weitere Veranstaltungen für Interessierte geplant. Am Donnerstag, 18. Januar, 19.30 Uhr, steht im Humburg-Haus die Reise zum Elefantenflüsterer auf dem Programm. Christine Pagel wird dann Fotos aus dem südafrikanischen Wildreservat Thula Thula zeigen. Am Freitag, 2. März, lädt der Nabu Barmstedt zur Jahreshauptversammlung ins Restaurant „Zum Bootssteg“ am Rantzauer See ein. Für Sonntag, 15. April, ist ab 8.30 Uhr die beliebte Vogelstimmentour auf dem Barmstedter Friedhof mit Hans-Peter Lohmann und Hans-Jürgen Raddatz geplant. Im Klein Offensether Moor lädt Birgitt Piepgras für Freitag, 11. Mai, zu einem Leuchtabend ein. Fledermäuse und Eulen stehen bei einem Vortrag samt Exkursion am Freitag, 25. Mai, in Barmstedt auf dem Programm. Am Freitag, 8. Juni, können gemeinsam mit dem Nabu heimische Wiesenvögel bei einer Radtour im Bereich Hellwieser Chaussee beobachtet werden. Und für Sonntag, 1. Juli, lädt Monika Lohmann zu einer Naturführung entlang des Wanderwegs an der Krückau in Barmstedt ein.

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