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„Seegarten“ in Barmstedt : Warten auf die Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Zwölf Zimmer im ehemaligen Hotel in Barmstedt sind seit Monaten ungenutzt. Die Stadt muss trotzdem Miete zahlen.

shz.de von
erstellt am 21.Mai.2016 | 15:58 Uhr

Barmstedt | Die zwölf Zimmer im ehemaligen Hotel „Seegarten“ am Rantzauer See sind seit drei Monaten bezugsfertig – für bis zu 24 Flüchtlinge, die die Stadt dort unterbringen will. Doch bislang ist niemand eingezogen – und die Stadt bleibt auf den Kosten für die Miete und den Umbau sitzen. „Zurzeit ist keine Belegung notwendig, weil kaum noch Flüchtlinge bei uns ankommen“, erklärte Stadtsprecher Wolfgang Heins auf Anfrage dieser Zeitung.

Da jeder Tag Leerstand Geld koste – wie viel, wollte Heins nicht sagen –, versuche die Verwaltung, die Räume anderweitig zu nutzen. „Wir überlegen, ob wir sie zum Beispiel an Monteure vermieten, die für die Stadtwerke arbeiten und vorübergehend in Barmstedt wohnen“, sagte Heins. Nach Informationen unserer Zeitung hat die Verwaltung zudem den Eigentümer gefragt, ob sie vorzeitig vom Mietvertrag zurücktreten könne – doch der soll abgelehnt haben. Der Vertrag soll auf fünf Jahre abgeschlossen sein. „Die Kosten für die Unterbringung von Flüchtlingen übernimmt letztendlich aber der Bund, die holen wir uns zurück“, sagte Heins. Auch rechneten in der Verwaltung „alle damit, dass uns irgendwann wieder mehr Flüchtlinge zugewiesen werden und wir dann die Räume benötigen“. Laut Fachamtsleiter Uwe Dieckmann sollen im „Seegarten“ Familien unterkommen. Er hatte bereits Ende Februar vermutet, dass die ersten Zimmer frühestens im Sommer bezogen werden statt – wie ursprünglich geplant – im Frühjahr.

Barmstedt ist indes nicht die einzige Stadt, die Probleme mit hohen Leerstandskosten hat – auch andere Kommunen kämpfen wegen ausbleibender Flüchtlinge mit Überkapazitäten. Und auch das Land selbst hat Schwierigkeiten: Aktuell versucht das Innenministerium, 2500 Container loszuwerden, die zur Unterbringung von Flüchtlingen angeschafft wurden, aber nicht benötigt werden (diese Zeitung berichtete). Kostenpunkt: 12,5 Millionen Euro.

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