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Barmstedter Zeitung

20. August 2017 | 23:15 Uhr

Barmstedt : Wanderweg bis Sommer gesperrt

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Schock für Jogger und Spaziergänger: Da der Abwasserzweckverband einen neuen Regenwasserkanal verlegt, bleibt die Strecke um den Rantzauer See erst einmal gesperrt.

Bald wird es ernst: Ab April wird der Krückauwanderweg östlich des Rantzauer Sees für etwa drei Monate gesperrt. Ein Spaziergang um den See wird folglich nicht mehr möglich sein. Grund: Der Abwasserzweckverband (azv) wird unter dem Weg zwischen Freibadbrücke und Spitzerfurth einen neuen Regenwasserkanal verlegen. „Wir starten am 31. März, und die Arbeiten werden voraussichtlich 14 Wochen dauern“, sagte Projektleiter Jan Rogge, der das Vorhaben im Umweltausschuss vorstellte. Die lange Sperrung sei „unglücklich, weil unser einziges Anliegen der Tourismus ist“, sagte Hans-Christian Hansen (SPD). Rogge versicherte, der azv sei „optimistisch, dass wir die Zeit einhalten können. Aber versprechen können wir nichts.“

Der azv investiert in die Verlegung des neuen Regenwasserkanals etwa 650 000 Euro. Das Rohr werde per „Microtunneling“ in die Erde gebracht, erklärte Rogge. „Das ist das teuerste, aber auch modernste und ökologisch beste Verfahren. Es werden keine Stamm- und Wurzelschäden an den Bäumen am Wanderweg entstehen.“ Neben der Krückaubrücke am Freibad müssten allerdings sechs Bäume gefällt werden, für die aber Ersatz gepflanzt werde. Eine Sanierung des alten Kanals, der neben dem Wanderweg liegt, sei verworfen worden, sagte Rogge. „Er liegt zum Teil auf Privatgrund, den wir nicht erwerben konnten.“

Durch das neue Rohr werde mit 380 Litern pro Sekunde doppelt so viel Wasser fließen können wie durch das bisherige, sagte Rogge. Elmshorn und weitere, südlich von Barmstedt gelegene Krückaugemeinden müssten trotzdem keine Flutwellen befürchten: „Es gibt ja weiter südlich wieder Engpässe in der Au.“

CDU will mit Schilf die Pläne stoppen

Die Christdemokraten wollten die Planung des azv noch stoppen: Sie beantragten, auf der Lübbingschen Wiese neben dem Krückauwanderweg einen Schilfgürtel anzulegen. „Dort könnte das Regenwasser aus der Stadt geklärt und gekühlt werden und dann in den Rantzauer See fließen“, erläuterte Ernst-Reimer Saß. „Dann wäre die Erneuerung des Rohrs überflüssig.“ Der Antrag sei „gut, aber vielleicht ist die Lösung zu einfach“, sagte Hans-Christian Hansen. Dennoch sollte man „die Idee weiter verfolgen.“ Axel Schmidt (FWB) gab zu bedenken, ein solches Projekt bedürfe „umfangreicher Voruntersuchungen und wird auch nicht für lau zu haben sein. Es ist reizvoll, aber jetzt ein ziemlicher Schnellschuss.“ Das sah auch Rogge so: „Der Zug rollt. Er ließe sich stoppen, aber wir haben schon einen immensen Aufwand betrieben.“ Zudem bestehe die Gefahr, dass sich das Wasser nach Starkregenfällen „mehr in Richtung Stadtgebiet“ staue, weil die Wiese nicht so viel auf einmal aufnehmen könne. Letztlich wurde der Antrag mehrheitlich abgelehnt.

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erstellt am 01.Feb.2014 | 12:00 Uhr

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