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Barmstedter Zeitung

23. November 2017 | 10:43 Uhr

Waldkinder feiern Geburtstag

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Großes Fest 20 Jahre Gruppe „Die kleinen Spechte“ der Barmstedter Kita Rasselbande / Spaß beim freien Spiel in der Natur

Seit 20 Jahren gibt es sie: die Waldgruppe „Die kleinen Spechte“ der Barmstedter Kita Rasselbande (Raba). Das Ereignis wurde vor kurzem am Standort der „Waldis“ im Rantzauer Forst unter rauschenden Blättern mit vielen Gästen gefeiert. Die Eltern der Raba brachten Getränke und Kuchen mit, die Besucher Besteck, Teller und Becher. Eltern und Erzieherinnen hatten Tische unter den Bäumen aufgestellt und Zelte aus Stöcken und Stoffplanen gebaut.

Die Besucher blätterten im Zeittunnel in Alben mit Fotos von den Aktivitäten der Waldkinder. Ein Barfußpfad lud zum Sinneserleben ein. Die Elternsprecher Sönke Steenfatt und Annika Bauer begrüßten die Gäste, unter ihnen Hans-Albrecht Hewicker, Forstdirektor im Ruhestand, und Förster Hubert Bock, und überreichten der Waldgruppe einen Technik-Kasten als Geschenk der Eltern.

Kitaleiterin Heike Engel stellte die Erziehergruppe „Raba forest fairies“ vor, die das Publikum mit einem selbst gedichteten Lied erheiterte. Hewicker, der während der Entstehung der Waldgruppe das Forstamt Rantzau geleitet hatte und im Vorstand der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald war, erinnerte an die Anfänge, als große bürokratische Hürden aus dem Weg geräumt werden mussten. „Der erste Waldkindergarten wurde 1992 von zwei Erzieherinnen in Flensburg gegründet, die die Idee aus Dänemark mitgebracht hatten“, sagte er, der selbst von dem Konzept angetan war. Als die Rasselbande mit dem Wunsch einer Waldgruppe an ihn herantrat, half er, einen geeigneten Platz zu finden und behördliche Bedenken aus dem Weg zu räumen. Die Idee sei damals von den Behörden sehr angezweifelt worden, weil ja nichts genormt gewesen sei, sagte Hewicker. „Wir hatten mit Bedenken zu kämpfen, wo die Kinder bei Regen und Kälte unterkämen, wie das Waldstück eingezäunt werden könne und vor allem, wo denn sanitäre Einrichtungen seien“, sagte er. Schließlich habe der Landtag einstimmig beschlossen, dass die Kinder ihren körperlichen Bedürfnissen im Wald nachkommen dürfen.

„Der Waldgruppe steht nördlich der Vosslocher Chaussee eine sehr große Waldfläche zur Verfügung“, sagte Hewicker und weiter: „Waldkinder haben große Erlebnismöglichkeiten beim freien Spiel in der Natur und gewinnen Sicherheit und Selbstvertrauen.“ Sie könnten ihrer Fantasie freien Lauf lassen, fänden ihr Spielzeug in der Natur und hätten einen Bezug zur Umwelt. Er verkündete eine Neuigkeit aus der Landespolitik. Es liege ein Gesetzentwurf der Landesregierung zur Änderung des Landeswaldgesetzes vor, in dem die waldpädagogische Nutzung zur Zweckbestimmung des Waldes gehören soll, um die Bedeutung des Waldes nachhaltig im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern und die Notwendigkeit seines Schutzes zu gewährleisten. Verankert werde darin die Förderung naturnaher Erziehung von Kita-Kindern. „Der Zulassung etwa eines Bauwagens für den Waldkindergarten steht dann nichts mehr im Wege“, so Hewicker. Das sei die erste richtige gesetzliche Grundlage für Waldkindergärten.

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