Kommunalwahl 2018 : Wählergemeinschaften überzeugen im Amtsbezirk Rantzau

In Bullenkuhlen ist die konstituierende Sitzung der Gemeindevertretung für den 13. Juni geplant. Spitzenkandidat für den Bürgermeister-Posten ist Willi Hachmann.
In Bullenkuhlen ist die konstituierende Sitzung der Gemeindevertretung für den 13. Juni geplant. Spitzenkandidat für den Bürgermeister-Posten ist Willi Hachmann (rechts). Links: Amtsdirektor Heinz Brandt.

Obwohl in Lutzhorn, Bevern und Bullenkuhlen nur eine Wählergemeinschaft antrat, gingen dort überdurchschnittliche viele Wähler zur Wahl.

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11. Mai 2018, 12:00 Uhr

Lurzhorn | In vier Gemeinden des Amtsbezirks Rantzau stand bei der Kommunalwahl der Wahlsieger bereits vorher fest. Dort trat jeweils nur eine Wählergemeinschaft an, die am Ende des Wahltags jeweils 100 Prozent der Stimmen erhielten. Dennoch: Sowohl in Lutzhorn als auch in Bullenkuhlen und Bevern lag die Wahlbeteiligung bei knapp 60 Prozent und war damit deutlich höher als in Barmstedt und dem Kreis Pinneberg.

„Was soll ich denn überhaupt noch wählen?“

Nur in Groß Offenseth-Aspern, wo die CDU nicht mehr zur Wahl angetreten war, gingen lediglich 48 Prozent der Stimmberechtigten wählen. „Wir haben eine ruhige Wahl mit einer nur mäßigen Wahlbeteiligung von knapp 50 Prozent erlebt“, sagte Bürgermeister Werner Schlüter. „Ein Wähler hat seine Meinung auf dem Wahlschein hinterlassen mit der Botschaft: ,Was soll ich denn überhaupt noch wählen‘?“, berichtete er.

Für ihn sei die Konstellation mit nur einer Wählergemeinschaft aber nicht weiter aufregend, da es das in anderen Dörfern bereits seit mehreren Jahren so gebe, so Schlüter weiter. „Nach dem Wahltag haben wir von der Freien Wählergemeinschaft unser 40-jähriges Bestehen mit einem gemeinsamen Grillen gefeiert. Dazu sind fast alle Mitglieder erschienen. Auch das gehört zur Politik im Dorf“, so Schlüter.

In Lutzhorn lag die Wahlbeteiligung bei 59,67 Prozent. Dort tritt sei Jahrzehnten die Freie Wählergemeinschaft an. Spitzenkandidat ist Bürgermeister Hans-Jürgen Kublun. „Für unser Dorf kann ich feststellen: Die Lutzhorner gehen wählen und nehmen ihre Verantwortung wahr“, sagte er. „Das zeigt die Wahlbeteiligung von fast 60 Prozent. Vieles an Anfragen konnte im Vorfeld bei der Kandidatenvorstellung geklärt werden“, so Kublun weiter.

Wählergemeinschaft aus Tradition

Kritischer sieht Beverns Bürgermeister Johann Hachmann (BWB) die Gemeindewahl. „Diese Wahl hätten wir uns sparen können. Das Ergebnis entspricht exakt der Reihenfolge unserer Aufstellung und zeigt damit die hohe Akzeptanz der Bürger.“ Das in Bevern Politik nur von einer Wählergemeinschaft gemacht werde, habe eine lange Tradition. „Seit fast 50 Jahren gibt es hier nur eine Partei. Auch meine Vorgänger kamen aus der Wählergemeinschaft. Wichtig ist doch, dass alle zufrieden sind“, so Hachmann.

Auch in Bullenkuhlen war die Wahl eher eine Bestätigung der Kandidaten, die die Bürgerliche Wählergemeinschaft Bullenkuhlen bereits im Februar aufgestellt hatte. „Da wir derzeit kein strittiges Thema haben und alle im Sinne der Gemeinde handeln, fehlt auch keine andere Partei. Wir sind in den letzten 20 Jahren gut damit gefahren, so zu handeln“, meint Bürgermeister Willi Hachmann.

Auch als Amtsvorsteher des Amts Rantzau zieht er eine positive Bilanz der Wählergemeinschaften. „Sie haben sich in den 1970er-Jahren gebildet, als die politischen Parteien nicht mehr genug Kandidaten für eine eigene Liste gefunden haben. Die daraus entstandenen Bündnisse haben sich bewährt und sind heute im Bereich des Amts Rantzau stark vertreten. Dennoch befürworte ich in den größeren Kommunen mehrere Parteien im Sinne einer politischen Vielfalt“, sagte Hachmann.


 

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