Hemdingen : Vorfreude macht Abschied leichter

Wie vielfältig der Job als Schulleiterin ist, zeigt dieses Foto: An diesem Tag besuchte Helga Schmidt mit Schülern die Pferdeklinik Fister in Bilsen.
Wie vielfältig der Job als Schulleiterin ist, zeigt dieses Foto: An diesem Tag besuchte Helga Schmidt mit Schülern die Pferdeklinik Fister in Bilsen.

Helga Schmidt (63), Schulleiterin der Grundschule Hemdingen/Ellerhoop, geht zum Schuljahresende in den Ruhestand.

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19. März 2014, 17:03 Uhr

Helga Schmidt, Schulleiterin der Grundschule Hemdingen/Ellerhoop, geht zum Schuljahresende im Sommer in den Ruhestand. Das teilte die 63-Jährige vor Kurzem mit. Einerseits bedauere sie ihren Schritt ein wenig, da sie mit Leib und Seele Lehrerin sei. Ihre Arbeit sei genau die, die sie schon als Schülerin machen wollte. „Kinder sind faszinierend“, sagt sie. „Sie sind so aufrichtig und logisch, und es ist toll, mit ihnen zu arbeiten.“

Andererseits wird im Sommer auch ihr Mann, der als Lehrer an der Berufsschule in Pinneberg tätig ist, in Pension gehen. „Wir können mehr zusammen unternehmen, außerdem habe ich als achtfache Oma endlich Zeit, mich ausgiebig mit meinen Enkeln zu beschäftigen“, sagt sie erfreut.

Jeweils Mitte der 70er-Jahre sowie Anfang des neuen Jahrtausends unterrichtete Schmidt an der Hemdinger Schule. Als Junglehrerin sammelte sie dort von 1974 bis 1978 Erfahrungen im dritten und vierten Jahrgang. „Es war eine schöne Zeit“, sagt sie mit Blick zurück. Nicht nur Unterricht, auch Flötenkurse, die Volkstanzgruppe sowie Klassenreisen: die Schule hat ihr Spaß gemacht.

2005 bewarb sie sich erneut an der Schule, diesmal als Leiterin. „Es war wie nach Hause kommen, alle haben mich freundlich empfangen“ so Schmidt. Direkt ins Schwärmen gerät sie. „So eine gemütliche, kleine Schule, jeder kennt jeden.“ Die Kinder seien dort gut aufgehoben. „Zum Glück haben wir einen Schulträger, der vieles möglich gemacht hat“, so Schmidt – wie etwa den Dachausbau für die Einrichtung des Computerraums, das Musikzimmer und den Bücherei-Umzug unter den Giebel.

Die betreute Grundschule „Mauseloch“ hat einen vernünftigen Raum mit Zugang zur Küche erhalten, das Lehrerzimmer wurde mit neuen Möbeln ausgestattet, das Sekretariat renoviert. „Neben der einsatzfreudigen Elternschaft haben wir die ältere Generation zur Unterstützung bei Zusatzangeboten in die Schule geholt“, so Schmidt. Sie bieten ehrenamtlich Plattdeutsch, „Freude am Lesen“ über den Verein „Mentor“ sowie ein Fußballtraining an. „Ein ausbaufähiges Feld“, sagt Schmidt. „Nach dem Pisa-Schock haben wir uns erfolgreich der Verbesserung der Lesefähigkeit der Kinder zugewandt“, so Schmidt.

Ein Zuckerschlecken sei ihre Position dennoch nicht. „Schulleiterin zu sein ist mehr als ein Vollzeitjob“, hat sie lernen müssen. Dafür zu sorgen, dass Kinder, Kollegen und Eltern zu ihrem Recht kommen, sei manchmal ein Balanceakt, und die Führung sei auf Solidarität und Einsatz aller angewiesen. Dabei erhalten die Schulsekretärinnen Martina Zurawski und Ursula Baasch sowie Hausmeister Jörn Clasen ein dickes Lob. „Ohne Martina wäre ich wohl manchmal beinahe untergegangen“, sagt Schmidt schmunzelnd. Clasen sei ein Hausmeister, wie man ihn sich nicht besser wünschen könne.

Als Junglehrerin erlebte Schmidt die Hemdinger Schule noch als durchgängig zweizügige Grund- und Hauptschule. „Heute haben wir sechs Grundschulklassen und die künftigen Schülerzahlen sehen zum Glück stabil aus“, sagt sie. Vor drei Jahren schlüpfte die Grundschule Ellerhoop unter ihre Führung. „Die Praxis gestaltete sich schwierig“, so Schmidt. Sie freut sich darüber, dass die Barmstedter Gemeinschaftsschule bald die von der Schließung bedrohte Außenstelle Ellerhoop übernehmen wird. Am 1. August soll die Kooperation beginnen.

Und nun? Mit welchen Gefühlen verlässt sie das Berufsleben? „Ich freue mich auf meinen Garten, Wohnwagen-Touren in die Berge, auf Sommerferien mit Kindern und Enkeln, auch auf weite Reisen wie etwa nach Indien“, sagt Schmidt. Diese Aussichten würden ihr den Abschied etwas leichter machen.

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