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Info-Termin in Bokel : Volksbank dicht: Wie geht es weiter?

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Statt der Filiale in Brande-Hörnerkirchen: Kunden können sich telefonisch an das Service-Center wenden.

Bokel | Die Volksbankfiliale in Brande-Hörnerkirchen hat Ende März wie angekündigt ihre Türen geschlossen. Aller Protest der Bürger im Amtsbezirk blieb erfolglos. Nun geht es darum, die Zukunft zu regeln und den Verlust der letzten Bank vor Ort bestmöglich abzufedern. Vor allem ältere Menschen vermissen „ihre“ Bank, die sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen konnten. Daher sollen die Senioren von der Volksbank ganz gezielt über alternative Möglichkeiten informiert werden. Der Auftakt wurde in Bokel gemacht, wo Arne Witt von der Volksbank Pinneberg-Elmshorn jüngst beim Kaffee-Nachmittag des Seniorenclubs vorbeischaute. Im Gepäck hatte er nicht nur Infos zur Bankschließung, sondern auch Kuchen.

Bevor der Bankbetriebswirt auf die Zukunft einging, warf er noch einmal einen Blick zurück und nannte verschiedene Gründe, die zur Schließung der Volksbank-Filiale im Norden des Kreises Pinneberg geführt haben. Dazu zählten neue Gesetze als Folge der globalen Finanzkrise, das boomende Online-Banking, die abnehmende Bankentreue – und vor allem die extrem niedrigen Zinsen.

„Wir wissen, dass die Schließung große Auswirkungen hat“, betonte Witt. Gut 30 Senioren lauschten seinen Worten und hörten, dass der durchschnittliche Volksbank-Kunde nur noch ein- bis zweimal pro Jahr ein persönliches Beratungsgespräch suche. Etwa 20 Mal pro Jahr gehe er an den Geldautomaten. Überschaubare Zahlen im Vergleich zum Online-Banking, das jeder Volksbank-Kunde im Schnitt rund 120 Mal pro Jahr nutze.

Insbesondere die niedrigen Zinsen hätten dazu geführt, „dass wir handeln und an unsere Kosten ran mussten“. Dieser Schritt sei „alternativlos“ gewesen. Auch die Filiale in Brande-Hörnerkirchen habe sich „leider nicht gerechnet“. Statt zur Bank im Dorf zu gehen, stehe den Kunden nun ein Service-Center offen, das über die Telefonnummer (0  41  01) 50  10 erreichbar sei. Fünf Ansprechpartner gebe es dort, unter anderem Birgit Harder, die viele Jahre lang auch die Filiale in Hörnerkirchen betreute. Zu den Leistungen des Kunden-Centers gehören das Ausführen von Überweisungen, Auskünfte über Kontostand und Umsätze, erste Hilfe beim Online-Banking oder Infos zu Geldanlagen, Krediten und Freistellungsaufträgen. Noch nicht spruchreif seien der angedachte Geldbote und das Briefkasten-System.

Bevor Witt das Wort ergriff, hatte Seniorenclub-Chefin Hannelore Ahsbahs auf die Bedeutung der Filialschließung hingewiesen. Geld sei „immer ein sensibles Thema“. Und vor allem ältere Menschen würden sich „Beständigkeit und Zuverlässigkeit wünschen“. Von der Volksbank erhoffte sie sich „langfristig umsetzbare Vorschläge“. Knapp 100  000 Kunden habe die Volksbank Pinneberg-Elmshorn. Etwa 400 Mitarbeiter kümmerten sich um deren Wünsche und Geldgeschäfte, sagte Witt. „Allen gegenüber haben wir eine große Verantwortung.“

Wer sich in Bokel nicht über die Bankenzukunft informieren konnte: Am Donnerstag, 13. April, schaut Arne Witt bei den Senioren in Westerhorn vorbei. Dort trifft sich die Runde um 15 Uhr im Lindenhof. Und nach Ostern sollen dann auch die Senioren in Brande-Hörnerkirchen über die Möglichkeiten des Kunden-Service-Centers der Volksbank Pinneberg-Elmshorn aufgeklärt werden.

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