Rantzauer See : Vogeldreck verärgert Badegäste

Von Dreck keine Spur: Gestern wurde die Liegewiese gesäubert – für das Kinderfest.
Von Dreck keine Spur: Am Freitag wurde die Liegewiese gesäubert – für das Kinderfest.

Die Liegewiese am Rantzauer See ist häufig verkotet. Die Stadtwerke Barmstedt fühlen sich nicht zuständig – die Stadt hat auch keine Lösung.

shz.de von
30. Juni 2018, 15:56 Uhr

Barmstedt | Es sei „nur ein geringes Problem“, sagt Günter Thiel (BALL), „aber die Bedeutung ist enorm“. Gemeint sind die Hinterlassenschaften der Enten und Gänse, die sich auf der Liegewiese der Badestelle am Rantzauer See tummeln und den menschlichen Besuchern so den Spaß verderben. Die Stadt müsse dringend versuchen, das Problem in den Griff zu bekommen, forderte Thiel im Werkausschuss – und hatte gleich einen Vorschlag: „Man könnte einen Mitarbeiter dafür abstellen oder einen Rentner anheuern, der pro Tag vielleicht eine Stunde die Wiese reinigt. Das würde für die gesamte Saison keine 2000 Euro kosten.“ Die Kita Rasselbande etwa sammle den Kot auf, wenn sie die Badestelle besuche, sagte Thiel. Teilweise lägen nach privaten Reinigungsaktionen an den Bäumen „riesige Haufen“.

Ernst-Reimer Sass (CDU) sah auch die Badegäste selbst in der Pflicht. „Wir müssen die Leute darauf aufmerksam machen, dass sie die Vögel nicht füttern sollen.“ Teilweise seien die Enten schon so dreist, „dass sie auf die Decken gehen und gucken, ob was in den Taschen liegt“. Auf dem Hinweisschild sollte auch stehen, dass das Füttern nicht nur für unangenehme Haufen sorge, „sondern auch für die Vögel selbst tödlich sein kann“, ergänzte Klaus Kuberzig (BALL). So seien etwa in Hamburg vor kurzem sechs Zwergschwäne verendet, die mit vergammeltem Brot gefüttert worden waren.

Die Stadtwerke, die die Badestelle betreiben, sehen sich jedoch nicht in der Verantwortung, etwas zu unternehmen. Es gebe zwar Beschwerden von Badegästen über die verkotete Wiese, sagte Werkleiter Fred Freyermuth auf Anfrage unserer Zeitung, „und es kommt immer mal wieder der Wunsch, dass wir uns des Themas annehmen. Aber wir sehen da eher die Verwaltung am Zug.“ Die Stadtwerke „kämpfen seit Jahren gegen den Dreck“, sagte er und ergänzte: „Irgendwann haben wir es aufgegeben.“ Es helfe nicht, „dass wir Mitarbeiter abstellen, die dort ständig sauber machen. Die Stadt muss das Problem mal bei der Wurzel packen.“ Denn die Verunreinigungen durch Gänse und Enten beträfen nicht nur die Liegewiese, sondern den gesamten See-Bereich. „Und sie beeinträchtigen natürlich auch die Wasserqualität.“

Problematisch seien aus seiner Sicht vor allem die Gänse, sagte der Werkleiter. „Es sind weniger als früher, aber teilweise noch immer zu viele für den See.“ Hinweisschilder würden nicht viel bringen, vermutet er. „Es gibt ja schon welche am See.“ Jetzt sei die Stadt gefragt, „sich eine nachhaltige Lösung zu überlegen“, sagte Freyermuth. „Wir haben dazu keine Lust mehr.“

Doch auch in der Verwaltung herrscht Ratlosigkeit. Es gebe noch „keine endgültige Lösung“, sagte Pressesprecher Wolfgang Heins. Die Vögel zu jagen, werde das Problem so schnell nicht lösen, „zurzeit herrscht Jagdverbot“. Und über die Zuständigkeit für die Reinigung müsse man sich wohl „auf höchster Ebene einigen“ – sprich Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos) mit Werkleiter Freyermuth. Für das Kinderfest, das am Sonnabend gefeiert wurde, war die Liegewiese auf Bitten von Peter Gottschalk (FWB) jedenfalls gründlich gereinigt. Vom Bauhof.

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