zur Navigation springen

"Xavier" und die Folgen : Viele Wege in Barmstedt gesperrt

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Der Barmstedter Bauhof beseitigt Schäden. Einige Wanderwege bleiben gesperrt. Die Stadt warnt vor dem Betreten baumreicher Gebiete.

shz.de von
erstellt am 06.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Barmstedt | Nach dem Sturmtief Xavier am Donnerstag durch Barmstedt gefegt ist, hat Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos) alle Bürger dazu aufgerufen, „baumreiche Gebiete bei Sturmwarnungen möglichst zu meiden“. Man sehe Bäumen nicht an, ob sie dem Sturm standhielten. „Auch vermeintlich gesunde Bäume können durch aufgeweichte Böden und starke Böen umkippen“, so Döpke. Gesperrte Straßen und Wege seien an anderer, sicherer Stelle zu umgehen oder zu umfahren. Wie berichtet, hatten einige Passanten die Absperrungen am Küsterkamp zunächst ignoriert. Derartiges Verhalten grenze an Leichtsinn, ergänzte Döpke.

Auch Barmstedts Polizeichef Sascha Schmidt zeigte sich „irritiert“ über das Verhalten einiger Bürger. „Wir mussten sie davon abhalten, gesperrte Wege oder den Wald zu betreten“, sagte er gestern, „manche wollten tatsächlich noch mit ihrem Hund in den Wald gehen.“ Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten warnen ebenfalls noch davor, die Wälder zu betreten. Die Bäume seien noch voller Laub, und „besonders bei aufkommenden Winden können noch Bäume umstürzen und lockere Äste zu Boden fallen“, so Pressesprecherin Nadine Neuburg.

In Barmstedt seien zurzeit noch die Verlängerung des Küsterkamp bis zur Brücke sowie Teile des Krückauwanderwegs gesperrt, wie Heiko Lichy (Ordnungsamt) gestern mitteilte. Der Bauhof habe die gröbsten Schäden beseitigt, doch die weiteren Arbeiten würden voraussichtlich noch bis Anfang der Woche dauern. „Der aufgeweichte Boden macht eine Arbeit auch mit schwerem Gerät problematisch“, so Lichy. Insgesamt sei der Bauhof am Donnerstag vier Mal im Einsatz gewesen, um „unmittelbare Gefährdungen, etwa durch Bäume auf der Fahrbahn, zu entfernen“. Von Sturmschäden sei das gesamte Stadtgebiet betroffen gewesen, so Lichy – unter anderem die Straßen Auf der Ohe, Höllner Weg, Jittkamp, Spitzerfurth und der Seepark.

Die Feuerwehr war zu elf Einsätzen ausgerückt, das THW zu sieben – allerdings nicht in Barmstedt, wie der Ortsbeauftragte Stefan Schrade berichtete. „Wir waren in Hasloh, Quickborn und Bönningstedt.“ Teilweise hätten die insgesamt 16 Einsatzkräfte drei Einsätze gleichzeitig abgearbeitet. „Überall waren große Bäume auf Häuser oder Carports gekracht.“ Der dramatischste Fall sei in Bönningstedt gewesen: „Da war eine riesige Eiche auf ein Haus gestürzt. Das ist jetzt unbewohnbar.“ Der gesamte Einsatz habe von 15 Uhr bis Mitternacht gedauert, so Schrade.

Die Barmstedter Polizei sei mit sechs Beamten zu neun Einsätzen ausgerückt, wie Poilzeichef Schmidt berichtete. Der Sturm sei „innerhalb eines sehr kurzen Zeitfensters von 14 bis 14.30 Uhr so stark gewesen, dass wir gar nicht so schnell hinterherkamen“. Bei allen Einsätzen habe es sich um umgestürzte Bäume gehandelt, umgekippte Verkehrszeichen hätten die Beamten „nebenbei aufgestellt“. Der Schwerpunkt habe in Barmstedt, Bevern und Bokholt-Hanredder gelegen, sagte Schmidt. So seien mehrere Bäume auf die AKN-Strecke gestürzt – einer davon nahe der Großendorfer Straße – , und an der Elmshorner Straße (K  10) in Bevern sei ein kompletter Baum in einen Vorgarten gekracht. Es habe aber durch den Sturm weder Verkehrsunfälle gegeben, noch seien Personen durch umstürzende Bäume oder Äste verletzt worden, so Schmidt. Allerdings seien die Einsatzleitstellen von Polizei und Feuerwehr vor Anrufen „abgesoffen. Die Bürger mussten zum Teil recht lange warten.“

Auch die Polizei selbst habe teilweise Probleme gehabt, zur Leitstelle durchzukommen, weil das Funknetz überlastet gewesen sei, sagte Schmidt. Eine Erfahrung, die auch die Feuerwehren machten. „Zeitweise war kein Kontakt zur Leitstelle möglich“, sagte Beverns Wehrführer Stefan Timm. Einige Bürger hätten daraufhin direkt in der örtlichen Wache angerufen. „Wir konnten das aber nicht alles abarbeiten und haben die Anrufer gebeten, 112 anzurufen.“ Teilweise habe es dann eine Stunde gedauert, „bis der Alarm an uns weitergegeben wurde. Da hatten sich viele schon selbst geholfen.“

Für seine Wehr habe die Arbeit um 13.45 Uhr begonnen, sagte Timm. „Da rief mich ein Kamerad an und sagte, dass auf dem Dannesch große Äste liegen.“ Die habe er noch selbst weggeräumt, bevor es kurz darauf Schlag auf Schlag ging – allein an der Elmshorner Straße habe es drei Einsätze wegen umgestürzter Bäume gegeben. „Und zwischendurch haben wir noch mit einem Teleskopstapler herabhängende Äste beseitigt“, sagte Timm. Insgesamt seien neun Kräfte tätig gewesen, „dazu Landwirte mit Treckern“. Ein Baum sei in einen Rinderstall gefallen. „Es blieb aber beim Sachschaden“, so Timm. Gegen 19 Uhr sei der Einsatz beendet worden. „Auf den Spurbahnen haben wir später zwar noch einige Äste oder Bäume liegen sehen, aber die haben wir dann gelassen.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen