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Barmstedt/Langeln : Verwaltung sucht dringend weiteren Wohnraum im Amtsbezirk Rantzau

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Flüchtlingszahlen in Schleswig-Holstein steigen weiter an, die Plätze in den Unterkünften der Kommunen werden immer weniger. Die Flüchtlingsunterkunft des Amts Rantzau in Langeln ist bereits komplett belegt.

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2015 | 10:00 Uhr

Barmstedt/Langeln | Im Amtsbezirk Rantzau wird der Wohnraum für Flüchtlinge knapp. Die Stadt Barmstedt sowie die Ämter Rantzau und Hörnerkirchen seien derzeit insgesamt für 79 Asylbewerber zuständig, berichtet Henning Gülck von der Stadt Barmstedt auf Anfrage der Barmstedter Zeitung. „Nächste Woche ändert sich diese Zahl aber schon wieder.“ Drei bis vier Flüchtlinge bekomme das Amt Rantzau jeweils pro Monat dazu, erläutert Rainer Schattauer, Leiter des Ordnungsamts. Die Flüchtlingsunterkunft in Langeln sei bereits voll belegt. Daher suche die Verwaltung derzeit händeringend nach weiterem Wohnraum im Amtsbezirk. „Wir sind dankbar für jedes Angebot“, sagt Schattauer.

Die derzeitige Lage sei „katastrophal“, so Schattauer über die Asylproblematik. „Wir suchen nach freiem Wohnraum in der Region, aber das ist wirklich schwierig. Es gibt nur wenig Immobilien, die leer stehen.“ Stelle jemand seine Immobilie zum Kauf oder zur Anmietung zur Verfügung, würde das Amt anschließend prüfen, für wen die Unterkunft geeignet sei – bei Wohnungen zum Beispiel  für Flüchtlings-Familien, so Schattauer. „Das geschieht immer in Absprache mit dem Vermieter“, unterstreicht er. „Wir würden die Wohnung dann als Behörde anmieten.“

30 Personen finden laut Schattauer in der Flüchtlingsunterkunft in Langeln Platz, die weiteren Asylbewerber verteilen sich über das weitere Amtsgebiet. Ein Obdachloser sei derzeit noch in Langeln untergebracht, sonst wohnen dort Flüchtlinge – meist alleinstehende Männer – aus allen Teilen der Erde. „In den Räumlichkeiten, die mit zwei Personen besetzt sind, versuchen wir, Menschen gleicher Nationalität zusammenzubringen“, so der Ordnungsamtsleiter.

Die derzeitige Situation weise  Parallelen zu der in den 90er-Jahren auf, berichtet Schattauer weiter. „Damals hatten wir noch Wohncontainer in jeder Gemeinde, da es die Flüchtlingsunterkunft in Langeln noch nicht gab.“

Derzeit denke das Amt ebenfalls wieder über Container nach: „Wir müssen die Leute unterbringen“, sagt Schattauer. Eine weitere Alternative seien Hotels, aber auch das koste dementsprechend viel Geld. „Wir sind auch gehalten, die Kosten  gering  zu halten.“ Pro Flüchtling gebe es für die Unterbringung vom Kreis nur einen festen Satz. Die Mehrkosten müssten aus dem eigenen Haushalt finanziert werden.

Das Amt Rantzau sucht nach Wohnraum für Flüchtlinge im Amtsbezirk Rantzau. Wer Immobilien zur Miete oder zum Kauf anbieten möchte, kann sich bei Rainer Schattauer telefonisch unter 04123-688142 oder per Mail unter rainer.schattauer@amt-rantzau.de melden. Wer Wohnraum im Amtsbezirk Hörnerkirchen oder in Barmstedt anbieten möchte, meldet sich bei Heiko Lichy vom Ordnungsamt unter 04123-68111 oder h.lichy@stadt-barmstedt.landsh.de. Schleswig-Holstein hat im Januar 1087 Flüchtlinge aufgenommen und damit rund 170 Prozent mehr als im  Vorjahresmonat (403).
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