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Versperrte Türen und Grunzfische: Ehemalige erinnern sich

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Vor 60 Jahren haben drei Klassen die ehemalige Barmstedter Mittelschule mit der mittleren Reife verlassen. Sie treffen sich heute noch. Zuerst alle fünf Jahre, jetzt im Zwei-Jahres-Rhythmus. Rolf Harder und Ute Marquitan hatten das jüngste Treffen in der Gaststätte „Zum Pilz“ organisiert. Der Barmstedter Stadthistoriker Peter Steenbuck zeigte in Wort und Bild die Veränderungen der Stadt während der vergangenen 50 Jahre, was besonders die Weggezogenen sehr interessierte.

Aber auch sonst hatten die 30 Ehemaligen bei Kaffee und Kuchen viel Gesprächsstoff. Christel Reichel erinnerte sich an den Lehrer „Bohne“ Koch, der es immer eilig hatte und häufig vergessen habe, seinen Hosenschlitz zu schließen. „Wir tuschelten und kicherten so lange, bis er es bemerkte“, sagte sie. Ein Schulbuch davor haltend, knöpfte er dann den Schlitz zu. Die Jungen wollten Schabernack treiben und stellten die Klassentür mit Kartenständern und anderen Gegenständen zu, so dass er beim schwungvollen Öffnen der Tür alles um- und auch sich selbst stieß.

Der beliebte Lehrer Joachim Ziesenitz habe oft auf einem Podium Klavier gespielt, wussten seine ehemaligen Schüler noch. Die Jungen in der ersten Reihe störten ihn trotzdem und machten Quatsch. „Er beugte sich herunter, um jemandem eins an die Löffel zu geben. Der wich aber zurück, so dass Herr Ziesenitz das Gleichgewicht verlor und hinfiel“, so Reichel. Bei ihren Klassentreffen sei Ziesenitz immer ein beliebter Gast gewesen. „Er hat uns gezeichnet und uns die Bilder geschenkt“, sagte Christa Priedemann, die die Zeichung heute noch in Ehren hält.


In die Gruppenzelte regnete es hinein


„Bei Herrn Koch lernten wir in der damaligen Badeanstalt in der Großendorfer Straße schwimmen“, sagte Gert Pechbrenner. Auch an Klassenfahrten erinnerten sich die Ehemaligen gern. „Der schönste Schulurlaub war am Hohen Meißner im Fuldaer Bergland, wo wir in Gruppenzelten übernachtet haben“, sagte Ilse Münster. Vor ihnen hatten Klassen ihre Namen mit Zahnpasta an die Zelte geschrieben. „Genau dort regnete es herein“, sagte sie.

Auch die Klassenfahrt an die Ostsee blieb den Ehemaligen im Gedächtnis: Die Schüler kochten, schälten Kartoffeln und schmierten Brote. In der Nähe war ein Fischbassin, aus dem Geräusche drangen, die vom perlenden Wasser stammten, aber ein Schüler überzeugte die anderen, dass dort „Grunzfische“ lebten.

Pechbrenner, der Amtsleiter für Schule, Kultur und Sport in der Elmshorner Verwaltung und Bürgermeister von Trappenkamp war, hat sich den Satz seiner früheren Lehrerin Renate Kinze bei einem Klassentreffen gemerkt: „Dass du mit deinen Deutschkenntnissen in der Verwaltung gelandet bist, ist mir unverständlich.“ Die Klassenlehrer waren Frieda Storch, Helmut Paschkolberg und Martin Deters.

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