Barmstedt : Verlegung von Leerrohren an der K2

„Das Thema ist emotional belastet“ - Stadt und Stadtwerke streiten, wer die Kosten übernimmt. Bürgermeisterin beauftragt Anwalt.

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30. Januar 2015, 12:15 Uhr

Barmstedt | Stadt oder Stadtwerke: Wer soll die 18.000 Euro zahlen, die die Stadtwerke für den zunächst geplanten und später von der Stadt revidierten Bau von Leerrohren an der Kreisstraße 2 (K2) zwischen Lutzhorn und Barmstedt ausgegeben haben? Mit dieser Frage haben sich nicht nur die unmittelbar Betroffenen, sondern auch ein Rechtsanwalt befasst. Dessen 13-seitiges Gutachten dürfte die Kosten um mindestens mehrere hundert Euro in die Höhe getrieben haben – eine Summe nannten die Verwaltung auf Anfrage nicht. „Da die Fragen komplex waren und wir selbst keinen Juristen haben, sah ich die Notwendigkeit, das Gutachten in Auftrag zu geben“, erklärte Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos) im Hauptausschuss, der über das Thema beriet.

Die Politiker hatten zuvor Unverständnis über den Vorgang geäußert. Das Gutachten sei viel zu umfangreich und mit Fachbegriffen gespickt, die kein Laie verstehe, sagte Peter Gottschalk (FWB). Auch Michael Schönfelder (FWB) zeigte sich verärgert. „Dieser Fall offenbart die Differenzen zwischen der Bürgermeisterin und dem Stadtwerkeleiter, über die auch schon in der Stadt offen geredet wird.“ Die Stadtwerke seien aber ein kommunaler Eigenbetrieb der Stadt, „und da ist es nicht gut, wenn wegen solcher Sachen auch noch ein Gutachten eingeholt wird.“ Stattdessen sollten sich alle lieber zusammensetzen, meinte er. „Denn wir sitzen alle in einem Boot – und das heißt Barmstedt.“

Döpke räumte ein, das Thema sei „emotional belastet“. Aber es sei „müßig, darüber zu diskutieren, wer wann was hätte besser machen können“. Ende Juli 2014 hatte die Stadtvertretung beschlossen, dass die Leerrohre verlegt werden sollen, weil an der K  18 eventuell ein Gewerbegebiet entstehen könne. Daraufhin kauften die Stadtwerke Material und begannen mit den ersten Arbeiten. Im September wurde dann klar, dass das Land ein Gewerbegebiet an der K18 ablehnt. Daraufhin wurden die Arbeiten gestoppt. Stadtwerkeleiter Fred Freyermuth erklärte im Ausschuss, es hätten klare Vorgaben gefehlt. „Die brauchen wir aber.“

Im Endeffekt sei es egal, wer die Kosten übernehme, sagte Christian Kahns (FWB). „Der Stadt fehlt das Geld so oder so.“ Steuerlich sei es aber sinnvoller, sie den Stadtwerken aufzubürden – die dann entsprechend weniger Gewinn an die Stadt überweisen würden. Der Ausschuss folgte diesem Rat einstimmig bei einer Enthaltung (BALL). Ob die Stadtwerke im zweiten Bauabschnitt der K2 Leitungen verlegen sollen, werden die Stadtvertreter voraussichtlich Ende März entscheiden.

Der weitere Ausbau der K2 zwischen Großendorfer Heide und Ortseingang Barmstedt wird laut Straßenverkehrsbehörde voraussichtlich im April beginnen und bis September dauern. Der Abschnitt ist etwa 1,1 Kilometer lang.
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