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Verband für Heimatvertriebene aus der Taufe gehoben

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2016 | 13:09 Uhr

Immer donnerstags blicken wir in die Vergangenheit zurück. Was war damals wichtig? Worüber hat die Barmstedter Zeitung (BZ) berichtet, als sie nach Ende des Zweiten Weltkriegs am 1. Oktober 1949 erstmals wieder erschien? Was hat die Menschen vor 67 Jahren bewegt? Die Antworten gibt es in unserer Serie „Schlagzeilen von gestern“, die in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt umgesetzt wird. Heute im Fokus: die Ausgabe vom 8. November 1949.

In den „Lokalen Nachrichten aus Barmstedt und Umgebung“ stach an diesem Tag ein Thema um den Verband für Heimatvertriebene heraus: „Alle Flüchtlingsorganisationen wurden zusammengeschlossen“. In dem dazugehörigen Artikel wird von einer Tagung der Delegierten aller im Kreis Pinneberg bestehenden Flüchtlingsorganisationen im Pinneberger „Park-Hotel“ berichtet, wo der „Kreisverband des Bundes der Heimatvertriebenen“ aus der Taufe gehoben wurde, zu dessen Vorsitzenden der Heimatvertriebene Schönberger aus Garstedt gewählt wurde.

Im Artikel heißt es: „Die Vertreter der einzelnen Organisationen waren sich darüber klar, daß das Vielerei von Verbänden und Vereinen den Interessen der Flüchtlinge nur abträglich ist. Bislang konnten diese kleinen Gruppen, die sich zum Sprachrohr der Flüchtlinge machten, nur bestimmte Interessengruppen vertreten.

Es fehlte die geschlossene Einheit und eine starke Organisation, die sich für die Schlesier genau so einsetzt wie für die Sudetendeutschen, die Pommern wie die Ostpreußen. Der neue Kreisverband soll hier den lange angestrebten Wandel bringen. Er soll sowohl die Belange der Flüchtlings-Bauern als auch der Handwerker, der Lehrer und der Angehörigen der freien Berufe vertreten.

Von den Delegierten wurden dann sieben Arbeitsausschüsse gebildet, die sich mit Fragen der Organisation, der Sozialpolitik, des Wohnungsbauwesens, mit Kultur- und Heimatpflege, mit agrar- und wirtschaftlichen Fragen und mit finanztechnischen Dingen befassen sollen.

Als Beauftragter des Landesverbandes der Heimatvertriebenen sprach Schröter-Lütjenburg über die Notwendigkeit, die Finanzfragen gründlich zu beachten. Vor allem müsse auf den regelmäßigen Einzug der Beiträge Wert gelegt werden, wenn der Landesverband nicht verarmen solle. Der Redner gab schließlich einen kurzen Abriß der Gesamt-Situation der Heimatvertriebenen und erklärte mit allem Nachdruck, daß die berechtigten Forderungen der Menschen, die alles verloren haben, nur durchgedrückt werden können, wenn diese sich in allen entscheidenden Fragen einig sind und private Interessen hinter den der Allgemeinheit zurückstellten.“

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