Feuerwehrübung : Unfall: Dramatische Szenen in Bevern

Die Feuerwehr bereitet sich darauf vor, die Verletzten aus dem verunglückten Opel zu bergen. Derweil leisten die Rettungsdienste Erste Hilfe.
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Die Feuerwehr bereitet sich darauf vor, die Verletzten aus dem verunglückten Opel zu bergen. Derweil leisten die Rettungsdienste Erste Hilfe.

Die Freiwillige Feuerwehr und der Rettungsdienst trainieren den Ernstfall in einem Linienbus.

shz.de von
16. Juli 2015, 14:00 Uhr

Bevern | Um 19.55 Uhr ist es am Dienstag mit der Abendruhe in Bevern vorbei. Die Sirene im Dorf fängt an zu schrillen. Nur eine Minute später biegt der erste Rettungswagen in den Schmiedekamp ein. Ein Rettungsassistent steigt aus und macht sich ein erstes Bild von der Lage. Ihm bietet sich ein erschreckendes Bild: Ein grauer Opel ist mit einem 23 Meter langen Linienbus der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) zusammengestoßen. Aus dem Bus sind verzweifelte Schreie zu hören. Die drei Insassen des Opel liegen regungslos in ihren Sitzen. Plötzlich fängt der Wagen Feuer und Rauch zieht über die ganze Szene. Der Rettungsassistent berichtet per Funk über den Unfall. In der Ferne sind derweil immer mehr Sirenen zu hören.

Es ist ein anspruchsvolles Szenario, das sich Sebastian Lohse von der Freiwilligen Feuerwehr Bevern für die Übung am Dienstagabend ausgedacht hat. „Dieses Gespann fährt auch durch Bevern“, sagt der stellvertretende Gruppenführer und deutet auf den 23 Meter langen Bus samt Anhänger. „Daher muss man auch mal im Bus üben.“ Eine theoretische Schulung für das Fahrzeug habe es bereits gegeben. „Jetzt üben wir das in der Praxis“, sagt Lohse. Insgesamt waren in Bevern fast 30 Brandbekämpfer der Wehren aus Bevern und Barmstedt, 14 Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes, zahlreiche Einsatzkräfte der Rettungsdienst Kooperation in Schleswig-Holstein (RKISH) und 15 Statisten der Malteser mit 13 Fahrzeugen im Einsatz.

Die Schwierigkeit an dem Einsatz: „Die Insassen des Autos sind eingeklemmt, außerdem brennt der Pkw“, so Lohse. „Außerdem gibt es im Bus zwölf verletzte Schulkinder.“ Zu Beginn sei es wichtig, einen Überblick über die Situation zu bekommen und festzustellen, wie viele Verletzte es gibt und den Einsatzschwerpunkt zu finden, so Lohse weiter. „Man muss das Ganze in Abschnitten sehen. Man unterteilt den Einsatz“, sagt er.

In der Praxis bedeutet das: Die Feuerwehr Bevern kümmert sich mit Rettungsassistenten um die Verletzten im Bus und bringt sie auf eine Wiese, wo sie medizinisch versorgt werden. Währenddessen schneidet die Barmstedter Wehr die Verletzten aus dem Opel, der von der Firma Blask aus Langeln zur Verfügung gestellt worden war. Auch dort kümmern sich Rettungsassistenten um die Insassen. Da die Feuerwehr Bevern mit viel mehr Einsatzkräften vor Ort ist, unterstützen sie die Barmstedter dabei. Bei einem richtigen Notfall hätte es Vollalarm für die Barmstedter Wehr gegeben, so Lohse.

In den meisten Fällen arbeitet die Wehr nach Aufforderung

In den meisten Fällen würde die Feuerwehr nach Aufforderung des Rettungsdienstes arbeiten. „Sie sagen, wo und wie viel Platz sie haben müssen“, so Lohse. „Wir arbeiten da größtenteils nach Anweisung.“ Um die Verletzten zu befreien, greifen die Einsatzkräfte zur Rettungsschere: „Das ist sehr belastend“, so Lohse. „Das Gerät wiegt gut 20 Kilo. Jetzt sind die Lage und das Wetter optimal. Es gibt aber auch Einsätze bei 30 Grad.“

Nachdem die Einsatzkräfte die Türen und die B-Säule des Opel entfernt haben, werden die Verletzten nacheinander aus dem Auto befreit. „Ich bin wirklich zufrieden“, so Lohse am Ende des Einsatzes. Und auch vom RKISH sei als Feedback gekommen, dass die Arbeit gut geklappt habe.

Die Beverner Einsatzkräfte waren in die Pläne für die Übung nicht eingeweiht worden. „Es war ein Schock in der Abendstunde“, sagt Wehrführer Stefan Timm. „Als ich die Meldung las, haben die Gedanken rotiert. Wir haben versucht, uns abzusprechen, und haben den Einsatz in zwei Abschnitte aufgeteilt. Das hat alles gut geklappt“, so der Beverner Wehrführer. Ein Lob gab es auch für die Statisten: „Das war sehr realistisch“, so Timm.

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