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Barmstedt : Überschussdebatte um Stadtwerke-Gewinn

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Politik fordert höheren Anteil für die Stadt. Werkleiter: Brauchen Rücklagen für Investitionen.

shz.de von
erstellt am 19.Nov.2015 | 00:32 Uhr

Barmstedt | „Großartiges Ergebnis“, „Super-Gewinn“, „Gewaltig, was hier erwirtschaftet wurde“: Bürgermeisterin Heike Döpke und die Mitglieder des Hauptausschusses überschlugen sich am Dienstag vor Lob über die Zahlen für das Geschäftsjahr 2014, die Barmstedts Stadtwerkeleiter Fred Freyermuth vorlegte. Die für das externe Energiegeschäft zuständige Vertriebsgesellschaft erzielte einen Gewinn von knapp 847.000 Euro, der Eigenbetrieb 781.000 Euro.

Auf Missfallen stieß allerdings, dass 463.000 Euro vom Gewinn des Eigenbetriebs in die Rücklagen und nur 318.000 Euro an die Stadt fließen sollen. Auf den gesamten Gewinn bezogen, wären das nur 19 Prozent, rechnete Michael Schönfelder (FWB) vor. „Das ist in diesem Jahr für uns indiskutabel – wir wissen alle, wie es um den Haushalt steht. Da müssen wir gegensteuern“, sagte er und forderte „mindestens 31 Prozent für die Stadt“. Hans-Christian Hansen (SPD) und Claus-Peter Jessen (Grüne) unterstützten die Forderung tendenziell.

Freyermuth erklärte, das Geld werde für die anstehenden, „großen Investitionen“ gebraucht. Um welche es sich handelt, wolle er noch nicht sagen. „Darüber werden wir demnächst mit der Politik sprechen.“ Grundsätzlich gelte aber, dass die Stadt als alleiniger Gesellschafter der Stadtwerke entscheiden könne, wie der Gewinn verwendet wird. „Wenn wir alles an die Stadt abführen sollen, dann machen wir das.“ Vorgaben, wonach ein bestimmter Prozentsatz abzuführen sei, gebe es nicht. „Es wird jedes Jahr neu entschieden, und der Satz kann zwischen 0 und 100 Prozent liegen.“ Es habe Zeiten gegeben, in denen der gesamte Gewinn an die Stadt geflossen sei, sagte Freyermuth. „Aber vor ein paar Jahren wurde beschlossen, dass ein Teil des Gewinns aus dem Energiebereich für den Aufbau des Breitbandnetzes verwendet werden darf.“

Mittlerweile befinde sich die Politik in einer „Zwickmühle zwischen der desolaten Haushaltslage und betriebswirtschaftlichem Denken“, so Freyermuth. Denn es gehe auch darum, die Eigenkapitalquote der Stadtwerke zu erhöhen und notwendige Investitionen – etwa die Sanierung des Hallenbads – zu finanzieren. „Wir müssen auch den Erhalt der Stadtwerke im Blick haben. Schließlich sichern sie die Versorgung der Barmstedter mit Strom und Gas“, mahnte auch Günter Thiel (BALL). Im Werkausschuss am Mittwoch, 25. November, soll erneut über die Gewinnverwendung diskutiert werden.

Der trotz des milden Winters und gegenüber 2013 um 220.000 Euro gestiegene Gewinn der Vertriebsgesellschaft zeige, dass das Geschäft mit externen Kunden stabil sei, sagte Freyermuth (siehe Info-Kasten). Die Kundenzahlen stiegen zwar nicht mehr so stark wie in den Anfangsjahren, „aber wir haben einen guten Sockel erreicht“. Zudem habe „die Wechselwütigkeit in der Energiebranche nachgelassen. Wenn Kunden sich gut behandelt fühlen, bleiben sie auch.“

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