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Bericht der Bundesregierung : Trinkwasser in Barmstedt ist unbedenklich

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Im Norden Deutschlands sind die Nitratwerte vielerorts zu hoch - jedoch nicht in der Schusterstadt.

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2017 | 16:00 Uhr

Barmstedt | Zu viel Dünger ist ein Problem für das Trinkwasser. Das zeigt der aktuelle Nitratbericht für Deutschland, den die Bundesregierung im Januar an die EU-Kommission übermittelt hatte. An 28 Prozent der berücksichtigten Messstellen sollten zwischen 2012 und 2014 die Grenzwerte für den gesundheitsschädlichen Düngestoff überschritten worden sein. Im Herbst 2015 sprach Dieter Perdewitz, damals Verbandschef der Energie- und Wasserwirtschaft, sogar davon, dass in Schleswig-Holstein bei jeder zweiten Messstelle überschritten werde.

In Barmstedt habe man allerdings keine Probleme mit Nitratbelastungen, berichtet Stadtwerke-Sprecherin Irina Hesselink. „Wir liegen deutlich unter den Grenzwerten.“ Dennoch wünsche man sich, dass der Schutz des Grundwassers eine noch viel höhere Priorität erhalte, betont sie. Auch Elmshorns Stadtwerke-Chef Sören Schuhknecht gibt Entwarnung: „Der Grenzwert in der Trinkwasserverordnung liegt bei 50 Milligramm pro Liter. In Elmshorn haben die Messungen an einer Messstelle 1,7 Milligramm und an einer anderen Messstelle unter 0,5 Milligramm Nitrat im Grundwasser ergeben. Wir liegen also deutlich unter dem Grenzwert.“

Seit dem Jahr 2000 prüften die Stadtwerke regelmäßig die Nitrat-Werte. Schuhknecht: „Durch die vielen Baumschulen ist die Nitratbelastung auch im Kreis Pinneberg ein Thema. Wir beraten deshalb regelmäßig die Landwirte im Kreis – nach dem Motto: ,Viel hilft nicht viel’.“ Auch mit den Verantwortlichen im Kreis und im Land sei man im Gespräch.

Biogasanlagen sind besonders riskant

Denn: Wenn die Pflanzen die angebotenen Nährstoffe nicht alle aufnehmen können, gelangen über die Jahre immer mehr Chemikalien ins Grundwasser. Und dadurch steigt der Nitratgehalt an. Als besonders riskant sieht Schuhknecht Biogasanlagen, für deren Betrieb Mais in großen Mengen angebaut werden muss – und Mais wiederum benötigt besonders viel Dünger. „Je mehr Nitrate wir aus dem Trinkwasser herausfiltern müssen, umso mehr wirkt sich das letztlich auch auf die Wasserpreise aus“, erklärt Schuhknecht.

Auch wenn es in Elmshorn keinerlei Probleme in diesem Bereich gebe, müsse man frühzeitig für das Thema sensibilisieren. 2015 mussten die Bundesbürger pro Jahr rund 24 Milliarden Euro für die Aufbereitung von mit Nitrat belastetem Grundwasser zahlen.

Nitrat ist eine chemische Verbindung aus Stickstoff und Sauerstoff, die durch Düngung nach und nach auch ins Grundwasser gelangt. Nitrat ist für den Menschen relativ unbedenklich. Allerdings können Bakterien den Stoff in Nitrit umwandeln. Nitrite wiederum können den Sauerstofftransport im Blut blockieren, was vor allem für Säuglinge gefährlich sein kann. Außerdem steht Nitrit im Verdacht, krebserregend zu sein. Der Schleswig-Holsteinische Verband der Energie- und Wasserwirtschaft fordert deshalb im Land mehr Trinkwasserschutzgebiete, in denen die Düngetätigkeiten der Landwirte genau überwacht werden können. „Es kann nicht sein, dass die einen für teures Geld das rausholen müssen, was die anderen reingebracht haben“, erklärt der Geschäftsführer Roman Kaak. Das Problem sei allerdings im Norden des Landes, wo deutlich extensiver Landwirtschaft betrieben wird, wesentlich größer als im Süden.

Schuhknecht ist es wichtig, das Thema im Blick zu behalten, denn: „Wenn niemand etwas tut, kann das auf Dauer ordentlich schief gehen.“

 

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