Kunst in Barmstedt : Toiletten-Haus am Rewe-Parkplatz bemalt

Norddeutsche Landschaft im impressionistischen Stil: So sieht das WC-Haus jetzt aus.
Foto:
1 von 2
Norddeutsche Landschaft im impressionistischen Stil: So sieht das WC-Haus jetzt aus.

Künstler Gerhard Wirtz erhielt von Passanten nur positive Resonanz -„Einmal wurde sogar applaudiert“.

shz.de von
08. Juli 2015, 12:15 Uhr

Barmstedt | Das Toiletten-Haus neben dem Rewe-Parkplatz am Barmstedter Küsterkamp erstrahlt in neuem Look: Künstler Gerald Wirtz hat den Eingangsbereich mit einem großflächigen Landschaftsbild verschönert. Gelb blühende Wiesen und hohe Bäume vor blauem Himmel mit weißen Wolken: „Das Motiv und der impressionistische Stil haben sich wegen der Oberfläche des Gebäudes angeboten“, erklärt Wirtz. „Es war schwierig. Ich habe lange überlegt, wie ich es gestalten könnte.“ Die Holzpaneele, die Fenster, Türen, Griffe und Beschläge hätten die Gestaltungsmöglichkeiten deutlich eingeschränkt. „Viele Motive funktionieren auf diesem groben Untergrund nicht oder wirken besser auf glatten Oberflächen“, erklärt Wirtz.

Nach ersten Entwürfen am PC – „um zu sehen, wie es wirkt“ – habe er sich für die norddeutsche Landschaft entschieden, so der Künstler aus Süderhastedt, der sonst „eher kleinere Sachen“ bearbeitet und Kinderbücher illustriert. „Über den Auftrag aus Barmstedt habe ich mich sehr gefreut. Das war schon etwas Besonderes“, sagt er. Der Kontakt sei entstanden, weil der frühere Bürgermeister Nils Hammermann eine Ausstellung von ihm gesehen hatte. „Er mochte meine Bilder. Deshalb lag meine Visitenkarte noch im Rathaus, und die Verwaltung hat sich dann bei mir gemeldet, als sie jemanden zur Gestaltung des WC-Hauses suchten“, so Wirtz. Zwar gäbe es auch Air-Brush-Künstler, „aber die Stadt wollte lieber jemanden, der mit einem richtigen Pinsel arbeitet“. Wenn man dicht vor der bemalten Fassade stehe, „sieht man nur Farbpunkte“, sagt Wirtz.

Insgesamt habe er für das Bemalen der 30 Quadratmeter mehr als eine Woche gebraucht, so Wirtz – und dabei manch Überraschung erlebt: „Einmal wurde ich von Wespen angegriffen, die dort ihr Nest gebaut hatten.“ Die Passanten aber, die ihn arbeiten sahen, hätten „durchweg positiv reagiert. Einmal wurde mir sogar applaudiert.“

Die Stadt hatte die Bemalung in Auftrag gegeben, um weitere Graffiti zu verhindern. Die gesamte Maßnahme habe etwa 7000 Euro gekostet, teilte Verwaltungssprecher Wolfgang Heins mit. Darin seien auch die Kosten für die Reinigung der gesamten Fassade vom Graffiti und das Aufbringen eines Graffitischutzes enthalten. Allein müsse die Stadt den Betrag nicht aufbringen, so Heins: „Rewe hat sich großzügig beteiligt.“

Mit der Bemalung ist das Projekt aber noch nicht abgeschlossen: Im September soll noch die hintere Fassade begrünt werden. Heins: „Das ist die pflanzübliche Zeit.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen