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Barmstedt : Theater der Pathologie trat in der Kulturschusterei

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Ein Abend wie eine Meeresbrise: Das Bühnenbild wurde extra per Bahn transportiert. Auch die Zuschauer wirken mit.

shz.de von
erstellt am 09.Feb.2016 | 14:30 Uhr

Barmstedt | „Ahoi. Volle Fahrt voraus“ hieß es am Wochenende in der Barmstedter Kulturschusterei. Das „Theater der Pathologie“ aus Bonn nahm gleich zu Beginn der Vorstellung „Ich könnte Meer vertragen“ sein Publikum mit auf große Kaperfahrt: Die Darsteller Maren Pfeiffer, Michael Policnik und Martin-Maria Vogel verteilten  an die Zuschauer handgebastelte Piratenbärte.

Die Idee zu dem Theaterstück war entstanden, als die Künstler für eine Charles- Dickens-Lesung die passenden Klänge am Akkordeon erarbeiteten. Das Meer ließ sie nicht mehr los und inspirierte sie zu Fragen wie: „Geht der Meeresspiegel kaputt, wenn man in See sticht?“ Die Schauspieler  präsentierten ihre musikalisch-literarische Seefahrt mit einer Mischung aus Live-Musik, Gedichten und Texten von Hans-Christian Andersen bis Jules Verne. Dabei bezogen die Künstler das Publikum in ihre Darbietungen ein  und ließen keinen auf dem Trockendock, sondern verteilten an jeden Besucher ein Gläschen Rum.

Bei „My Bonnie is over the Ocean“ und „Que será, será“ sangen alle Zuschauer kräftig mit, und auch die Zitatensammlung von Christine Westermann überzeugte und sorgte für Lacher. „Es ist wie eine frische Brise“, meinte der Barmstedter Uwe Sundermann, der sich spontan bereit erklärt hatte und eine Passage aus Mozarts „Bona Nox! Bist a rechta Ox“ vorlas. „Wir freuen uns, dass das Barmstedter Publikum so mutig war und super mitgemacht hat“, sagte Maren Pfeiffer.

Auf Kaperfahrt: Torsten Kendziora (v. l.) und Kerstin Grebenstein aus Barmstedt sowie Markus und Diana Bräuß aus Uetersen probierten die handgebastelten Bärte aus. (Foto: Kuhnke)
Auf Kaperfahrt: Torsten Kendziora (v. l.) und Kerstin Grebenstein aus Barmstedt sowie Markus und Diana Bräuß aus Uetersen probierten die handgebastelten Bärte aus. (Foto: Kuhnke)
 

Seit einem Jahr spielt das „Theater der Pathologie“ das Stück in ihrem Heimatort Bonn. Nach Barmstedt reisten die Künstler mit der Bahn – im Gepäck ihr Bühnenbild, verstaut in vier Koffern. Zum ersten Mal traten sie mit diesem Projekt in Norddeutschland auf. „Wir hatten richtig Lampenfieber“, sagte Policnik, der alle Lieder auf dem Akkordeon begleitete. „Die Schauspieler könnten aus dem Hamburger Hafen kommen“, sagte Diana Bräuß aus Uetersen. „Sehr witzig, urig und gemütlich“, fand Torsten Kendziora, der gerade nach Barmstedt gezogen ist, den maritimen Abend.

Dass die Theatergruppe den Weg nach Barmstedt fand, ist dem Umstand zu verdanken, dass Matthias Grütz, Inhaber der Kulturschusterei, zusammen mit Maren Pfeiffer 2005 im Musical „Der kleine Wassermann“ aufgetreten war. Mit ihrer Zugabe „Wir lagen vor Madagaskar“ verabschiedeten sich die Schauspieler.

Mit dem Theaterstück „Fräulein Wunder“ wird das „Theater der Pathologie“ am Dienstag und Mittwoch, 8. und  9. März, wieder in der Kulturschusterei zu sehen sein. Die Vorstellungen beginnen um 20 Uhr.
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