Nach Unfällen bei Langeln : Tempolimit auf der B4

Seit Kurzem gilt nahe des Unfallschwerpunkts auf der B  4 bei Langeln Tempo 50.
Seit Kurzem gilt nahe des Unfallschwerpunkts auf der B 4 bei Langeln Tempo 50.

Die Kreuzung zwischen Langeln und Kaltenkirchen hat sich im vergangenen Jahr zum Unfallschwerpunkt entwickelt, sagt die Polizei.

shz.de von
13. Januar 2018, 16:00 Uhr

Langeln/Kaltenkirchen | Es wird langsam dunkel an diesem Ostersonntag im vergangenen Jahr, als das Unglück passiert: Der Fahrer eines Ford Transit will – aus Richtung Heidmoor kommend – die Bundesstraße 4 überqueren und weiter nach Kaltenkirchen fahren. Dabei übersieht er laut Polizei einen Mercedes, der aus Richtung Langeln kommt. Die Bilanz des schweren Unfalls: sieben zum Teil schwer verletzte Personen.

Die Kreuzung von Bundesstraße 4 (B  4), Landesstraße 210 und Kreisstraße 48 habe sich zum Unfallschwerpunkt entwickelt, sagt Polizeisprecher Lars Brockmann. „Im vergangenen Jahr kam es hier wiederholt zu teils schweren Verkehrsunfällen.“ Die Stelle liegt gerade noch auf dem Gebiet der Stadt Kaltenkirchen und gehört somit zum Kreis Segeberg. Die Langelner Gemeindegrenze verläuft direkt südlich der Kreuzung. Zahlreiche Autofahrer aus dem Kreis Pinneberg, die nach Bad Bramstedt und Kaltenkirchen unterwegs sind oder bei Kaltenkirchen auf die A 7 in Richtung Norden auffahren wollen, müssen dort entlang (siehe Karte). 2017 habe die Polizei an der Kreuzung zwölf Unfälle registriert, so Brockmann weiter – davon drei mit schwer verletzten Personen. Im Jahr zuvor seien es insgesamt nur drei gewesen.

Im ersten Schritt sei im Bereich der Kreuzung auf der B  4 nun ein Tempolimit eingerichtet worden, das die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h begrenzt, berichtete der Polizeisprecher. Zusätzlich seien Schilder aufgestellt worden, die auf den Unfallschwerpunkt hinweisen. Allerdings ignorieren oder übersehen viele Autofahrer die neue Regelung noch: Am 27. Dezember und am 4. Januar habe der Technische Geschwindigkeitsdienst des Polizei-Autobahn- und Bezirksreviers Bad Segeberg aufgrund der vielen Unfälle mobile Messungen im Kreuzungsbereich durchgeführt, so Brockmann. Die Ergebnisse: Am 27. Dezember waren laut Polizei 45 Prozent der Autofahrer zu schnell unterwegs. Der höchste gemessene Wert waren 98 km/h.

Ähnlich verlief die erste Kontrolle im neuen Jahr: Die Polizei erwischte 440 Autofahrer, deren Tempo teils deutlich über der zulässigen Geschwindigkeit lag. „Trauriger Spitzenreiter war ein Autofahrer mit Segeberger Zulassung mit 102 km/h“, so Brockmann. Ihn erwarte ein Bußgeld von 160 Euro, zwei Punkte in Flensburg sowie ein einmonatiges Fahrverbot.

Die Polizei appelliert nun an alle Verkehrsteilnehmer, umsichtig sowie aufmerksam zu fahren und sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit zu halten. „Das Überschreiten der Geschwindigkeit ist bundesweit die Hauptunfallursache. Die resultierenden Unfälle sorgen in jedem Jahr für erhebliche Sachschäden, Verletzte und Tote“, so Brockmann. Kontrollen fänden an der B 4 auch weiterhin statt, fügte der Polizeisprecher hinzu. „Die Ergebnisse sprechen dafür. Wir hoffen, dass sich die Situation dann normalisiert.“

Auch in der Kaltenkirchener Politik ist die Kreuzung im vergangenen Jahr mehrfach Thema gewesen. Stadtvertreter Reinhard Bundschuh hatte laut Protokollen der Verwaltung während der Bau- und Umweltausschusssitzung im Oktober auf die Kreuzung hingewiesen, die seit Jahren einen Unfallschwerpunkt darstelle. Er plädierte laut Niederschrift dafür, an der Stelle eine Ampel zu errichten.

Bürgermeister Hanno Krause berichtete während der nächsten Sitzung im November dazu, dass die Entscheidung über eine Ampel oder auch Kreisverkehr nicht bei der Stadt liege. Straßenbaulastträger seien das Land und der Kreis Segeberg. Zunächst werde der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr die Auswirkungen des Tempolimits beobachten. „Sollten weitere Maßnahmen erforderlich werden, wäre die Stadt als Untere Verkehrsaufsicht zu beteiligen und könnte dann ihre Vorstellungen vortragen“, heißt es. Aber: Seitens des Landes werde immer wieder betont, dass Kreisverkehre nicht zur Verkehrsberuhigung, sondern immer nur als Mittel zur Leitung des Verkehrsflusses angeordnet würden.
 

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