Marktstraße in Barmstedt : Tempo 30 und breitere Gehwege?

Die Gehwege im östlichen Teil der Marktstraße sollen breiter werden, wünschen sich die Anwohner. Außerdem sprachen sie sich für Tempo 30 und gegen eine gepflasterte Fahrbahn aus.
Die Gehwege im östlichen Teil der Marktstraße sollen breiter werden, wünschen sich die Anwohner. Außerdem sprachen sie sich für Tempo 30 und gegen eine gepflasterte Fahrbahn aus.

Anwohner der Marktstraße wünschen sich Verkehrsberuhigung. 2016 werden Abwasserleitungen und Fahrbahn saniert.

shz.de von
21. Mai 2015, 10:00 Uhr

Barmstedt | Die Fahrbahn der Marktstraße soll im östlichen Bereich schmaler, die Gehwege sollen breiter werden. Das wünscht sich zumindest die Mehrheit der etwa 50 Anwohner, die sich am Dienstagabend im Rathaus über den für 2016 geplanten Ausbau informierten. Den Vorschlag hatte die Verwaltung unterbreitet. „Der Gehweg ist im Norden teilweise nur 1,40 Meter, im Süden teilweise nur 1,20 Meter breit“, sagte Dirk Rennekamp (Bauamt). Im westlichen Teil der Marktstraße – Richtung Feuerwache – sei der Gehweg deutlich breiter: „Da kommen wir zum Teil auf 3,60 Meter.“

Der enge Gehweg im östlichen Teil sei vor allem für die Bewohner des Seniorenheims problematisch, von denen viele häufig in die Innenstadt gingen, merkte einer der Zuhörer an. „Mit zwei Rollatoren kommt man da nicht aneinander vorbei.“ Im Gegenzug zu breiteren Gehwegen würde die Fahrbahn in dem Bereich von 5,50 Meter auf fünf Meter verengt werden, sagte Rennekamp.

Fast alle Anwesenden stimmten für den Vorschlag, in der Marktstraße Tempo 30 einzuführen. „Wenn die Laster hier nachts anliefern, zittert alles“, sagte ein Anwohner. Um eine Tempo-30-Zone einzurichten, sei aber die Zustimmung des Kreises nötig, erklärte Rennekamp. Zudem müsste dann die Fahrbahn stellenweise noch weiter zu verengt werden – etwa durch Blumenkübel oder Parkbuchten. Diese Vorschläge kamen bei Peter Helms (Feuerwehr) nicht gut an. „Fahrt da mal mit einem Drehleiterwagen im Zickzack durch“, rief er.

Etwa 60 Anwohner informierten sich im Rathaus über den Ausbau. (Foto: Meyer)
Etwa 60 Anwohner informierten sich im Rathaus über den Ausbau. (Foto: Meyer)
 

Weiter regten die Anwohner an, die Markstraße als Einbahnstraße oder Sackgasse bis zu Sky einzurichten. Letzteres sei wegen des Anlieferverkehrs zu den Märkten in der Innenstadt „eher schwierig“, erwiderte Rennekamp. Über beides müsse aber die Politik entscheiden – wie auch über die Breite und Farbe der Gehwege (die Anwohner votierten für grau) sowie die Art des neuen Fahrbahnbelags. Die große Mehrheit der Anwohner sprach sich dabei für Asphalt statt für Pflaster aus.

Der Ausbau sei notwendig, weil der Regen- und der Schmutzwasserkanal in schlechtem Zustand seien, erklärte Jan Rogge vom Abwasserzweckverband (azv). Der Schmutzwasserkanal werde saniert, der Regenwasserkanal durch einen größeren ersetzt. Dadurch sollen Überflutungen verhindert werden, sagte Rogge – ebenso wie durch den Bau eines Rückstaukanals, der Wasser zwischenspeichern solle.

Die Überflutungen nach starken Regenfällen seien ein großes Problem, sagte Wiesengrund-Anwohner Helmut Müller. „Machen Sie das mal zum Thema!“, forderte er die Verwaltung auf. Die Politik habe das Problem erkannt, erwiderte Knaak. Doch da der Hauptgrund für die Überschwemmungen die Krückau sei, sei es sei weniger Sache der Stadt als vielmehr des Wasserverbands. „Wir sind mit denen aber im Gespräch, und sobald wir Ergebnisse haben, werden wir Ihnen die gern präsentieren.“ Möglichkeiten seien etwa, die Krückau auszubaggern oder den Wanderweg höherzulegen.

Der Ausbau der Markstraße wird laut Verwaltung voraussichtlich etwa 610.000 Euro kosten. Einen Teil übernimmt der Abwasserzweckverband. Vom Rest trägt die Stadt 50 Prozent, der Rest wird auf die Anwohner umgelegt. Die Arbeiten werden etwa von März bis Oktober dauern. Nach den Sommerferien soll es einen zweiten Infoabend mit weiteren Einzelheiten geben.
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