1015 Tänzer erobern Barmstedt : Teilnehmerrekord beim Square Dance Festival

Schwingende Petticoats: Am Grand March in der Sporthalle  nahmen alle Square Dancer teil.
Schwingende Petticoats: Am Grand March in der Sporthalle nahmen alle Square Dancer teil.

Tänzer und Caller stammen aus insgesamt 17 Nationen. Zum 12. Mal gab es die internationale Veranstaltung.

shz.de von
27. Juli 2015, 16:30 Uhr

Barmstedt | Fröhliche Gesichter, Lachen, Heiterkeit: Das sind die Markenzeichen der Squaredancer und Caller aus aller Welt bei der International Plus, Advanced and Challenge Convention (Ipac), die jetzt zum zwölften Mal in Barmstedt stattfand. In den Sporthallen an der Schulstraße und in der Mensa wurde in verschiedenen Schwierigkeitsgraden getanzt, und das Schuldorf war mit Zelten und Wohnwagen belegt. „Wir haben bei  der Teilnehmerzahl aus verschiedenen Ländern zum ersten Mal die 1000er-Marke geknackt“, sagte Organisator Steffen Mauring aus Pinneberg erfreut. „Es bringt riesigen Spaß, so viele Menschen aus so vielen Ländern zu sehen, die sich alle verstehen und sich beim Tanzen verständigen können.“

Die Squaredancer, die er auch bei anderen internationalen Veranstaltungen treffe, würden besonders von Barmstedt schwärmen, sagte Mauring. Das tat auch die Gruppe aus Japan. Itiroko und Marc Asano aus Tokion besuchten die Ipac zum sechsten Mal in Barmstedt und schliefen in einem Hotel. Sie tanzen den hohen Level C3 und beherrschen mindestens 400 Figuren, die sie nach dem Zuruf des Callers sofort umsetzen können. Sie nutzten die Reise auch, um einen Spaziergang um den See zu machen.

Marina Diachenkova kommt aus Kaliningrad. „Ich tanze dort bei den Königsberger Happy Cats“, sagte sie. Zusammen mit ihren Eltern und weiteren Russen übernachtete sie bei Mauring. Kolja Froese aus Delmenhorst kam vor 19 Jahren zum Squaredance. „Meine Mutter ist Callerin“, erzählte er. Er hatte einen Schlafsack im Gepäck und übernachtete in der Schule. Die Barmstedterin Christa Chinery hatte ihre Schwägerin Amanda Pragnell und deren Freundin Fran Thomson aus Baxhill on sea aufgenommen. Beide tanzen Plus und beherrschen mehr als 100 Figuren.

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In einer der Sporthallen stieß Thomson beim Tanzen auf Freunde ihres in Australien lebenden Cousins. „Welch ein Zufall“, war sie freudig überrascht. „Barmstedt ist eine schöne kleine Stadt“, fand sie. Bei einem Ausflug nach Arnis an der Schlei aßen Pragnell und Thomson zum ersten Mal ein  Matjesbrötchen. „Es schmeckte frisch und nach mehr“, fand Pragnell. Nach der Ipac bleiben sie noch ein paar Tage und wollen sich unter anderem Hamburg ansehen.

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Der Höhepunkt der Ipac war der Grand March, der offizielle Einmarsch aller Beteiligten in die Sporthalle. Die 15 Caller wurden mit ihren besonderen Begabungen ebenso vorgestellt wie die Tänzer aus 17 Nationen wie etwa aus USA, Kanada, Japan, Australien Ländern aus Europa. Mauring dankte der Stadt Barmstedt für die Mithilfe, und Bürgermeisterin Heike Döpke betonte: „Tanzen überwindet alle Grenzen. Die Ipac war ein voller Erfolg.“ Sie erhielt lang anhaltenden Applaus, als sie ihre Rede auf Englisch wiederholte und ein Plakat für die IPAC 2017 in Barmstedt hochhielt. Nach dem offiziellen Auftakt schwangen die Petticoats zu Countrysongs, Gospels und sogar zu „Freude, schöner Götterfunken“.

Gestern tanzten Profis und Bürger auf dem Marktplatz. „Ich würde ja gern mitmachen“, sagte Paula Kröplin – und schon wurde sie wie viele andere Zaungäste von Squaredancern auf den Platz geholt. Mauring war begeistert. „Kamen 1993 etwa 270 Squaredancer, waren es jetzt 1015 Tänzer von 14 bis 80 Jahren“, bilanzierte er und weiter: „Es war eine tolle Veranstaltung, auch alle Helfer waren engagiert dabei. Besser kann es nicht laufen.“

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