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Gesprengter Ticket-Automat in Langeln : Täter richten 25.000 Euro Schaden an

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Geldkassetten aus dem Automaten wurden möglicherweise in Barmstedt gefunden.

Langeln | Es riecht verbrannt an diesem Sonntagmorgen in Langeln. Überall auf dem Bahnsteig liegen noch kleine Splitter und Scherben verteilt – Überreste der Explosion, die den Fahrkartenautomaten in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag zerrissen hat. Das rote Wartehäuschen der AKN ist mit Flatterband abgesperrt. Die Front des Fahrkartenautomaten fehlt. Zu sehen sind nur jede Menge Kabel und viel Elektroschrott.

Nach Angaben des Landeskriminalamtes wurden seit Jahresbeginn in Schleswig-Holstein damit bereits mehr als neun Automaten aufgesprengt. In den vergangenen beiden Jahren war es im gesamten Jahr jeweils nur ein einziger.

Um 3.54 Uhr am Sonntagmorgen sollen zwei Unbekannte einen illegalen Böller in dem Automaten gezündet haben, wie ein Polizeisprecher am Sonntag mitteilte. Zeugen habe es keine gegeben. Die Überwachungskamera habe die Explosion aber gefilmt, hieß es. Ob Geld entwendet wurde, war zunächst unklar. Der Fall erregte auch außerhalb des Kreises Pinneberg schnell Aufmerksamkeit, da es nicht der erste Automat ist, der in diesem Jahr einer Explosion zum Opfer fiel.

Nach Angaben des Landeskriminalamts wurden seit Jahresbeginn in Schleswig-Holstein bis zum 17. Februar bereits neun Fahrkartenautomaten aufgesprengt. Der Automat in Langeln wäre Nummer zehn. In den vergangenen beiden Jahren war es im gesamten Jahr jeweils nur ein einziger. Zusätzliche wurden auch mehrere Geldautomaten aufgesprengt. Ob es einen Zusammenhang zwischen der Tat in Langeln und den anderen Sprengungen gibt, könne man noch nicht beurteilen, sagte Uwe Keller, Pressesprecher des Landeskriminalamts (LKA) gestern. „Wir kontrollieren, ob das zusammengehört.“

shz.de zeigt die Sprengungen von Ticket- und Geldautomaten auf einer Karte:

Die Geldkassetten aus dem Automaten sind eventuell am Sonntagmorgen bei Barmstedt im Rantzauer Forst gefunden worden – nur wenige Meter von der Stelle an der Schnakentwiete entfernt, wo Unbekannte vor Kurzem mehr als 40 Altreifen illegal entsorgt hatten. „Ich gehe jeden Tag im Forst spazieren“, berichtete eine Barmstedterin. Dabei habe sie etwas entdeckt, zuerst aber an einen Vogelkasten gedacht. Auf dem Rückweg habe sie dann einen genaueren Blick darauf geworfen – und einen großen Kasten, einen kleineren und drei ganz kleine gefunden. „Den Schwarzen habe ich kurz geschüttelt. Da waren 10-Cent-Stücke drin“, berichtete die Barmstedterin gestern. „Ich habe sofort die Polizei gerufen. Die haben die Boxen eingesammelt.“

Stammen diese Geldkassetten, die im Rantzauer Forst gefunden wurden, aus dem Automaten in Langeln? Die Ermittlungen der Polizei dazu dauern an.

Stammen diese Geldkassetten, die im Rantzauer Forst gefunden wurden, aus dem Automaten in Langeln? Die Ermittlungen der Polizei dazu dauern an.

Foto: BZ

Möglicherweise handle es sich bei dem Fund um die Geldkassetten aus dem Fahrscheinautomaten in Langeln, hieß es gestern. Die Ermittlungen dazu würden aber noch andauern.

Der Schaden, den die unbekannten Täter anrichteten, ist hoch. „Wenn das ein Totalschaden ist, sprechen wir von 25.000 Euro“, so Keller. Das bestätigte auch Christiane Lage-Kress, Pressesprecherin der AKN. „Das ist ein riesiger Schaden, der dabei entsteht“, sagte sie. „Wir hoffen, dass wir den Fahrkartenautomaten in den kommenden Wochen ersetzen können.“ Bis zu vier Wochen könne das dauern, denn die Lieferzeiten für neue Automaten würde bei mehreren Wochen bis Monaten liegen. Zudem sei die Zahl der Reserveautomaten aufgrund des hohen Werts der Maschinen begrenzt.

Der Automat in Langeln ist nicht das erste Gerät der AKN, das in diesem Jahr einer Sprengstoffattacke zum Opfer fällt. Unbekannte Täter hatten in der Nacht zum 17. Februar einen Fahrkartenautomaten an der Haltestelle Haslohfurth in Norderstedt gesprengt. Anwohner hatten die Explosion gehört und die Polizei verständigt. Die Geldkassette des Automaten wurde entwendet.

Da im Langelner Bahnhof derzeit kein Ticketkauf mehr möglich ist, könne Fahrgäste, die in Langeln zusteigen, laut Lage-Kress bis zum nächsten Umstieg mitfahren, um sich dort ein Ticket zu kaufen. Wichtig sei es aber, sich vorher beim Triebfahrzeugführer zu melden.

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erstellt am 01.Mär.2016 | 10:00 Uhr

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