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Barmstedter Zeitung

22. Oktober 2017 | 10:53 Uhr

Rantzauer See : Strandbad öffnet am 16. Juni

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Das Strandbad am Rantzauer See in Barmstedt öffnet doch. Die Wasserqualität sei derzeit in Ordnung, Mitte Juni sollen Badegäste wieder im See schwimmen können. Eine Studie macht unterdessen die Gänse als Hauptverursacher für die zeitweise Verunreinigung des Sees aus.

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2014 | 16:00 Uhr

Barmstedt | Gute Nachrichten für alle Freibad-Fans: „Die Qualität des Wassers im Rantzauer See ist in Ordnung, das Freibad kann also geöffnet werden“, sprach Bürgermeisterin Heike Döpke die Worte aus, auf die badefreudige Barmstedter gehofft haben. Sie nahm für ihre Aussage während der jüngsten Sitzung des Werkausschusses die Ergebnisse des Gesundheitsdienstes des Kreises Pinneberg und eines Labors als Grundlage. Starttermin für die Badesaison ist laut Stadtwerkeleiter Fred Freyermuth Montag, 16. Juni. „Es sind noch einige Vorbereitungen erforderlich“, berichtete er.  Voraussetzung sei zudem, dass die Wasserqualität bleibe, wie sie sei. Der See werde daher regelmäßig untersucht, das nächste Mal am Montag, 19. Mai.

Freyermuth wollte aufgrund der Algen, die sich während der vergangenen Jahre bei warmen Temperaturen im See entwickelt hatten, das Bad  erst gar nicht öffnen. Auf Antrag der FWB hatten die Politiker im Hauptausschuss am 7. Mai allerdings beschlossen, das Bad so schnell wie möglich zu öffnen und bis zum Ende der Sommerferien geöffnet zu lassen. Voraussetzung dafür war, dass eine Wasserprobe positiv ausfällt.

Freyermuth  hatte ursprünglich in der Zeit, in der das Strandbad geschlossen bleiben sollte, die Sanierung der strapazierten Liegewiese geplant. „Die wird zeitlich nach hinten geschoben“, so Döpke im Ausschuss.

Gelöst ist das Problem um die Wasserqualität des  Sees jedoch nicht: Soll sich diese nachhaltig verbessern, muss die Zahl der Gänse deutlich reduziert werden. Diplom-Biologe Holger Göring vom Planungsbüro KLS Gewässerschutz stellte die Studie jetzt im Umweltausschuss vor.

Problematisch ist aus seiner Sicht der Phosphoreintrag des Gänsekots. „Phosphor ist der wichtigste Nährstoff im See“, so der Experte. „Je weniger Phosphor im Wasser, desto geringer die Algenentwicklung.“ Bei einer Zunahme des Nährstoffgehalts sei hingegen mit verstärkte Algenentwicklung, abnehmender Sichttiefe und dem steigendem Risiko von Blaualgenblüten zu rechnen.

Für den Fall, dass es nicht gelingt, den Gänsebestand zu reduzieren, schlägt Göring in seiner Präsentation zwei Alternativen vor. Zum einen könnte man versuchen, den See im Frühjahr komplett abzulassen, um ihn anschließend mit phosphorarmem Wasser aus der Krückau wieder aufzufüllen. Zum anderen zieht er in Betracht – falls alle andere Schritte keinen Erfolg bringen – den Badebereich abzutrennen. Diesen Bereich könnte man dann mittels eines Bodenfilters reinigen. „Das ist schon bei anderen Seen gemacht worden“, so Göring. Die Kosten für die Abtrennung mit einer schwimmenden Folientauchwand beziffert er auf 100.000 Euro, hinzu käme der Einsatz des Bodenfilters für 150.000 Euro. „Das sind ordentliche Kosten, aber besser angelegt als bei einer kompletten Entschlammung.“ Die Kosten dafür schätzt Göring in der Studie auf eine Million Euro.

Bevor man mit dem Ausbaggern anfange, sei eins zu klären: „Im Sediment ist auf jeden Fall viel Phosphor enthalten“, so der Experte. „Aber wird es an das Wasser abgegeben, ist die entscheidende Frage“, erläutert Göring. In vielen Gewässern habe das Sediment keinen nennenswerten Einfluss.

Aufgrund des kurzen Zeitraums zwischen Auftrag und Präsentation hat Göring für seine Analyse vorhandene Daten zum Einzugsgebiet und zum See genutzt. „Wir wollten anhand der Daten, die zur Verfügung stehen, Nährstoffquellen abschätzen und schauen, mit welchen Einflüssen wir rechnen können.“

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