Schon wieder : Storch schwer verletzt

Auszubildende Stephanie Lange versorgte gemeinsam mit Katharina Erdmann den Storch. Doch das schwer verletzte Tier musste eingeschläfert werden.
Auszubildende Stephanie Lange versorgte gemeinsam mit Katharina Erdmann den Storch. Doch das schwer verletzte Tier musste eingeschläfert werden.

Zusammenstoß mit Windkraftanlage die Ursache?

shz.de von
28. Mai 2015, 16:00 Uhr

Schon wieder ist ein schwer verletzter Storch in die Wildtierstation Sparrieshoop gebracht worden. Und schon wieder musste das Tier eingeschläfert werden. Die Betreiber der Wildtierstation sind deshalb in großer Sorge. Sie vermuten, dass auch dieser Storch von einer Windkraftanlage verletzt worden ist.

Es ist der zweite Storch in nur wenigen Wochen, den die Wildtierstation schwer verletzt in Pflege bekommen hat. Fünf Tage lang wurde das Tier mit einem gebrochenen Bein bei Borstel-Hohenraden beobachtet, aber erst Dienstag konnte der noch flugfähige Vogel eingefangen werden. Er hatte schwere Verletzungen an einem Bein. „Eine typische Verletzung wie wir sie zum Beispiel durch Windkraftanlagen kennen“, so die stellvertretende Stationsleiterin Katharina Erdmann, die den Storch vom besorgten Finder entgegen genommen hatte.

„Erst vor wenigen Wochen hatten wir einen Storch, der sich durch die Kollision mit einer Windkraftanlage beide Beine gebrochen hatte“, ergänzt Auszubildende Stephanie Lange, die den Vogel gemeinsam mit Erdmann erstversorgt und ihm etwas gegen die vermutlich höllischen Schmerzen verabreicht hatte. Doch die Verletzungen waren zu schwer, und das rechte Bein bereits abgestorben, sodass der Tierarzt den Patienten nur noch erlösen konnte.

Neben dem traurigen Ende eines einzelnen Vogels sind Erdmann und ihr Team jedoch nun in Alarmbereitschaft. Denn Störche sind derzeit mitten im Brutgeschäft. „Auch wenn beide Elterntiere ihren Nachwuchs versorgen, kann der Ausfall eines Elterntieres die gesamte Brut in Gefahr bringen“, erläutert Erdmann.

Deshalb versucht das Team der Wildtierstation nun herauszufinden, ob es in der Nähe des Fundortes einen Horst mit Jungstörchen gibt. „In einem solchen Fall müsste geprüft werden, ob man die betroffenen Jungstörche alternativ weiter mit der Hand aufzieht. Denn je nach Alter der Jungstörche, nach Wetterlage und damit dem Futterangebot kann der übriggebliebende Elternstorch nicht alleine seine Brut großziehen“, weiß Stationsleiter Christian Erdmann, der sich seit 27 Jahren als Wildtierexperte arbeitet. Wer Informationen zu einem Storchenhorst im Umkreis von Borstel-Hohenraden hat, wird gebeten, sich umgehend bei der Wildtierstation unter 0176-52597351 zu melden.

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