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Barmstedt : Startschuss für heimische Erdbeeren

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Region Barmstedt/Elmshorn startet in die Erdbeersaison: Die frühen Sorten, die nicht in Folientunneln wachsen, seien jetzt reif, berichtet Peter Kollotzek von der Gärtnerei Voigt in Bokholt-Hanredder. Aufgrund der Kälte im April und Mai erwarten er und die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein allerdings eine weniger üppige Ernte als sonst. Die Qualität der Erdbeeren soll trotzdem gut bis sehr gut sein.

Barmstedt | Sie ist leuchtend rot, kalorienarm, reich an Vitamin C und fördert aufgrund ihrer Ballaststoffe die Verdauung. Außerdem schmeckt sie extrem lecker – die Erdbeere. Im Barmstedter Umland hat die Saison jetzt begonnen. „Die frühen Sorten sind jetzt groß und reif“, sagt Peter Kollotzek von der Gärtnerei Voigt in Bokholt-Hanredder, der auch mittlere und späte Sorten zieht. Die Ernte allerdings schätzt er in diesem Jahr nicht üppig ein. „Der Frost kurz nach Ostern hat den Pflanzen und Blüten etwas zugesetzt“, sagt er.

Offiziell hatte die Erdbeersaison in Schleswig-Holstein bereits um den 11. Mai herum begonnen (wir berichteten). Bei den geernteten Früchten handelte es sich allerdings um Erdbeeren, die unter Folientunneln gereift waren. Wie Kollotzek, rechnet auch die Landwirtschaftkammer in diesem Jahr mit weniger Früchten in Schleswig-Holstein, die aber sehr süß sein dürften. Als Grund nennen Fachleute neben der Kälte im April und Mai frühe Nachtfröste Anfang November 2016. Die hätten die Blütenbildung der Pflanzen vorzeitig beendet. „Wir erwarten eine gute bis sehr gute Qualität mit süßen Früchten und eine lange Ernte bis in den August hinein“, sagte Claus Heller, Präsident der Landwirtschaftskammer.

Im Umkreis von Barmstedt bietet außer Kollotzek in Bokholt-Hanredder auch Familie Ladiges in Lutzhorn Erdbeeren aus Freilandaufzucht an. Peter und Michaela Kollotzek leiten den Betrieb an der Vosslocher Waldstraße. Viereinhalb Hektar Land sind mit verschiedenen Erdbeersorten bepflanzt. Seit 1962 werden in der Gärtnerei Erdbeeren angebaut. „Wir haben schöne Frühsorten, die wir selbst gern essen – naturbelassen oder an warmen Tagen mit Eis“, schwärmt Michaela Kollotzek. Aber auch mittlere und späte Sorten werden auf dem Betrieb gezogen. „Die Pflanzenreihen sind mit Stroh bedeckt, so dass die Erdbeeren nicht auf dem Erdboden liegen. Deshalb sind sie sauber“, so Kollotzek.

Die Früchte – im biologischen Sinne handelt es sich dabei lediglich um die gelben Nüsschen an der Oberfläche der Scheinfrucht – seien sehr empfindlich. Sie werden jeden Morgen gepflückt und verkauft. Sie sollten nicht lange lagern, sondern zeitnah verzehrt werden. Trotz der Baustelle in der Waldstraße – dort erneuern die Stadtwerke Barmstedt voraussichtlich noch bis September die Wasserleitung – sei der Betrieb in Vossloch jederzeit zu erreichen, so die Kollotzeks weiter.

Wer seine Erdbeeren selbst pflücken möchte, hat dazu im Bereich Barmstedt bei Familie Ladiges in Lutzhorn die Möglichkeit. In der Nähe des Hofladens bewirtschaftet Inhaber Thomas Ladiges acht Hektar mit Freiland-Erdbeerpflanzen. Auf einem der Felder können Besucher ihre Früchte selbst pflücken. Eine der Kundinnen ist Frauke Steiner. Sie schnappte sich gleich den großen Korb und machte sich an die Pflückarbeit. „Ich koche Marmelade ein, die isst meine Familie so gerne“, sagte sie.

Seit 15 Jahren baut Ladiges die sensiblen Früchte an. „Die Aufzucht ist pflegeintensiv“, berichtet er. Und die Ernte sei witterungsabhängig. „Wir hatten auch einmal eine verhagelte oder verregnete Ernte.“ Zu viel Sonne schade den Früchten ebenso wie zu viel Regen. „Ideal sind Temperaturen von 20 Grad und abwechselnd Sonne, bedeckter Himmel und schöner Landregen“, erklärt der Lutzhorner. „Sonne ist wichtig, sie sorgt dafür, dass sich Fruchtzucker in der Beere entwickeln kann.“

Wuchernde Wildkräuter seien auch ein Problem, ergänzte sein Sohn Felix Ladiges, der mit im Betrieb arbeitet. „Sie wachsen schnell über die verhältnismäßig kleinen Erdbeerpflanzen hinweg.“ Erdbeeren seien auch anfällig für Pilzkrankheiten wie Grauschimmel. Auch Läuse und Milben können an den Pflanzen saugen. Die reife Erdbeere sei nicht lange haltbar. „Sie ist zum schnellen Verzehr bestimmt“, so Ladiges. Bis etwa Mitte Juli dauere die Erdbeersaison. „Im Moment reifen die Früchte super“, so Ladiges. Den Ernteertrag könne man aber wegen des wechselhaften Wetters schwer einschätzen.

Das Erdbeerjahr fängt laut Landwirtschaftskammer immer im Herbst an. Wenn die Tage kürzer werden, beginnen die Erdbeerpflanzen mit der Bildung von Blütenknospen. Der schöne September im vergangenen Jahr habe die Erdbeeren hervorragend wachsen lassen. Der Oktober war milde und habe gute Bedingungen zur Blütenbildung gehabt. Allerdings seien die ersten Fröste schon um den 9. November herum gekommen, die dazu geführt hätten, dass die Blütenbildung dann vorzeitig beendet wurde. „Es wurden also relativ wenig Blüten gebildet“, so Pressesprecherin Daniela Rixen. Nach Angaben des Statistikamtes Nord gibt es in Schleswig-Holstein insgesamt 84 Erdbeerbetriebe mit einer Gesamtanbaufläche von etwa 1100 Hektar.

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