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Adriano aus Barmstedt : Stammzellen bilden neues Blut

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Behandlung läuft nach Plan: Der Sechsjährige wurde aus Krankenhaus entlassen und freut sich auf die Grundschule.

von
erstellt am 18.Sep.2013 | 06:00 Uhr

Adriano kann wieder Lachen: Der sechs Jahre alte Junge aus Barmstedt hat nach einer Chemotherapie im Universitätsklinikum Eppendorf von einem 20 Jahre alten Mann aus Süddeutschland eine Knochenmarkspende erhalten. „Nach 16 Tagen zeigten sich bei ihm die ersten neuen Zellen“, sagte am Dienstag Adrianos Mutter, Nedja Holzhausen, im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Junge sei schon wieder daheim, müsse aber aufgrund des geschwächten Immunsystems noch einen Mundschutz tragen.

Das Kind litt am Myelodysplastisches Syndrom, einer Erkrankung, bei dem der Körper nicht mehr in der Lage ist, aus den eigenen Stammzellen heraus vollständig reife und funktionstüchtige Blutzellen zu bilden. Als die Ärzte dies Anfang des Jahres diagnostiziert hatten, versuchte die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) einen „genetischen Zwilling“ zu finden. Parallel dazu organisierten die DKMS und die Familie Holzhausen eine Typisierungsaktion in der Barmstedter Heederbrook-Halle, an der am 7. Juli 1788 Menschen teilnahmen.

Keine zwei Wochen dauerte es, bis die DKMS einen passenden Spender gefunden hatte – wenn auch nicht aus der Typisierungsaktion. Dann ging alles Schlag auf Schlag: Adriano kam ins Krankenhaus und erhielt eine Chemotherapie, um die alten Stammzellen zu zerstören. Anschließend erhielt er neue. Während dieser Zeit wurde das Kind auch eingeschult – im Universitäts-Klinikum. Dort erhielt er auch seinen ersten Unterricht.

Mittlerweile ist Adriano wieder bei seiner Mutter und dem vor wenigen Tagen geborenen Bruder Carlos Louis. Dort wird er derzeit von einer Sozialpädagogin unterrichtet, bis er nach den Herbstferien die Grundschule besuchen darf.

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