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Bibliothek befindet sich im Wandel : Stadtbücherei verzeichnet Rückgang bei Entleihungen

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ein neues Konzept für die zukünftige Büchereiarbeit soll 2016 entwickelt werden.

shz.de von
erstellt am 26.Jan.2016 | 14:00 Uhr

Barmstedt | Eine relativ durchwachsene Bilanz weist der Jahresbericht der Stadtbücherei Barmstedt für das Jahr 2015 aus. Demnach ist die Anzahl der Entleihungen im Vergleich zum Vorjahr gesunken – in konkreten Zahlen: Von 125.256 auf 119.163 Vorgänge insgesamt. Betroffen sind sowohl die Printmedien (von 74.419 auf 69.681 Entleihungen) als auch die Non-Book-Medien (von 49.350 auf 45.880 Entleihungen). Positiv entwickelte sich dagegen die „Onleihe“ – von 1487 auf 3206 Entleihungen, allerdings wurde diese erst am 1. Mai 2014 gestartet. Für die Leiterin der Einrichtung, Sabine Jülich, bedeuten diese Zahlen aber keinen Anlass zur Besorgnis, sondern kennzeichnen eher die Situation, dass die Büchereien sich in einer Phase der Wandlung befinden.

„Der Ausleihrückgang ist bedingt durch den demografischen Wandel, die Ganztagsbetreuung in den Schulen, das veränderte Freizeit- und Medienverhalten sowie dem allgemeinen Trend in den Büchereien, dass die öffentliche Bibliothek nicht mehr als eine reine Ausleihstation zu sehen ist, sondern eine Begegnungsstätte für alle Generationen und Kulturen geworden ist“, erklärt Jülich und weist in diesem Zusammenhang auf einen immer größer werdenden Handlungsbedarf hin im Hinblick auf die Bereitstellung der entsprechenden Räumlichkeiten und Angebote. Die Bücherei sei Lernort und Treffpunkt zugleich - und dafür müsse zukünftig eine entsprechende Infrastruktur realisiert werden. „Vorlesen, Bilderbuchkino und Kamishibai, Dialog in Deutsch, Treffpunkte, Beratungsangebote bieten Möglichkeiten, um Jung und Alt in die Bücherei zu bringen“, so Jülich weiter. Zukünftige Bibliotheksarbeit richte sich mehr denn je nach den Bedürfnissen der Benutzer, welche sich ganz klar einen für jeden offenen, barrierefreien Wohlfühl- und Aufenthaltsraum mit mehr Funktionen als bisher wünschten.

„Aufgrund der räumlichen Enge stößt die Büchereiarbeit in Barmstedt an ihre Grenzen. Sie ist nicht barrierefrei zu benutzen, und es fehlt ein Veranstaltungsraum, um beispielsweise regelmäßige Vorlesenachmittage durchzuführen und die Möglichkeit für Gruppenarbeit anzubieten“, betont Jülich. Die Rolle der Bücherei als kommunaler Treffpunkt, an dem sich Menschen zwanglos und ohne konsumieren zu müssen begegnen können, werde in Zukunft noch wachsen. Gleiches gelte für die Aufgabe der Bücherei, das lebenslange Lernen und den freien Zugang zu Information und Bildung zu gewährleisten.

Wichtige Rolle bei der Integration

„Das Angebot einer attraktiven öffentlichen Stadtbücherei bedeutet zugleich einen Standortvorteil für die Kommune“, so Jülich. Außerdem sei die Einrichtung in Bezug auf das Alltagsleben innerhalb einer modernen und aufgeklärten Gesellschaft unverzichtbar geworden – das zeige sich speziell am Barmstedter Beispiel unter anderem an ihrer Teilnahme am Projekt „Willkommen in Schleswig-Holstein“ sowie dem 875-jährigen Stadtjubiläum Barmstedts. „Die Stadtbücherei spielt eine wichtige Rolle bei der Integration der Flüchtlinge und Migranten durch die Bereitstellung von Sprachkursen zum Deutschlernen, von Wörterbüchern und Informationen sowie Medien zur Freizeitgestaltung und ist ein wichtiger Anlaufpunkt, um den Menschen das Ankommen in Barmstedt zu erleichtern“, erklärt Jülich.

Die Deutschlehrer und ehrenamtlichen Betreuer der Flüchtlinge nützten gerne die Möglichkeit, mit ihren Gruppen zu Führungen in die Bücherei zu kommen. „Hier können die Teilnehmer einen Leserausweis bekommen und sich über die vielfältigen Angebote der Bücherei informieren. Hierzu gehören auch die Benutzung des Internetplatzes wie des W-Lan-/WIFI-Zugangs, der durch die Stadtwerke Barmstedt in der Bücherei eingerichtet wurde“, erklärt Jülich.

Die Möglichkeit, einen Treffpunkt beispielsweise für „Dialog in Deutsch“ zu organisieren, könne die Bücherei aufgrund der räumlichen Enge allerdings nicht leisten.

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