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Barmstedter Zeitung

17. August 2017 | 12:33 Uhr

Stadt wehrt sich gegen Vorwürfe

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

FlüchtlingsunterbringungGerüchte: Verwaltung hat Häuser zu teuer gekauft / Fachamt: Werden keine Verluste machen

Hat die Stadt Barmstedt sich beim Kauf von Immobilien zur Unterbringung von Flüchtlingen über den Tisch ziehen lassen? Dieses Gerücht kursiert zurzeit in der Stadt. Die Verwaltung habe Häuser überteuert und ohne näheres Hinsehen gekauft, heißt es. Die Immobilien seien teils in schlechtem Zustand gewesen, so dass zwei jetzt wegen Schimmelbefalls unbewohnbar seien, was bei einem zudem vor dem Kauf bekannt gewesen sei. Im Gespräch mit unserer Zeitung wies Fachamtsleiter Uwe Dieckmann die Vorwürfe zurück. „Die Gerüchte stimmen alle nicht“, sagte er.

Die Stadt habe in Anbetracht der seit Herbst 2015 hohen und weiter steigenden Flüchtlingszahlen insgesamt vier Häuser erworben, sagte Dieckmann. „Wir haben dabei mit einem örtlichen Handwerksmeister kooperiert, der sich alle Gebäude angesehen hat.“ Zudem habe er Expertisen geschrieben. Dann habe die Stadtvertretung über den Kauf jedes Objekts entschieden. „Das hat nicht die Verwaltung allein entschieden. Das dürfen wir gar nicht“, betonte Dieckmann.

Dass eines der Häuser nach dem Kauf wegen Schimmelbefalls unbewohnbar werden würde, sei zuvor nicht erkennbar gewesen, so Dieckmann. „Das hat sich erst nach dem Neubezug herausgestellt. Es ist eben ein Unterschied, ob zwei Leute in einem Gebäude leben oder zwölf.“ Das Haus werde zurzeit renoviert und könne voraussichtlich im Juni wieder bezogen werden. „Das ist natürlich ärgerlich wegen der Kosten“, sagte Dieckmann. Und auch, dass die Immobilienbesitzer von der Situation profitiert haben, weil sie sonst ihr Haus nicht unbedingt hätten verkaufen können, bestreitet Dieckmann nicht. „Aber das nennt man Konjunktur.“ Insgesamt werde die Stadt aber keinen Verlust machen, glaubt er – im Gegenteil. „Sobald wir die Häuser nicht mehr benötigen, werden wir sie ein bisschen aufhübschen und verkaufen.“ So werde die Stadt die Kosten von insgesamt rund einer Million Euro mindestens wieder reinholen.

Außer den vier Häusern hat die Stadt für die Unterbringung der aktuell 250 Flüchtlinge 42 Wohnungen angemietet. Auch diese Kosten würden refinanziert, so Dieckmann (siehe Info-Kasten). Das ehemalige Hotel „Seegarten“, in dem die Stadt zwölf Zwimmer für fünf Jahre angemietet hat (wir berichteten), stehe nach einer kurzzeitigen Belegung zurzeit zwar wieder leer. „Die Kosten ersetzt uns das Land aber zu 100 Prozent“, betonte Dieckmann.

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erstellt am 27.Mai.2017 | 16:00 Uhr

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