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Überraschende Wende : SSV Rantzau: Der Kunstrasen liegt wieder auf Eis

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Stadtvertreter lehnen zwei Beschlüsse ab. Streit um den Zinszuschuss und ökologische Bedenken.

shz.de von
erstellt am 23.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Barmstedt | Überraschende Wende im Kampf um einen Kunstrasenplatz für den SSV Rantzau: Die Barmstedter Stadtvertreter haben am Dienstagabend zwei entsprechende Beschlüsse dazu abgelehnt. Folge: Über das 525.000-Euro-Projekt muss erneut beraten werden.

Wie berichtet, hatte der Hauptausschuss empfohlen, dass die Stadt einen Anteil in Höhe von 105.000 Euro sowie einen Zinszuschuss für ein Darlehen in Höhe von 75.000 Euro übernimmt. Außerdem sollte die Stadt sich verpflichten, den verbleibenden Rasenplatz einmal wöchentlich zu mähen und für die Generalüberholung jährlich 2500 Euro zu zahlen. Die Diskussion entzündete sich an einem Antrag der CDU. Die Christdemokraten forderten, lediglich den Anteil der Stadt festzuschreiben und die übrigen Punkte – die Höhe des Zinszuschusses und die Rasenpflege – erst zu beschließen, sobald die förderungsfähigen Kosten feststehen – denn nach deren Höhe richte sich das Darlehen, das der SSV aufnehmen müsste, wie Helmut Welk (BALL) erklärte.

Der Vorschlag stieß jedoch nicht auf große Gegenliebe. Vor allem die FWB sperrte sich dagegen, die „Katze im Sack“ zu kaufen. „Ich glaube nicht, dass wir die mühsam erarbeiteten Positionen verändern sollten. Sie geben schließlich allen Beteiligten Planungssicherheit“, sagte Peter Gottschalk. SSV-Vorstandsmitglied Günter Thiel, der in seiner Funktion als Stadtvertreter während der Beratung den Raum verlassen musste, sagte dagegen gestern auf Anfrage, die Festlegung des Darlehens auf 75.000 Euro sei eine Einschränkung. „Wir wissen ja noch gar nicht, wie viel Zuschuss wir vom Kreis und vom Landessportverband bekommen.“

Grundsätzlich gegen einen Kunstrasenplatz sprachen sich Annette Bremer-Wilms (SPD) und die Grünen aus. Sie habe vor allem ökologische Bedenken, sagte Bremer-Wilms. „Es werden wieder 6000 Quadratmeter versiegelt. Wo soll das Wasser hin?“ Außerdem müsse der Belag – geplant ist Kork – nach zehn bis 15 Jahren entsorgt werden. „Das kostet auch Geld und birgt Risiken für die Stadt.“ Und schließlich sei Fußball „nun mal ein Rasensport“. Sie teile die Bedenken, sagte Marina Quoirin-Nebel (Grüne). „Rasen hat eine wichtige Funktion, er bindet zum Beispiel Staub. Und was ist, wenn der Belag ausgetauscht werden muss? Dann steht der SSV wieder bei uns.“

 

Die Abstimmungen über den ursprünglichen Beschluss und den Antrag der CDU fielen schließlich denkbar knapp aus: Beide wurden mit acht zu sieben Stimmen abgelehnt. Thiel ist dennoch optimistisch. Der städtische Anteil von 105.000 Euro stehe mit einem Sperrvermerk im Haushalt, „das ist schon mal gut. Jetzt kann in Ruhe über die anderen Punkte verhandelt werden.“ Er sei sicher, „dass wir zu einem Abschluss kommen“. Denn ein Kunstrasenplatz sei „sehr attraktiv für die Stadt“. Bürgervorsteher Christian Kahns (FWB) geht davon aus, dass sich die Stadtvertreter am 4. April erneut mit dem Thema befassen werden.

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